Ein buntes Heftchen entsteht

Der Hansekaufmann und seine Magd | Michas Welt - MSW Welten
von Michael Waldow

 

Man glaubt es kaum, wie viel Arbeit in einem A5 Heftchen steckt, dass auf fast 80 Seiten Fotogeschichten aus dem Mittelalter enthält. 2015 wurden die ersten Fotografien gemacht, 2018 die letzten. Dazwischen lagen ca. 180 Stunden voller Arbeit.

Die Bilder bearbeiten und so zu gestalten, dass eine Mischung aus Foto und Zeichnung herauskommt. Dann die Geschichten schreiben, die Texte in Comicform. Das Layout wurde dreimal umgestellt, denn zwischendurch sollten die Hefte im A4 Format gestaltet werden und wurden auch schon probegedruckt. Da gab es viel zu korrigieren. Nach dem zigsten Male lesen fand man immer noch Fehler. Man, das sind die beiden Freunde von MSW-Welten Micha und Sandy, sowie ihre Lebenspartner im alltäglichen Leben. Zuerst waren die Comics in schwarz-weiß, dann mittelalterlich gestaltet, aber viel zu dunkel und zum Schluss wurden alle 600 Bilder nochmal in die derzeitige Fassung umgearbeitet. Einen Lektor konnten sie sich nicht leisten und man glaubt gar nicht, wie wahnsinnig schwierig es ist, den Text fehlerfrei zu bekommen. Da hieß es immer und immer wieder lesen. Die Programme, mit denen das Heft gestaltet wurde, mussten auf zwei Rechner mindestens laufen und sind sämtlich lizensiert, ob es nun Adobe, Comiclife oder auch Serif Page ist. Es war eine Sisyphusarbeit. Dazu kommen noch die ISBN-Nummern und die ganze gewerbliche Anmelderei. Leben kann man davon nicht, es sei denn man hat das Glück von Rowling. Soviel Werbung wie nötig ist, ist letztendlich unbezahlbar. Es ist und bleibt ein Hobby. Nicht jeder interessiert sich für das Mittelalter und obwohl die Geschichten in der Comicform geschrieben wurden, hat es mit herkömmlichen Comics nur wenig zu tun.

Der Hansekaufmann erzählt auf humorvolle Weise die Geschichten oder Erlebnisse eines Hansekaufmannes des 15. Jahrhunderts in Halle an der Saale, der seinen Mitmenschen gerne Streiche spielt und ansonsten ihnen auch das Geld gehörig aus der Tasche zieht. Wäre da nicht seine „Widersacherin“ Ketlin, die zwar Erasmus‘ Streiche nicht mag, dafür aber den Hansekaufmann sehr. Trotzdem bietet sie ihm Paroli mit ihren Ideen und Kindermund. Nebenbei erfährt der geneigte Leser, welche Bewandtnis es mit dem Findelkind Ketlin hat, die zuerst Bea hieß und von der Magd Betlin aufgezogen wird. Betlin ist auch ein Findelkind und wurde wider rum von Erasmus aufgezogen. Eine verwirrende Geschichte, die aber ihre Auflösung am Ende der Geschichten findet. Die Geschichten selbst, die sich von 1474 bis 1478 hinziehen, finden an realen historischen Plätzen auf dem Marktplatz der Stadt Halle und in der Taverne „Zu den drei Schwänen“ statt, die es nachweislich in dieser Zeit tatsächlich in der Rannischen Straße gab.

So entstand ein buntes Heftchen mit den Streichen des Hansekaufmanns Erasmus von Halberstadt, damit haben die 2 Freunde dann ihre Spuren hinterlassen, irgendwie. Couchsitzen überlassen sie gern anderen.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite

www.msw-welten.de

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