Den Anschluss verloren? Nichts geht mehr beim Lernen?

Dann ist vielleicht das Produktiven Lernen das Richtige! | Michas Welt - Sonstiges
von Michael Waldow

In der Gemeinschaftsschule Heinrich-Heine in Halle-Neustadt gibt es neben vielen interessanten Projekten unter anderem auch das Produktive Lernen. Das Projekt wird durch mit Mittel des Europäischen Sozialfonds finanziert und umfasst jeweils eine 8. und eine 9. Klasse. Das Ziel ist das Erreichen des Hauptschulabschlusses.

Für einige wenige Schüler kann sogar durch einen qualifizierten Hauptschulabschluss die 10. Klasse möglich gemacht werden. Dazu braucht es auch einigen Fleißes.

Das Produktive Lernen hat sich weiten Teilen vom 45 Minuten Frontalunterricht gelöst und stellt nicht das Abarbeiten von bloßem Schulstoff in den Vordergrund. Der Schüler muss also nicht alles wissen, sondern er soll wissen, wo er dein Wissen findet und wie er es verarbeiten kann. Die Idee steckt schon im Wort. Produktives Lernen verbindet praktische Arbeit an drei Tagen in der Woche mit einem besonderen Lernsystem an zwei Tagen in der Woche. Da das Schuljahr in Trimestern eingeteilt ist (also drei Teile jeweils von Anfang des Schuljahres – Dezember, Dezember bis März und März bis Ende des Schuljahres), gibt es dreimal Zeugnisse mit einer Beurteilung. In jedem Jahr sollte so jeder Schüler drei Praxisbetriebe besuchen, wo man sich beweisen kann oder erst einmal die Tätigkeiten kennenlernt. Vielleicht merkt dann dieser oder jener, welcher Beruf ihm liegt oder sogar welche Berufe gar nichts für ihn sind, beides ist von Vorteil.

Ob ehemalige Schulbummelanten, Mobbingopfer, oder auch Lernunwillige, 80 % der Schüler des Produktiven Lernens haben einen Hauptschulabschluss geschafft, obwohl die Institution Schule und manchmal auch die Eltern sie schon aufgegeben hatten. Freilich ein paar ganz Störrische bleiben auch bei uns auf der Strecke.

Im Produktiven Lernen der Gemeinschaftsschule Heinrich-Heine in Halle-Neustadt kann sich jeder anmelden, der schon ein paar Mal sitzen geblieben ist oder deren Abschluss fraglich ist. Es wird ein umfassendes Aufnahmegespräch geführt und in den ersten sechs Wochen des neuen Schuljahres kann er/sie sich entscheiden, ob diese Lernform die Richtige ist. Erst dann erfolgt die reguläre Aufnahme ins Produktive Lernen oder er/sie geht bei Nichtgefallen zurück an seine Schule. Nach den sechswöchigen Orientierungsphase gehen die Schüler an drei Tagen in der Woche an den Praxisplatz arbeiten und an zwei Tagen in die Schule.

An den zwei Tagen in der Woche haben die Schüler Mathematik, Deutsch, Englisch, Kommunikation und einen Lernbereich, in dem die Naturwissenschaften Eingang finden. Die Schüler bekommen Punkte mit Ausnahme des Zeugnisses der neunten Klasse, wo nach einem Schlüssel Zensuren errechnet werden. Punkte haben den Vorteil, dass man sie nach einem schlechten Tag verbessern kann. Zwei Lehrer decken den gesamten Unterricht ab, was den Vorteil hat, dass Schüler sich nicht dauernd umstellen müssen, allerdings hat es auch einen Nachteil für die, die es gewohnt sind, Lehrer auszutricksen. Das individuelle Lernen, das Entwickeln von eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten steht bei uns im Vordergrund.

Das Produktive Lernen verfügt über einen Computerraum mit Laptops für jeden Schüler, sowie eine umfangreiche Bibliothek. Unsere Schüler werden sowohl digital und analog als auch audiovisuell ausgebildet. Bei uns steht das individuelle Lernen im Vordergrund. Während der Corona-Krise haben wir ohne Probleme eine digitale Lernplattform für die Schüler, ohne sie zu überlasten, eingerichtet. Die Lehrer waren fast rund um die Uhr wegen Fragen per WhatsApp, Telefon oder E-Mail erreichbar.

Einen großen Raum nimmt Ende der achten, Anfang der neunten Klasse auch die Bewerbung der Schüler ein. So werden Bewerbungsschreiben geübt und ein Besuch des BBZ ist eingeplant.

Jeder Schüler hat einen persönlichen Lernplan, der entsprechend seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten angelegt ist. Für uns ist es wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen wieder den Anschluss an das Lernen bekommen und zum selbstständigen Lernen angeregt werden. Auswendig lernen muss man bei uns so gut wie gar nichts, da immer alles genutzt werden kann (Internet, Handy, Bücher usw.) Natürlich müssen die Schüler auch eine Art Präsentation jedes Trimesters machen, um ihre Arbeiten am Praxisplatz oder im Lernbereich vorzustellen.

Eine Anmeldung erfolgt über die Internetseite der Schule, schriftlich, telefonisch oder per E-Mail.

 

Gemeinschaftsschule Heinrich Heine
Produktives Lernen
Hemingwaystr. 01
06126 Halle /Saale

www.gmsheine.de
pl-halle@t-online.de

 

Beitrag Teilen

Zurück