Spülasche-Deponie zwischen Halle und Sennewitz ein sehr sensibler Landschaftsbereich

Spülasche-Deponie zwischen Halle und Sennewitz ein sehr sensibler Landschaftsbereich
von 23. September 2022 0 Kommentare

AHA sieht in der früheren SpülascheDeponie zwischen Halle und Sennewitz einen sehr sensiblen Landschaftsbereich

 

Im Rahmen seiner Presseerklärung vom 05.10.2020 hatte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) folgendes erklärt, Zitat:

Der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht in der ca. 14 ha großen früheren SpülascheDeponie des früheren Kohlekraftwerkes HalleTrotha ein sehr sensibles Teil des Landschaftsraumes zwischen der Stadt Halle (Saale) und der Gemeinde Petersberg, Ortsteil Sennewitz. Nach Auffassung des AHA ist diese einstige SpülascheDeponie als Belastung für die Umwelt zu betrachten, insbesondere in der Auswaschung durch Niederschlagswasser und Eintrag in angrenzende oder tiefliegende Bodenschichten sowie Grund und Schichtwasserbereiche. Der fortgeschrittene Pflanzenbewuchs hat zu einer gewissen Stabilisierung geführt und verhindert u.a. eine Abdrift durch Wind und verringert möglicherweise die Auswaschung von Schadstoffen in den Untergrund.

 

Andrerseits dient das Gebiet, gerne als Brachland bezeichnet, als Lebens und Rückzugsraum sowie Durchgangsbereich für zahlreiche Tier und Pflanzenarten. Ferner ist davon auszugehen, dass dieses Gebiet als KaltluftEntstehungsgebiet fungiert, was nicht nur für den Standort mit seinem direkten Umfeld von entscheidender Bedeutung ist, sondern auch für die besiedelten Gebiete in der Stadt Halle (Saale) und der Gemeinde Petersberg, Ortsteil Sennewitz.

 

Auf Grund der oben genannten Ausgangsbedingungen gilt es, nach Auffassung des AHA, alles zu unterlassen, um bauliche Eingriffe jeglicher Art in den bzw. auf dem DeponieKörper vorzunehmen. Neben der Störung bzw. der Zerstörung der die Fauna, Flora und das Klima betreffenden Funktionen, besteht die Gefahr der Erhöhung vermehrter Auswaschungen von belasteten Stoffen und Verbindungen. Die Europäische WasserrahmenRichtlinie beinhaltet eine Pflicht zur Verbesserung von Grund und Oberflächenwasser. Im konkreten Fall ist eher mit einer Verschlechterung zu rechnen. In dem Zusammenhang sah der AHA das Vorhaben der Energieversorgung Halle (EVH) bereits als sehr problematisch an, als man in einem Planungsgebiet im Umfang von ca. 10,65 ha, eine PhotovoltaikFreiflächenanlage mit 72 dezentralen Wechselrichtern, vier TrafoStationen und 19.008 Solarmodule zu errichten plante.

 

Vom Grundsatz her ist die Nutzung erneuerbarer Energien, umfassend zu begrüßen. Jedoch verliert ein derartiges Vorhaben die umweltpositiven Auswirkungen, wenn die oben genannten Gefahren und Beeinträchtigungen drohen.

 

Abgesehen von der Tatsache, dass mehr verbaute Flächen auf  Dächern, an Wänden und Plätzen als Baufläche für Solaranlagen dienen sollten, hält es der AHA für notwendig im Rahmen eines Energiekonzeptes der Region, geeignete Standorte zu suchen und zu prüfen um Konflikte mit dem Umwelt, Natur und Landschaftsschutz auszuschließen. Trotz der mehrfach geäußerten Mahnungen und schweren Bedenken seitens des AHA hat die Energieversorgung Halle GmbH (EVH) auf dem westlichen SpülascheDeponiegelände der Köthener Straße eine 12 Megawatt (MW) PhotovoltaikFreiflächenanlage mit 32.000 Modulen errichtet und dem Vorhaben den Namen „Solarpark Phönix Bauabschnitt I und II“ gegeben.

 

Der geplante „Solar und Biodiversitätspark Phönix III“ auf der ehemaligen SpülascheDeponie östlich der KöthenerStraße soll eine Fläche von 3,8 ha beanspruchen, wovon 3,4 ha Waldbestand sind. Damit kommt es durch eine erneute Versiegelung zur Zerstörung eines in diesem Fall unter besonderen Bedingungen entstandenen Biotops. Die Folgen sind nicht nur die Beeinträchtigung einer biologischen Vielfalt, sondern auch eine Veränderung der Grundwasserneubildung und dem ausgleichenden Faktor Lufttemperatur durch die Kaltluftbildung.

 

Auf Grund eingangs erwähnter Ausgangslage, führte der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA) am 29.09.2020 eine Begehung am Standort des geplanten “Solar und Biodiversitätsparks Phönix III” durch.

 

Zwischen HalleTrotha und Sennewitz ist dort in den vergangenen 25 Jahren ein Pionierwald entstanden, der sich weiter entwickeln sollte.

 

Zur weiteren Charakterisierung des Standorts lädt der AHA daher interessierte Naturfreund*innen zu botanischen, entomologischen und ornithologischen Bestimmungsund Kartierungsarbeiten für eine eigene Expertise ein.

 

Auch für Klimakundler ist der Standort interessant, da zwei weitere Solarparks in unmittelbarer Nähe das lokale Klima schon stark beeinflussen. Der Umweltbericht zu “Phoenix I+II” sprach vom Verlust eines wertvollen KaltluftEntstehungsgebietes für die Bewohnerinnen und Bewohner von HalleTrotha und Sennewitz. Davon ist ebenfalls im Falle der Errichtung von “Phoenix III” auszugehen.

 

Im möglichen Planungsprozess wird auch die Wirtschaftlichkeit der beabsichtigten Anlage zu betrachten sein. Bei dem massiven Überangebot von Solar und Windstrom am Markt greift das Argument der Eigenversorgung städtischer Gebäude zu kurz. Die Gebäude benötigen auch bei Dunkelheit und Windstille Strom, was die GrundlastProblematik verschärft.

 

Bei der anschließenden Begehung des „Solarparkes Phönix I+II“ durch die Mitglieder des AHA zeigten sich überbreite Schotterwege zwischen den ehemaligen Haldenkörpern, Zäune direkt an den ehemaligen Haldenkanten und mit großen Schrottteilen zugefüllte ehemalige Entwässerungsgräben der Halden. Feldsteinhaufen sind auf Schotterflächen voll der Sonne ausgesetzt, meterweit vom nächsten grünen Fleck entfernt. Die ursprüngliche Vegetation wurde komplett abgeräumt, Baumstümpfe, Bauschutt und Gerümpel zu riesigen Haufen zusammengeschoben, in denen nur schwer eine ökologische Bedeutung erkennbar ist.

 

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Begehung war somit schnell klar, dass dem Schutz und Erhalt sowie der sukzessiven Entwicklung des nunmehr bedrohten sehr vielfältigen Landschaftsbestandteiles und KaltluftEntstehungsgebietes eindeutig der Vorrang gegenüber dem umwelt, landschafts und naturzerstörenden Vorhaben “Solarund Biodiversitätsparks Phönix III” mit ebenfalls klimatisch zweifelhaftem Ruf einzuräumen ist.

 

Der AHA ruft daher im Rahmen seiner ehrenamtlichen und gemeinnützigen Möglichkeiten die Bevölkerung auf, daran mitzuwirken. Ferner möchte der AHA zur Mitwirkung in einer ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz aufrufen., Zitat Ende

 

Wie nunmehr Medienberichten zu entnehmen ist, hatte am 26.08.2022 die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz Steffi Lemke die bereits auf dem westlichen SpülascheDeponiegelände an der Köthener Straße bestehende 12 Megawatt (MW) PhotovoltaikFreiflächenanlage mit 32.000 Modulen mit dem Namen „Solarpark Phönix Bauabschnitt I und II“ besucht und sich die ausgesäten Wildpflanzen angeschaut. Dem AHA ist jedoch nicht bekannt, inwieweit die Bundesministerin eine Erläuterung erhalten hatte, dass man für die Errichtung dieser Solaranlagen eine Beseitigung von sukzessiven Gehölzbereichen sowie Hochstaudenund Wiesenbeständen vorgenommen und somit bestehenden Lebens und Rückzugsraum für zahlreiche Tier und Pflanzenarten zerstört hatte. Gleiches gilt für das Verschwinden eines Kaltluftentstehungsgebietes.

Diese Gefahren drohen nun für Natur und Landschaft des geplanten “Solar und Biodiversitätsparks Phönix III”, welcher offensichtlich auch im halleschen Ausschuss für Planungsangelegenheiten des halleschen Stadtrates nicht unumstritten ist. Obwohl dieser, im Rahmen seiner Sitzung am 13.09.2022 einstimmig der Beschlussvorlage des Fachbereiches Städtebau und Bauordnung vom 17.08.2022 zum Tagesordnungspunkt Vorhabenbezogener Bebauungsplan Nr. 201 Solarpark, Köthener Straße Aufstellungsbeschluss zugestimmt hatte, äußerten wohl grüne Mitglieder des Gremiums Bedenken zu dem Vorhaben. Insofern erscheint es sinnvoll zu sein, dass sich die Bundesumweltministerin mit ihren dortigen Parteifreunden austauscht und die von ihnen zu Recht vorgetragenen Bedenken erläutern lässt.

Nunmehr fordert der AHA alle Mitglieder des halleschen Stadtrates auf, im Rahmen der Sitzung am 28.09.2022, dem obengenannten Aufstellungsbeschluss die Zustimmung zu versagen und stattdessen in eine Diskussion einzutreten, alternativ im Stadtgebiet von Halle (Saale) z.B. geeignete Dach und Fassadenflächen für Solaranlagen zu suchen und zu finden.

 

Außerdem wiederholt der AHA seine folgenden Aufrufe, Zitat:

Zur weiteren Charakterisierung des Standorts lädt der AHA daher interessierte Naturfreund*innen zu botanischen, entomologischen und ornithologischen Bestimmungs- und Kartierungsarbeiten für eine eigene Expertise ein.

Auch für Klimakundler ist der Standort interessant, da zwei weitere Solarparks in unmittelbarer Nähe das lokale Klima schon stark beeinflussen., Zitat Ende

 

Ferner bekräftigt der AHA seine im Rahmen der Presseerklärung vom 05.10.2020 vorgetragenen Hinweise und Bedenken. Darüber hinaus möchte der AHA erneut zur Mitwirkung in einer zu bildenden ehrenamtlichen Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz aufrufen.

 

Wer Interesse hat mitzuwirken, wende sich bitte an folgende zentrale Anschrift des AHA:

Arbeitskreis Hallesche Auenwälder zu Halle (Saale) e.V. (AHA)
Große
Klausstraße 11
06108
Halle (Saale)
E
Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Internet:
https://www.webconzeptmn.de/

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