Falsche Initiative fordert Alkoholverbot für Laternenfest

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Stadtgeschehen | Aktuelles
von Tobias Fischer

Eine gefälschte Pressemitteilung der Bürgerinitiative Paulusviertel sorgt derzeit für Aufregung in der Stadt. Darin wird ein Alkoholverbot für das Laternenfest gefordert, um Verhältnisse wie in Großbritannien zu verhindern. Es bestehe die Gefahr, dass Halle negativ in die Schlagzeilen gerate

Falsche Initiative fordert Alkoholverbot für Laternenfest

Eine gefälschte Pressemitteilung der Bürgerinitiative Paulusviertel sorgt derzeit für Aufregung in der Stadt. Darin wird ein Alkoholverbot für das Laternenfest gefordert, um Verhältnisse wie in Großbritannien zu verhindern. Es bestehe die Gefahr, dass Halle negativ in die Schlagzeilen gerate. Deshalb müssten auch Anti-Konflikt-Teams zum Einsatz kommen und die Besucher auf mitgebrachte Alkoholika hin untersucht werden. Die Händler dürfen, so die Forderung im Schreiben, auch nur noch Brause, Wasser und Saft verkaufen. Weil durch den untersagten Alkoholverkauf Einnahmen ausbleiben, sollen die Händler von der Stadt entschädigt werden.

Doch bei der Bürgerinitiative weist man das Schreiben zurück. Auch wenn es ihren Namen trage, der Verein sei nicht der Urheber und habe auch niemals ein derartiges Thema angeschnitten.

Bleibt die Frage, wer sich die Mühe macht, ein solch langes Schreiben aufzusetzen. Auf Seite 2 können sie die gefälschte Mitteilung lesen:
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Rettet das Laternenfest!
Warum nur ein absolutes Alkoholverbot das Fest vor seinem Untergang bewahren kann

Wir als Bürgerinitiative Paulusviertel veranstalten jährlich das beliebte Stadtteilfest um die Pauluskirche. Uns liegt viel daran, unterschiedlichste Menschen zusammenzuführen, damit man gemeinsam – und über alle Unterschiede hinweg – ein fröhliches und friedliches Fest feiern kann. Auch wenn es in diesem Jahr einige organisatorische Probleme gab, so zeigte das Paulusfest in den Vorjahren, wie ein vernünftiges und harmonisches Miteinander funktionieren kann. Auch das Laternenfest war ursprünglich eine solche Veranstaltung, auf der man viele Menschen treffen und sich einfach wohlfühlen konnte. Die Gegend um die Saale ist eine ideale Kulisse für eine Zusammenkunft aller Hallenser. Seit einigen Jahren gibt es allerdings Entwicklungen, die uns am Sinn dieser Großveranstaltung zweifeln lassen. So schön es ist, ein so vielfältiges Programm an Veranstaltungen, Ständen und Kleinkunst anzubieten, so schockierend ist es auch, wenn man abends über die Peißnitz schlendert. Überall laufen schwer alkoholisierte Jugendliche umher, die ihresgleichen aber auch ältere Leute beleidigen und bedrohen. Manch einer der Täter ist noch nicht einmal volljährig. Die Polizei muss bei jedem Laternenfest mehrfach bei Schlägereien und Diebstahldelikten eingreifen und auf dem ganzen Gelände liegen Glasscherben, so dass man sich kaum traut, über die Wiesen zu laufen. Jedes Jahr müssen mehr und mehr Hunde mit Schnittverletzungen an den Pfoten behandelt werden, da rücksichtslose Menschen ihr Glas einfach auf der Straße oder den Wegen zerschlagen. Dass der Rasen nach den drei Tagen des Laternenfestes schwer beschädigt ist, lässt sich leider nicht verhindern. Dass aber Glasflaschen in die Saale geworfen werden oder in die Waldstreifen am Rande des Geländes massenhaft uriniert wird, ist einfach nicht hinzunehmen. Der überregionale Ruf der Stadt Halle wird auf diese Weise nachhaltig und völlig unnötig geschädigt. Wir wollen hier keine Verhältnisse, wie sie derzeit in Großbritannien herrschen! Für uns kann es daher nur eine Möglichkeit zur Rettung unseres Laternenfestes geben: absolutes Alkoholverbot. Was vielen Menschen vielleicht ungut aufstößt, hat viele Gründe, über die sich nachzudenken lohnt. Alkoholbedingte Schlägereien werden so vermieden, Pöbeleien unterbleiben und die Polizei spart Einsatzzeit und damit Geld, das an anderen Stellen notorisch fehlt. Außerdem wird es viel weniger Glasscherben in der Gegend um und auf der Peißnitz geben. Wir fordern daher, dass an allen Zugängen zum Veranstaltungsgelände die Gäste auf mitgebrachte Alkoholgetränke untersucht werden. Alkoholika sind dann abzugeben und können beim Verlassen des Geländes wieder abgeholt werden. An die Besucher soll zudem ein Aufklärungsflugblatt ausgeteilt werden, damit auch sie sehen, wie wichtig diese Maßnahme ist. Zudem dürfen auf dem ganzen Gelände keine alkoholhaltigen Getränke ausgeschenkt werden; die Händler sind dafür von der Stadt angemessen zu entschädigen. Zusätzlich sollen freiwillige Anti-Konfliktteams auf den Fest unterwegs sein, die Menschen vom Alkoholverzicht überzeugen und mögliche Streits schlichten sollen. Hierfür würden sich auch einige unserer Mitglieder zur Verfügung stellen.

Gewiss, es gibt nur wenige schwarze Schafe und den Alkoholtrinkenden; diese machen uns aber das ganze Fest zunichte, so dass es nur diese Lösung geben kann. Wir sind bereit, gemeinsam mit der Stadt an einer für alle tragbaren Umsetzung unserer Forderung nach einem völligen Alkoholverbot zu arbeiten, damit wir wieder gemeinsam und friedlich unser Laternenfest genießen können.

Bürgerinitiative Paulusviertel

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