Halle und die Eigentümerpflicht

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Winter | Aktuelles
von Tobias Matussek

Diese Woche appellierte die Stadtverwaltung von Halle an Hausbesitzer, ihren Räumpflichten nachzukommen. Doch offenbar sieht man es selbst mit den eigenen Pflichten nicht ganz so eng. Denn auf dem Fußweg in der Großen Märkerstraße müssen Fußgänger vor dem Haus Nummer 5 durch tiefen Schneematsch waten – während vor den Häusern nebenan geräumt ist

Halle und die Eigentümerpflicht

Diese Woche appellierte die Stadtverwaltung von Halle an Hausbesitzer, ihren Räumpflichten nachzukommen. Doch offenbar sieht man es selbst mit den eigenen Pflichten nicht ganz so eng. Denn auf dem Fußweg in der Großen Märkerstraße müssen Fußgänger vor dem Haus Nummer 5 durch tiefen Schneematsch waten – während vor den Häusern nebenan geräumt ist.

Vielleicht ist es ja ein Vorbote auf den bevorstehenden Eigentümerwechsel? Immerhin befindet sich die Stadt in Verhandlungen mit einem Investor. Und ist zuversichtlich. Mehrere denkmalgeschützte Gebäude in Halle habe er bereits saniert, war beim Neujahrsempfang zu vernehmen. Auf knapp 5 Millionen Euro schätzt die Stadt die Sanierungskosten des maroden, 400 Jahre alten Gebäudes.

Die Stadt hatte das geschichtsträchtige Gebäude für 1250 Euro im vergangenen Jahr von der Bayrischen Hypovereinsbank erworben. Das Kreditinstitut wollte hier 1991 eine Bankfiliale einrichten. Aus den Plänen wurde nichts, das Gebäude verfiel und ist mittlerweile einsturzgefährdet.

In dem Haus hatte unter anderem Richard von Volkmann gelebt. Vor allem als Chirurg hatte er sich einen Namen gemacht und brachte unter dem Pseudonym Leander die „Träumereien an französischen Kaminen“ heraus. Auch der Mediziner Justus Christian Loder, damals Anatomie-Lehrer von Goethe, wohnte in dem Haus. Ebenfalls zu Hause war hier der frühere Regierungskanzler, Hofpfalzgraf und Hofrat Justus Henning Boehmer. Weitere Bekannte Bewohner waren der Biologe Georg Friedrich Kaulfuss, der Gynäkologe Wilhelm Hermann Niemeyer und der Physiker Herman Knoblauch.
Bereits in der Vergangenheit wurden Ideen für das Haus geschmiedet. Die Stuttgarter Architekturstudentin Sonia Calvente konnte sich das Haus beispielsweise als Businesshotel vorstellen.

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