Spuren in der Geschichte

Stifterbrief für Portalsteine des Rathauses | Michas Welt - MSW Welten
von Michael Waldow

Es war einmal in einer dunklen Zeit, als es hier noch Kriege gab und Bomben fielen, da gab es ein wunderschönes Rathaus in Halle mit Ratslaube, einer Kapelle, einem Barockflügel, Karzer und noch mehr wunderschönen Details, deren Aufzählung ein ganzes Buch füllen würde.

 

Und Bomben, vom Menschen genauso erdacht, wie das wunderschöne Rathaus, trafen selbiges. Es fiel zwar nicht ganz in Schutt und Asche, das erledigten nach den Bomben dann wieder Menschen, obwohl durchaus Hoffnung bestand, dieses Rathaus in alter Pracht auferstehen zu lassen. Nun liegt auf der leeren Stelle eine Gedenktafel und es gibt immerhin hier und da noch Reste, die sogar aus der Saale geborgen wurde, wohin man Trümmer schüttete.

Die Zeiten ändern sich und was einst fast vergessen war, kommt in der Erinnerung wieder. So geschehen 2008, als sich die Bürgerinitiative Historische Rathausseite Halle (Saale) e.V. gründete, die sich für den Wiederaufbau des Barockflügels des Alten Rathauses einsetzt.

Ein Mammutwerk, auch in Hinblick auf die zu beschaffenen Gelder. Und so sucht der Verein Sponsoren für das Portal des Barockflügels. Das kam dem Hallischen Hanseverein e.V. zu Ohren und da nun mal Historie das „Ding“ des Hansevereins ist, erwarb er zusammen mit der Theatergruppe „Quinta-X-Essentia“ einen der Portalsteine. Erwerben ist eigentlich nicht das richtige Wort. Man oder in diesem Falle der Verein stiftetet die Gelder zur Herstellung bzw. Neubearbeitung (Restaurierung) historischer Steine. So legt man sich halt eigene Spuren in die Geschichte seiner Stadt.

 
Das „Maskottchen“ des Hansevereins ist Ketlin die Hansemagd, ein aufgewecktes 13-jähriges Mädchen, das in den Theaterstücken des Hansevereins zum Hansefest eine Rolle spielt und den Salzhändler Erasmus von Halberstadt mit Kindermund in die Schranken weist. Sie wollte auch solch einen Stein stiften und zusammen mit MSW-Welten (zwei Freunde, die die Geschichten der Hansemagd und des Hansevereins im Eigenverlag verlegen) kam eine weitere Stiftung eines Steines zustande.

Sehr zur Freude von Dr. Ulrich Schröder, der es sich nicht nehmen ließ, in der Saline sowohl dem Hanseverein, als auch der Hansemagd die Stifterbriefe zu übergeben. Freilich fehlen noch Portalsteine und es wäre eine gute Idee, wenn die Geschäftsleute rund um den Markt sich nicht nur mit wohlfeinen Waren, sondern auch mit einem Steinchen (23 von 90 Steinen fehlen noch) für unser Portal ein wenig ihre Spuren bleibend hinterlassen könnten. Immerhin soll es eine Tafel mit eingravierten Sponsoren geben und im Internet geht man dann digital in die Ewigkeit ein.

Beitrag Teilen

Zurück