Hallenser immer zufriedener und stehen mehr hinter ihrer Stadt

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Auswertung der Bürgerumfrage | Aktuelles
von Tobias Fischer

Am Donnerstag haben Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und Professor Reinhold Sackmann vom Soziologischen Institut der Martin-Luther-Universität die Ergebnisse der mittlerweile 10. Bürgerumfrage vorgestellt. Eine wichtige Kernaussage am Anfang: die Hallenser sind immer zufriedener mit ihrem Leben, die Quote stieg auf 66 Prozent

Hallenser immer zufriedener und stehen mehr hinter ihrer Stadt

Am Donnerstag haben Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados und Professor Reinhold Sackmann vom Soziologischen Institut der Martin-Luther-Universität die Ergebnisse der mittlerweile 10. Bürgerumfrage vorgestellt. Eine wichtige Kernaussage am Anfang: die Hallenser sind immer zufriedener mit ihrem Leben, die Quote stieg auf 66 Prozent. Und sie stehen auch zu Halle. 59,8 Prozent fühlen sich mit ihrer Stadt sehr eng verbunden. Der bisherige Höchststand. Mit 36,7 Prozent hatte es 1995 den absoluten Tiefststand gegeben. Von 6000 befragten Einwohnern haben 2925 geantwortet.

Neben den seit 10 Jahren kontinuierlich gestellten Fragen gab es aber auch einen speziellen Fragenkomplex. Gefragt wurde dabei unter anderem nach der Zukunft der Kleingärten. Denen droht, so die Befürchtung, ein drastischer Mitgliederschwund. „Das muss nicht sein“, findet Professor Sackmann. Ein Drittel der Hallenser hat einen Schrebergarten. Jeder Zehnte davon will seinen Kleingarten mittelfristig aufgeben. Zahlen, die zunächst Sorgen bereiten könnten. Doch 8,7 Prozent aller Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, sich einen Kleingarten zuzulegen. „Das Potential ist da“, freut sich Planungsdezernent Thomas Pohlack. Denn in Zahlen ausgedrückt heißt das: 69 Befragte wollen einen Kleingarten aufgeben, rund 200 können sich vorstellen, neuer Kleingartenbesitzer zu werden. „Das ist für uns eine überraschende Aussage“, so Pohlack. Denn es gebe immer wieder Anträge von Grundstücksbesitzern, Kleingartensparten in Wohngebiete für Einfamilienhäuser umzuwandeln. Das wird erstmal nicht passieren. „Wir bleiben auf dem status quo, keine Anlagen liquidieren“, so der Beigeordnete. Doch damit nicht das böse Erwachen kommt, muss laut Professor Sackmann einiges passieren. „Wir brauchen einen Imagewechsel.“ Die Sparten müssten anfangen ihr Profil zu ändern und auf jüngere Menschen zugehen, ihnen Angebote unterbreiten. Denn jeder zweite Schrebergärtner ist älter als 60.

Befragt wurden die Teilnehmer auch nach dem Internetangebot der Stadt. Jeder dritte nutzt die Homepage, vorrangig aber zur Informationsbeschaffung. E-Government macht bislang nur einen geringen Teil aus. Hier sieht Professor Sackmann größere Chancen. Und Oberbürgermeisterin Szabados will die älteren Hallenser auf die Internetseite locken, für Rentner optimieren. „Vielleicht müssen wir da die Schrift größer machen“, so Szabados als Beispiel.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wohnen im Alter. 71 Prozent der Befragten wollen auch im Alter in ihrer Wohnung leben. Eine Alternative wären für 48 Prozent betreute Wohnformen und für 32 Prozent Wohn- und Hausgemeinschaften mit anderen Älteren.

Auf einer Skala von eins (sehr schlechter Ruf) bis fünf (sehr guter Ruf) konnten die Befragten die Beliebtheit von Stadtteilen einschätzen. Platz eins mit einer durchschnittlichen Note von 4,24 ging an Dölau, gefolgt von Kröllwitz und dem Paulusviertel. „Das Ergebnis für das Paulusviertel hat uns überrascht“, so Sackmann. Das liege vor allem an dem großen bürgerschaftlichen Engagement im Viertel. Mit 1,84 hat die Silberhöhe den schlechtesten Ruf, gefolgt von Neustadt (2,45). Die Bewohner der Stadtteile selbst bewerten ihre Wohnquartiere allesamt deutlich besser, vor allem die Einwohner in den Plattenbaugebieten finden ihr Viertel deutlich besser als der Gesamtruf. Spitzenreiter mit 4,6 ist Heide-Süd, was in der Gesamtwahrnehmung nur eine Note von 3,92 bekam. Ausreißer ist die südliche Innenstadt, unter anderem mit Glaucha. Der Ruf von Außen ist besser als die Einschätzung der Bewohner. „Die Wohnzufriedenheit war hier schon immer gering“, sagte Steffen Fliegner vom Ressort Stadtentwicklung und Freiraumplanung der Stadtverwaltung. Ausgewertet wurde auch der Verdienst der Hallenser, den man parallel zum Ruf der Stadtteile legen könnte. In Dölau, Kröllwitz und Heide-Süd gibt es die meisten Menschen, die mehr als 2500 Euro verdienen. In Silberhöhe und Neustadt die wenigsten. Genau umgekehrt ist es bei den Geringverdienern, also Menschen die weniger als 600 Euro haben.

Am wichtigsten für die Hallenser ist mit 73 Prozent der Schutz vor Kriminalität. Es folgen Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten, die für 64 Prozent der Befragten wichtig sind – allerdings sind im Umkehrschluss nur 17 Prozent zufrieden mit den Angeboten. Auch die Versorgung mit Ärzten und Krankenhäusern sowie Ausbildungsplätzen bewerten die Hallenser als wichtigen Punkt.

Der kontinuierliche Abriss in den Plattenbaugebieten stößt auf ein positives Echo bei den Hallensern. 63 Prozent der Befragten begrüßten den Abriss, 79 Prozent lobten die Begrünung der ehemals bebauten Flächen. Die Aufwertung der Altbauviertel und die Sanierung verfallener Häuser erzielen mit je rund 70 Prozent ebenfalls einen hohen Wert.

Nicht ausgewertet wurde die umstrittene Frage nach Ausländern und Hundekot. Teilnehmer sollten hierbei entscheiden, von was sie sich mehr gestört fühlen. Dies hatte für heftige Kritik bei zahlreichen Verbänden und Vereinen gesorgt und auch den halleschen Stadtrat beschäftigt.

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