Gedenk- und Bildungsstätte «Roter Ochse»

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von Tobias Matussek

Die seit fast zwei Jahren wegen Umbaus und Sanierung geschlossene Gedenkstätte «Roter Ochse» in Halle präsentiert sich ab November mit neuer Dauerausstellung und neuem Konzept. «Wir wollen nicht nur Gedenk-, sondern auch Bildungsstätte sein», sagte am Mittwoch, 25. Mai 2005, Lutz Miehe, Referatsleiter Gedenkstätten beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt

Gedenk- und Bildungsstätte «Roter Ochse»

Die seit fast zwei Jahren wegen Umbaus und Sanierung geschlossene Gedenkstätte «Roter Ochse» in Halle präsentiert sich ab November mit neuer Dauerausstellung und neuem Konzept. «Wir wollen nicht nur Gedenk-, sondern auch Bildungsstätte sein», sagte am Mittwoch, 25. Mai 2005, Lutz Miehe, Referatsleiter Gedenkstätten beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. So werde es Forschungs-, Schul- und Arbeitsräume geben, in denen sich die Besucher auf individuelle Weise mit der Geschichte des Hauses und den dort in mehr als 50 Jahren verübten Menschenrechtsverletzungen bekannt machen können.

Die 1842 in Betrieb genommene Haftanstalt «Roter Ochse» war ab 1933 Gefängnis und Schutzhaftlager und ab 1935 Zuchthaus für überwiegend politische Gefangene des nationalsozialistischen Regimes. 1942 wurde eine Richtstätte eingebaut, in der Todesurteile an 549 Gefangenen aus 15 Ländern vollstreckt wurden. In der künftigen Dauerausstellung wird diese Zeit im Erdgeschoss dokumentiert. Kernstück ist die ehemalige Richtstätte.
Ab Juli 1945 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gefängnis als Haft- und Internierungslager. Von 1950 bis 1989 durchliefen mehr als 6500 Gefangene den «Roten Ochsen», der als Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR fungierte. Die Geschichte dieser Menschen soll nach den Worten von Miehe Schwerpunkt der Ausstellung im zweiten Obergeschoss sein.

Bereits 1996 war in dem ehemaligen Verhör- und Wirtschaftsgebäude des MfS eine Gedenkstätte für die Opfer politischer Verfolgung von 1933 bis 1989 eingerichtet worden. Das Alter des Gebäudes und neue Untersuchungen machten jedoch eine Sanierung und Neugestaltung notwendig, die in enger Zusammenarbeit mit den Opferverbänden erfolgte. Vier Millionen Euro Landesmittel standen für den Umbau zur Verfügung.

(Quelle: Stadt Halle)

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