11.-Klässler bereiteten sich im Stadtmuseum auf Reise vor

11.-Klässler bereiteten sich im Stadtmuseum auf Reise vor
von 3. Juni 2022 0 Kommentare

Die Schülerinnen und Schülern des Lyonel-Feininger-Gymnasiums fahren im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem Stadtmuseum nach Prag und Lidice

Vor 80 Jahren im Mai 1942 fand in Prag das Attentat auf Reinhard Heydrich statt. Als stellvertretender Reichsprotektor für Böhmen und Mähren war er für zahllose Gräuel der deutschen Besatzungsmacht an der tschechischen Bevölkerung verantwortlich. Er verstarb an den Folgen eines Anschlages des tschechischen Widerstandes. Im Rahmen geplanter Vergeltungsaktionen wurde der Ort Lidice zerstört und seine Bewohner getötet oder in Konzentrationslager verschleppt. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums aus Halle begeben sich gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Schule Praha 8 Ustavni auf eine historische Spurensuche.

Schülerinnen und Schüler des Lyonel Feininger Gymnasiums haben sich mit der Biographie Reinhard Heydrichs beschäftigt. Gelegenheit dazu bietet das Stadtmuseum mit einer Dokumentenbox im Archiv der Generationsbiographien. Das dazugehörige Objekt, ein Comic der  Künstlerin Barbara Salamoun (sie lebt in Pilsen), welches das Attentat auf Reinhard Heydrich am 27. Mai 1942 thematisiert, schlägt dabei die Brücke zur Vergeltungsaktion der Nazis nach dessen Tod. Sie zerstörten die Orte Lidice und Lezaky und ermordeten 220 Menschen – vor allem Männer – und verschleppten Frauen und Kinder in Konzentrationslager.

Das Archiv spiegelt mit den vorgestellten Lebensläufen, die sich insbesondere auf Kindheit und Jugend in Halle beziehen, die historischen Ereignisse und geht der Frage nach, wie sich diese in einer Biographie widerspiegeln und wie sich Menschen, die in die gleiche Zeit hineingeboren werden, sehr unterschiedlich entwickeln. So schweift der Blick vom Comic auf die Jacke einer KZ Uniform die von Otto Hermann getragen wurde, zu dessen Biographie gehört, dass ihm 2004 posthum von der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem der Titel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen wurde. Damit lassen sich Bezüge zwischen Täter- und Opferbiographien herleiten und hinterfragen. Diese eigene Erschließung von Bezügen steht im Mittelpunkt der Vermittlungsarbeit des Stadtmuseums. Sie trifft auf eine positive Resonanz im Gymnasium.

 

Im Ergebnis einer Kooperation zwischen Gymnasium und Stadtmuseum fährt die Schulklasse  vom 7. – 11. Juni 2022 nach Prag, um sich dort gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Schule  Praha 8 Ustavni auf eine Spurensuche zu begeben und die Gedenkstätte in Lidice zu besuchen. Im Mittelpunkt stehen dabei das gegenseitige Kennenlernen und an den historischen Orten, die Suche nach Antworten auf die Fragen nach Schuld und Verantwortung, von Handlungsoptionen und das Gedenken an die Menschen, die Opfer der deutschen Besatzung wurden. Die Ergebnisse des Austausches werden im Anschluss sowohl in die Arbeit des Stadtmuseums als auch in den Unterricht einfließen.

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