Diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung gefordert

Diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung gefordert
von 6. April 2025

Anlässlich des  Weltgesundheitstages fordert  die LSVD Sachsen-Anhalt  eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung für LSBTIQ-Menschen*

 

Anlässlich des Weltgesundheitstags am 07. April 2025 macht der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Sachsen-Anhalt auf bestehende Ungleichbehandlungen im Gesundheitssystem aufmerksam. Die gesundheitliche Versorgung von LSBTIQ*-Menschen ist häufig durch fehlendes Wissen, Vorurteile und mangelnde Sensibilität seitens medizinischer Fachkräfte geprägt – mit teils gravierenden Folgen für die psychische und physische Gesundheit der Betroffenen.

 

Gesundheitsversorgung darf keine Ausgrenzung kennen

Niemand sollte beim Arztbesuch Angst haben müssen, aufgrund der eigenen sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität diskriminiert zu werden“, betont Andreas Bösener vom Vorstand des LSVD Sachsen-Anhalt.

Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt: LSBTIQ*-Personen sind deutlich häufiger von Depressionen, Burnout oder Herzerkrankungen betroffen. Oft aus Angst vor Stigmatisierung meiden sie ärztliche Besuche – ein Teufelskreis.

Ein Kernproblem liegt in der medizinischen Ausbildung: Themen wie geschlechtliche Vielfalt, Transgesundheit oder queere Lebensrealitäten finden in vielen Curricula kaum Beachtung. „Hier braucht es dringend strukturelle Änderungen – in der Ausbildung ebenso wie im Praxisalltag“, fordert der Verband.

 

Regionale Perspektive: Sachsen-Anhalt muss handeln

Auch in Sachsen-Anhalt zeigen Rückmeldungen aus der Community, dass Diskriminierungserfahrungen an der Tagesordnung sind. Beratungsstellen berichten von Menschen, die sich aus Sorge vor Ablehnung selbst bei schweren Erkrankungen nicht in medizinische Behandlung begeben. Die Mobile Opferberatung verzeichnete im Jahr 2022 mehrere queerfeindliche Übergriffe im Land – ein Spiegelbild gesellschaftlicher Spannungen, die auch vor dem Gesundheitssektor nicht Halt machen.

„Die medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt muss endlich alle Menschen einschließen, unabhängig davon, ob sie lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter* oder queer sind. Dafür braucht es verpflichtende Schulungen zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, feste Ansprechpersonen in Kliniken und Praxen sowie klare Antidiskriminierungsrichtlinien. Gesundheit ist ein Grundrecht und das muss für alle gelten“, sagt Andreas Bösener, Mitglied im Vorstand des LSVD Sachsen-Anhalt weiter.

 

Es gibt bereits starke Partner

Positivbeispiele zeigen, dass es auch anders geht: In Kooperation mit Projekten wie dem BBZ „lebensart“ e.V. in Halle, dem Zentrum für sexuelle Gesundheit und der Aidshilfe *Halle*/Sachsen-Anhalt Süd e.V. werden bereits niedrigschwellige und queersensible Angebote geschaffen. Das Landesaktionsprogramm für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt bietet dafür eine wichtige Grundlage – nun gilt es, diese mit Leben zu füllen.