Pro-​Kopf-Arbeitszeit 2019 in Sachsen-​Anhalt mit 1 439 Stunden erneut über Bundesdurchschnitt

Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

In Sachsen-​Anhalt wurden 2019 von den 1,005 Mill. Erwerbstätigen 1 446,2 Mill. Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-​Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 439 Stunden. Die durchschnittliche Pro-​Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen sank damit um 7 Stunden gegenüber 2018 und lag mit 56 Stunden jedoch noch über dem Bundesdurchschnitt. Die durchschnittliche Pro-​Kopf-Arbeitszeit liegt seit 2000 über dem Bundesdurchschnitt.

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ mitteilt, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, welches die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen am Arbeitsort umfasst, gegenüber 2018 um 5,9 Mill. Stunden auf 1 446,2 Mill. Stunden (-0,4 %). Hauptursachen für das geringer gewordene Arbeitsvolumen sind neben einer Abnahme der Vollzeitbeschäftigung der Anstieg von Teilzeitbeschäftigung und eine Zunahme der Ausfallzeiten durch Krankheit. Die Zahl der Erwerbstätigen stieg im Jahresdurchschnitt 2019 leicht um 500 Personen auf 1,005 Mill. Personen (+0,1 %).

Unterschiedliche Entwicklungen gab es in den einzelnen Wirtschaftsbereichen. Das Arbeitsvolumen sank besonders in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (-5,3 %) und Finanz-​, Versicherungs-​ und Unternehmensdienstleister, Grundstücks-​ und Wohnungswesen (-2,9 %). Nur im Bereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit; Private Haushalte (+1,2 %) war ein Anstieg zu verzeichnen.

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden im Baugewerbe mit 1 608 Stunden und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei mit 1 588 Stunden geleistet. Am kürzesten war die durchschnittliche jährliche Pro-​Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 399 Stunden), in denen Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-​, Teilzeit-​, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-​Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2019 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt-​ und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom August 2020. Dabei wurden auch die Jahre ab 2015 überarbeitet.

Weitere Informationen und Ergebnisse zum Thema Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite  des Statistischen Landesamtes Sachsen-​Anhalt oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ unter www.aketr.de abgerufen werden.

Beitrag Teilen

Zurück