HFC-Fans packen an

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Vereinsleben | Aktuelles
von Tobias Fischer

(ens) “Randale beim HFC”, “Krawalle beim Fußballspiel” - die Schlagzeilen nach dem Fußball-Landesderby Hallescher FC gegen den 1. FC Magdeburg waren deutlich und verfehlten auch ihre Wirkung nicht. Mal wieder stand der Hallesche FC am Pranger, mal wieder droht dem Fußballclub eine saftige Geldstrafe

HFC-Fans packen an

(ens) “Randale beim HFC”, “Krawalle beim Fußballspiel” - die Schlagzeilen nach dem Fußball-Landesderby Hallescher FC gegen den 1. FC Magdeburg waren deutlich und verfehlten auch ihre Wirkung nicht. Mal wieder stand der Hallesche FC am Pranger, mal wieder droht dem Fußballclub eine saftige Geldstrafe. Doch waren es Krawalle? “Nein”, sagen die Fans. “Trotz aller Feinschaft zwischen Halle und Magdeburg ist nichts passiert”, freute man sich am Donnerstag bei einer Zusammenkunft mit Innendezernent Bernd Wiegand im Fanhaus am Kurt-Wabbel-Stadion. Doch was hatte das Fußballspiel in die Schlagzeilen gebracht? Gezündete Böller in den Fanblöcken. Genau deshalb musste der Schiedsrichter das Spiel zweimal unterbrechen. Zwei, drei Fotos geschossen, und schon war das Bild perfekt: eine von Pyrotechnik hell erleuchtete HFC-Fankurve sieht eben, richtig in Szene gesetzt, bedrohlich und nach viel Krawall aus. Es war Kritik an der reißerischen Aufmachung in den Medien, die die Fans anmerkten. “Die MZ war fast noch reißerischer als die Bild”, bemerkte ein Fan. Sauer aufgestoßen ist den Fans auch die Vorverurteilungen in der Berichterstattung vor dem Spiel, in der sich Landespolitiker bereits in gewisser Weise abschätzig äußerten. Eine Auseinandersetzung zwischen Medienvertretern und Fans wäre durchaus möglich gewesen, immerhin hatte die Stadtverwaltung auch die Presse zu dem Treffen eingeladen. Doch bis auf ein Kamerateam eines Fernsehsenders, das kurz filmte und wieder verschwand, waren Fans und Stadtverwaltung unter sich.

Dabei gab es viel zu erzählen, auch über Projekte der Fanszene des HFC. So wurden zum Landesderby zwei Rollstuhlfahrer abgeholt und von Fans ins Stadion gefahren. Vor zwei Monaten wurde die Kita “Frohsinn” der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft am Thüringer Bahnhof saniert. Als nächstes wollen die Fußballfans im April in der Kita “Villa der fröhlichen Kinder” am Neuwerk anpacken, zwei Räume sanieren. Auch ein Kinderfest ist bei den Fans in Planung. Warum das alles? Um dem HFC ein besseres Image zu geben. “Wir haben mit diesen Aktionen gezeigt, dass wir nicht die bösen sind”, meinte einer der Fans.

Wichtig ist den Fans auch das geplante Stadion. In den Planungsprozess wollen sie stärker mit eingebunden werden, ebenfalls konkrete Ideen einbringen, wie die Arena später einmal aussehen könnte. Eine Orientierung sehen die Fans an den Stadien in Jena, Union Berlin (alte Försterei) oder dem Entwurf zum Poststadion von Tennis-Borussia. “Ein Stadion soll Emotionen transportieren”, meinte Nils Jahnke, im Fanszene e.V. mit dem Thema Stadion betreut. Die Befürchtung sei jedoch, dass man an der Zukunft vorbeibaut. Das werde nicht geschehen, so Sportdezernent Bernd Wiegand. “Wir sind noch in der internen Abstimmung und werden dann offensiv nach Außen auftreten.” Den Fans werden ebenfalls die zur Diskussion stehenden Varianten vorgelegt, diese könnten sich dann dazu äußern. “Aber wir brauchen zunächst eine Ausgangssituation für eine Diskussion.”

Thematisiert wurde auch kurz das Alkoholverbot im und am Stadion. Dabei werde nämlich mit zweierlei Maß gemessen. Wer im normalen Block sitzt, bekommt nur alkoholfreies Bier. Im VIP-Bereich werde jedoch munter weiter ausgeschenkt. Dieser Sache will sich Dezernent Wiegand annehmen.

Nun gilt es noch, wieder mehr Fans, vor allem Familien, ins Stadion zu locken. Das soll zum einen eben damit erreicht werden zu zeigen, dass Fußballfans doch nicht gefährlich sind. Zum anderen soll aber in der Stadt auch auf bevorstehende Heimspiele des HFC hingewiesen werden. An Brücken und möglicherweise auch am Marktplatz sollen kleine Banner auf die Fußballpartien hinweisen, wünschen sich die Fans. Die Stadt muss hierzu Gespräche mit der DSM führen, die exklusiv die Stadtwerbung in Halle vermarktet.

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