Offener Brief des Aktionsbündnisses an Bombardier-Chef

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von Tobias Fischer

Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler hat sich als Sprecherin des Aktionsbündnisses Ammendorf im einem Schreiben an Paul Tellier, Chef von Bombardier International, Montreal, Canada gewandt. Darin heißt u. a. „Die geplante Schließung unseres Waggonbauwerkes Halle-Ammendorf haben wir mit großer Bestürzung und tiefer Sorge vernommen. Das Werk mit seiner 180-jährigen Tradition ist das letzte strukturbestimmende Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes in Halle (Saale). Obwohl das Werk eines der modernsten Europas ist und über eine hochqualifizierte Belegschaft verfügt, nimmt Bombardier es in Kauf, die Region Halle (Saale) wirtschaftlich nachhaltig zu schädigen. Die Schließung des Werkes führt zum Verlust von 750 Arbeitsplätzen und darüber hinaus betrifft es nochmals 2.000 Arbeitsplätze bei regionalen Zulieferern, Handwerkern, Dienstleistern und Händlern. Letztere, aber auch die Kultur- und Sporteinrichtungen würden die Kaufkraft schmerzlich vermissen. Durch den Steuerausfall wird die finanzielle Not der Stadt noch größer und die Gefahr der Verschärfung des sozialen Klimas ist gegeben.“

Offener Brief des Aktionsbündnisses an Bombardier-Chef

In ihrem Brief weist die Oberbürgermeisterin sehr deutliches daraufhin, dass zu befürchten sei, dass „noch mehrere Institutionen und Firmen der Stadt den Rücken kehren werden und Arbeitsplätze auf Dauer weder gehalten werden noch entstehen können. OB Häußler appellierte an den Bombardier Konzern, seine soziale Verantwortung als Großunternehmen für die Menschen und die Region wahrzunehmen: „Der gute soziale Ruf, den Bombardier in Kanada genießt, muss auch Verpflichtung für den Standort Halle-Ammendorf sein.“ Weiter heißt es in dem Brief: „Als Mitglieder des Aktionsbündnisses „Pro Ammendorf“ sind wir an einem Fortbestehen des Werkes sowie an einer Zusammenarbeit mit Bombardier stark interessiert. Wir fordern Sie auf, die bestehende Standortvereinbarung bis zum 31. Dezember 2006 einzuhalten, diese Zeit zu nutzen, das Werk konzeptionell neu auszurichten und dabei die Produktion von Schienenfahrzeugen nicht auszuschließen. Angesichts einer Arbeitslosenquote von durchschnittlich 20 % ist die Schaffung von alternativen Arbeitsplätzen leicht gesagt, die Realität in Form von Neuansiedlungen ist jedoch eine andere. Geben Sie die Schließungspläne auf und schaffen Sie mit allen für das Werk Halle-Ammendorf verantwortliche Kräften eine dauerhafte Zukunft für den Standort und seine leistungsfähige Belegschaft!“

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