Lichterwelten

It's Magic in Halle | Michas Welt - Reportagen
von Michael Waldow

„Es ist Magie.“, fasst Wolfgang Fleischer, der Citymanager zusammen, was seine Truppe erwartet. Tatsächlich zieht schon der Eingang des Zoos magisch an und gibt einen ersten Eindruck auf die Lichterwelten frei. Es ist ja das Eine darüber zu lesen und Bilder sich anzuschauen, etwas ganz anderes ist es aber, dies mit eigenen Augen zu sehen. Die Sinne kommen schon auf ihre Kosten, bevor es losgeht.

Obwohl an diesem Donnerstag das Wetter ein wenig launisch ist und nicht recht weiß, ob es regnen, winden, oder beides gleichzeitig tun soll, hat sich eine Schar der Citygemeinschaft um Wolfgang gescharrt und harrt der Dinge oder der besagten Lichterwelten, die da auf sie zukommen. „Guck mal da, der Schwiegermutterturm.“, assoziiert jemand respektlos den hoch hinaufschießenden Drachen, rechter Hand vom Eingang. Gott sei Dank ist die Truppe nicht humorlos und legt nicht jedes Wort auf die Goldwaage, schließlich weiß man ja, der Drache ist ein Glückssymbol in China und mit mancher Schwiegermutter hat man Glück gehabt.

Doch genug gewartet, es geht los, wir tauchen ein in die magischen Welten, die nunmehr schon zum zweiten Mal im halleschen Zoo stattfinden. Kaum hat man die Treppen überwunden und Wolfgang jedem gesagt, dass er allein gehen darf, nehmen einen die Lichtertiere und Pflanzen gefangen. Wohl dem, der mit reichlich Phantasie ausgestattet ist, die anderen empfängt ein Augenschmaus. Fast möchte man despektierlich werden und sagen, was brauchen wir richtige Tiere im Zoo, wenn so etwas gezaubert werden kann. Ihr Löwen, Affen, Elefanten und sonstiges Getier, verzeihet mir.

Ab jetzt beginnt aber das Ah und Oh in Erstaunen über die kunstvoll zusammengesetzten Parallelwelten, die farbenfroh Gebirge, Steppe, Urwald und Wasser leuchtend repräsentieren. Natürlich ist das Begeisterung pur und die Kamera kann kaum festhalten, was man hier schaut und erlebt. Wie viel Mühe in den liebevoll gestalteten Lichterwelten steckt, kann man nur erahnen und vergisst das launische Wetter. Noch nie hat es bei solch einem Spaziergang so fast gar keine Rolle gespielt. Gegen die Winde sind die Gestalten gut „vertäut“, wie es scheint, und gibt den Blick auf ganze Landschaften mit Krokodilen, riesigen Giraffen und Ohren wackelnden Elefanten frei, sehr zur Belustigung von ein paar Kindern. So kann man auf seiner Entdeckertour viel entdecken und egal wo man hinschaut, die Magie nimmt einen gefangen. Der Glühwein übrigens auch, der immerhin für eine Pause und wärmende Gedanken verantwortlich ist.

Irgendwann kommt man zu den chinesischen Tierkreiszeichen. Die Leute drängeln sich ein wenig, suchen ihr Geburtsjahr, dem ein Tier zugeordnet ist, finden heraus, was ihr Stärken und Schwächen sind und mit welchem Tierkreiszeichen sie am besten verbandelt werden können. Da werden wohl ungeahnte Geheimnisse offenbart, wie so manches Gesicht anschaulich zeigt. Der Blick auf die Tierkreiszeichen lohnt sich allemal. Schon bald oder besser gesagt, nachdem das Auge so viel schon sah, taucht man ein in die Sagenwelt der chinesischen Mythologie. Dreischwänzige seltsame Tiere, Kreaturen in hauchblau und grellem Bunt, furchterregende Fratzen, dazu der Wind, der durch die Bäume fegt, geben schon fast eine mystische Atmosphäre. Irgendjemand sollte noch Nebel hinzufügen, dann wäre die Illusion „perfekter“.

So ist dieser Spaziergang durch die Lichterwelten ein wohl einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Es hat sich mehr als gelohnt. Man nimmt die Kopfbilder mit und ja die Erinnerungen sind in der Kamera gespeichert. So ist es am Ende wie am Anfang des Weges.

Einfach nur Magie.

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