Forderungskatalog für das neue Schul- und Ausbildungsjahr

Forderungskatalog für das neue Schul- und Ausbildungsjahr
von 16. Juni 2022 0 Kommentare

Das kommende Schul- und Ausbildungsjahr 2022/23 ist unzureichend vorbereitet. Kurz vor den Sommerferien hat die GEW Sachsen-Anhalt einen Forderungskatalog erstellt, um Bedingungen für ein gutes Bildungsjahr zu schaffen.

 

Das neue Schul- und Ausbildungsjahr droht so zu beginnen, wie das alte Jahr endet: mit zusätzlicher Belastung, mehr Arbeit, einer in weiten Teilen unzureichenden digitalen Ausstattung und weiterhin Sorge um die persönliche Gesundheit.

Die Kolleginnen und Kollegen in Schulen, Kita und Hochschulen arbeiten sehr engagiert, jedoch kann alles Engagement Lücken bei der Ausstattung und eine unzureichende Vorbereitung des neuen Schul- und Ausbildungsjahres nicht wettmachen. Hier sind Arbeitgeber bzw. Dienstherren gefragt, umgehend die Voraussetzungen für bessere Arbeit zu schaffen. „Vor allem gilt es, die bestehenden Mangelsituationen durch kurzfristige, schnelle und auch unorthodoxe Maßnahmen zu beseitigen und dafür endlich Geld in die Hand zu nehmen“, sagt die Landesvorsitzende Eva Gerth.

 

Forderungen an die Landesregierung zu Beginn des Schul- und Kitajahres 2022/23

 
Lehrkräfte und Schulen endlich entlasten:
  • Schulverwaltungs- und Digitalassistent*innen nicht nur versprechen, sondern wirklich einstellen

  • Anrechnungsstunden vergeben für jede zusätzlich übertragene Aufgabe für Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter*innen und Schulleiter*innen

  • Verstetigung und Ausbau der Schulsozialarbeit in allen Schulformen

 
Wirksame und schnelle Maßnahmen gegen Lehrkräftemangel ergreifen:
  • endlich Voraussetzungen für die Einführung von freiwilligen Arbeitszeitkonten schaffen

  • attraktive Bleibe-Angebote schaffen für ältere Lehrkräfte durch eine Erhöhung der Altersermäßigung auf mindestens fünf Stunden ab dem 63. Lebensjahr

  • Verbesserung der Arbeits- und Einstellungsbedingungen durch sofortige Anpassung der Besoldung/Eingruppierung von Grundschullehrkräften (A13/E13) und Einführung von Geld- oder Zeitboni für schwer besetzbare Stellen

 
Lehrer*innenbildung flexibilisieren und damit Perspektiven schaffen:
  • Seiteneinstieg für Bewerber*innen mit Hochschulabschluss oder Meisterabschluss (DQR 6) durch höchstens anderthalbjährige Zusatzqualifikation bzw. nach Bewährung im Dienst ermöglichen

  • berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst öffnen für Seiteneinsteigende mit wissenschaftlichem Hochschulabschluss in einem anerkannten Fach

  • Studiengänge aller allgemeinbildenden Fächer an der Universität in Magdeburg schnellstmöglich zulassen

 
Verbesserung der Personalausstattung in den Kindertageseinrichtungen durch:
  • Anhebung des Mindestpersonalschlüssels im Kinderförderungsgesetz um mindestens 15 Prozent

  • schneller Ausbau der praxisintegrierten Erzieherinnenausbildung

  • zusätzlicher Einsatz von sonder- und sozialpädagogischen Fachkräften

 
Digitalisierung vorantreiben:
  • digitale Endgeräte für Lehrkräfte endlich mit den notwendigen Programmen ausstatten und durch das Land administrieren

  • hohe Priorität im Land für schnelles Internet in den Schulen und Bildungseinrichtungen, damit Voraussetzungen für digitalen Unterricht schaffen

  • Landesprogramm für die Ausstattung der Schulen nach Umsetzung des Digitalpaktes auflegen

 
Gesundheitsschutz für die Beschäftigten ausbauen:
  • Schutzmaßnahmen für erwartbare Corona-Ausbrüche schaffen, indem ausreichend Masken und Tests angeschafft werden. In den Schulen und Kitas ist der Einbau von Luftfilteranlagen zu beschleunigen

  • Schutzkonzepte für Risikogruppen

  • Handlungsalgorithmen für Bildungseinrichtungen bei steigenden Infektionszahlen erarbeiten

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