10 Jahre Quinta-X-Essentia

Theatergruppe des Hansevereins | Michas Welt - Geschichten aus Halle
von Michael Waldow


Als im Jahre 2009 vier Mittelalterbegeisterte zusammen plauschten, kam ihnen die Idee eine Art Theatergruppe zu gründen und Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit zu verfilmen. Auf diversen Mittelaltermärkten traten drei von ihnen als schwertschwingende Kämpfer auf und einer von Ihnen war oft als Schmied tätig.

10 Jahre später sind die Gründungsväter in alle Winde verstreut oder machen ihr eigenes Ding, während es die Gruppe immer noch gibt. Was die heute 10 Mannen und Frauen auf die Beine in ihrer Freizeit gestellt haben, ist enorm. Inzwischen sind die Quintaner, wie sie sich nennen, Theatergruppe des Hallischen Hansevereins. Quinta-X-Essentia heißt dann die Gruppe im schönsten Latein auch folgerichtig, was so viel bedeutet, wie die Quintessenz mit den gekreuzten Schwertern (X). Da sind die Rollen jedem auf den Leib geschrieben. Es gibt die kreischende Jungfer, die Kräuterfrau, den geldgeilen Bürgermeister, den schlitzohrigen Kaufmann, den trottligen Ratsmann und natürlich die Hansemagd, die den alten Herren schon mal mit Kindermund in die Quere kommt. So kommt man auf fünf bis sechs Auftritte pro Jahr und hat eine Freizeitbeschäftigung.  

Im Moment bereitet sich die Gruppe auf das Hansefest am 25./26.05. vor mit dem Stück „Fisch und Salz – Gott erhalt’s“. Ein Stück Heimatgeschichte mit dem Hansekaufmann Erasmus und der Hansemagd, die inzwischen schon seit fünf Jahren regelmäßig ihre Abenteuer zeigen. Dabei wird die Sagen- und Geschichtswelt der Stadt Halle in historischen Gewändern dargestellt.

Theaterspielen ist nur ein Teil der Aktivitäten der Quintaner, ob auf der Burg Giebichenstein oder beim THW, im BWG Spielhaus oder auf besagtem Hansefest und nicht zu vergessen das Salinefest im September. Der andere Teil besteht aus dem Aufnehmen von Fotogeschichten, der Ausgestaltung des Hanserefugiums und auch der Produktion von Hansefilmen. In den 10 Jahren kommt da schon einiges zusammen. So hat die Truppe seit 2010 über 30 Filme gedreht, von Dokumentationen über Halle in der Hanse (Halle – eine Hansestadt, Schmunzeleien), mehreren „Spielfilmen“ (Der Eremit, Der Ritter und die Liebe, Der Eierdieb), wobei der längste 1:40 h lang ist (Der schwarze Vogt), bis über Sketche, Kurzfilme (über Händel, Albrecht, Luther), Musik- und Kochfilme und sogar Trickfilmen (Die Salzsage und Burg Giebichenstein). Die Filme kann man sich auf YouTube oder auf der Internetseite des Hallischen Hansevereins anschauen. Zwar kommen die Filme weder ins Kino, noch sind sie hollywoodreif, machten aber allen Spaß und liefen wochenlang auf den Merseburg-Querfurt Kanal und sogar auf einem öffentlichen Kanal in Berlin.

Neben den Videos, Theaterauftritten wirkten die Quintaner auch an diversen Publikationen mit (Hansebuch, Der Hansekaufmann, Historische Plätze zur Hansezeit in Halle), die dann im MSW-Welten Eigenverlag veröffentlicht werden. MSW ist dabei die Abkürzung zweier Mitglieder der Quintaner und des Hansevereins, die sich ISBN - Nummern kauften und rechtlich als Kleinstunternehmen gelten. Deswegen der Eigenverlag. Mit Geld verdienen hat das dann auch nichts zu tun, es ist Freizeitbeschäftigung wie alles andere auch. Fürs Geld verdienen, gehen die Mitglieder arbeiten.

Jetzt sind erstmal 10 Jahre um, es ist Zeit eine Bilanz zu ziehen. Dazu gab es schon mal ein Interview im Merseburg – Querfurt Kanal. Höhepunkt in diesem Jahr wird das Hansefest mit besagtem Auftritt sein und im September dann das Salinefest. Dort wird ein besonderes Stück zusammen mit den Halloren gezeigt.  Es heißt „Im Thal zu Halle“, ist das 16. Theaterstück seit 2010 und wird in Spielszenen die Arbeit der Salzwirker in Halle des 15. Jahrhunderts zeigen. Da kommen dann die Stöpper, Uffweger, Haspler, Störzer, Uffburer, Bornknechte, Zapfer zu Wort. 10 Jahre sind eine lange Zeit, aber der Leiter der Gruppe ist gelassen: „Die Couch kann warten.“, sagt er und werkelt schon an neuen Ideen. Übrigens mitmachen ist erlaubt, egal wie alt man ist.

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