Steintor-Umbau: Land gesprächsbereit

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Bauvorhaben | Aktuelles
von Tobias Fischer

Man muss erst selbst Erfahrungen sammeln, um die Brisanz des Problems zu erkennen. Seit seine Enkelin in Halle (Saale) studiert, muss Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre öfter mal selbst über die Steintor-Kreuzung fahren. “Wenn man mit Fahrer unterwegs ist bekommt man das ja gar nicht so mit”, meinte der Minister und stellte fest: “man muss einfach nur drauf los fahren, um drüber zu kommen

Steintor-Umbau: Land gesprächsbereit

Man muss erst selbst Erfahrungen sammeln, um die Brisanz des Problems zu erkennen. Seit seine Enkelin in Halle (Saale) studiert, muss Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre öfter mal selbst über die Steintor-Kreuzung fahren. “Wenn man mit Fahrer unterwegs ist bekommt man das ja gar nicht so mit”, meinte der Minister und stellte fest: “man muss einfach nur drauf los fahren, um drüber zu kommen.” Doch angesichts des neuen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrums in der Emil-Abderhalden-Straße und des geplanten Parkhauses anstelle des Julius-Kühn-Hauses wird in diesem Bereich der Verkehr auch noch zunehmen. “Wir müssen das Steintor so schnell wie möglich umbauen”, so der Verkehrsminister. Mehr als 8 Millionen Euro könnte das Land bereit stellen. “Noch haben wir das Geld”, meinte er mit Blick auf in Zukunft sinkende Städtebau-Fördermittel und des auslaufenden Solidarpaktes. Auch am städtischen Eigenanteil soll es nicht scheitern, ergänzt Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados.

Das sind Aussagen, die bei Baudezernent Thomas Pohlack die Augen leuchten lassen. Er hat schon seit Jahren Pläne für einen Umbau in der Schublade. Nun bringt der Verkehrsminister einen Umbau im Jahr 2012 ins Gespräch. Ob es zu diesem Zeitpunkt tatsächlich losgehen kann, ist jedoch noch ungewiss. Angesichts weiterer Baustellen der HAVAG müssen mit dem Verkehrsunternehmen noch Abstimmungen getroffen werden. Verkehrsminister Daehre will deshalb nun alle Seiten an einen Tisch holen, um die Planungen zu forcieren.

Die größte Neuerung: ein “fußgängerfreundliches Forum” in der nördlichen Verlängerung der Großen Steinstraße. Im jetzigen Haltestellenbereich vor Steintor Varieté und Sparkasse sollen in Zukunft Autos tabu sein. Sie fahren künftig aus Richtung Joliot-Curie-Platz kommend direkt vor der Grünanlage nach rechts auf die Krausenstraße zu, Autofahrer aus Richtung Norden werden über die Magdeburger Straße bis zur Kreuzung Krausenstraße geleitet. Nur noch Fußgänger, Radfahrer und die Straßenbahn werden künftig den Bereich vorm Varieté nutzen dürfen. Geplant ist die Schaffung eines Durchgangs vom Steintor hin zum neuen Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zentrum. Auch das soll zur Belebung beitragen. Die genaue Realisierung ist noch unklar. Zwei Varianten sind im Gespräch. So könnte der jetzige Technik-Gang es Varietés zu einer Fußgängerpassage ausgebaut werden. Doch auch der Abriss eines benachbarten Hauses erscheint nicht unwahrscheinlich, wie Planungsdezernent Pohlack gegenüber HalleForum.de sagte.

Einen Kreisverkehr soll die Kreuzung Berliner Straße / Paracelusstraße bekommen. Die Kreuzung zur Ludwig-Wucherer Straße hin wird künftig mit Ampeln geregelt und ebenfalls komplett neu gestaltet. Um die Unfallgefahren zu minimieren und auch den Verkehr flüssiger zu gestalten, wird ein direktes Abbiegen aus Richtung Magdeburger Straße nicht möglich sein, Autofahrer sollen stattdessen den folgenden Kreisverkehr Berliner Straße nutzen.

Auch die Gleisanordnung der Straßenbahn wird geändert. Statt bislang vier Haltestellen “Am Steintor” wird es in Zukunft nur noch zwei im Bereich des Varietés geben. Die beiden Stationen an der Galerie “dieschönestadt” in der Magdeburger Straße, aktuell durch die Straßenbahnlinie 12 genutzt, entfallen. Für Trams vom Riebeckplatz in Richtung Norden beziehungsweise die Gegenrichtung werden ab der Kreuzung Krausenstraße in Richtung Große Steinstraße neue Gleise verlegt. Dadurch ist die Nutzung der gemeinsamen behindertengerecht umzubauenden Haltestellen mit allen anderen Linien möglich. Daneben werden die Gleise auch als Wendeschleife konzipiert, so dass im Havariefall eine innerstädtische Wendemöglichkeit für Straßenbahnen bereitsteht.

Die Gesamtkosten für den komplexen Umbau werden im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen. 7 Millionen Euro kosten allein die Kreuzungsbereiche Berliner Straße und Ludwig-Wucherer-Straße.


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