In Halle (Saale) wird es Pink

Gleichberechtigung | Aktuelles
von hallelife.de | Redaktion

Halle (Saale) zeigt Farbe: Der Rote Turm, die Kunststiftung Moritzburg Halle (Saale) und die Veranstaltungslocation Turm e. V. in der Moritzburg werden zum Welt-Mädchentag am 11. Oktober in Pink erstrahlen. Mit dieser Beleuchtungsaktion macht die Kinderrechtsorganisation Plan International in Halle (Saale) und vielen weiteren Städten Deutschlands auf die Situation von Mädchen weltweit aufmerksam.

Bundesweit werden bekannte Wahrzeichen und Gebäude in Pink angestrahlt. Auf Initiative von Plan International und seiner ehrenamtlichen Aktionsgruppen setzen dieses Jahr die St. Petri in Hamburg, das Schokoladenmuseum in Köln, das Riesenrad am Ostbahnhof in München, der Rote Turm, die Kunststiftung Moritzburg Halle (Saale) und die Veranstaltungslocation Turm e. V. in der Moritzburg und viele andere bekannte Stätten pinkfarbene leuchtende Zeichen für die Gleichberechtigung.

Direktor der Kunststiftung Moritzburg Halle (Saale), Thomas Bauer-Friedrich: „Mädchen sind in vielen Ländern von Geburt an stark benachteiligt. Der Kreislauf der Armut auf dieser Welt kann jedoch nur nachhaltig durchbrochen werden, wenn Mädchen die gleichen Chancen haben wie Jungen. Vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika hindern Frühverheiratung und Teenagerschwangerschaften Mädchen daran, die Schule abzuschließen. Mit der Beleuchtung des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) wollen wir gemeinsam mit Plan International darauf aufmerksam machen.“

Seit 2003 setzt sich Plan International gezielt dafür ein, dass Mädchen überall auf der Welt die gleichen Möglichkeiten erhalten wie Jungen. Vor allem in den Ländern des globalen Südens sind viele Mädchen benachteiligt und Gewalt oft schutzlos ausgeliefert. Gemeinsam mit Partnern macht sich Plan International darum für die Rechte von Mädchen stark. Der Fokus des Welt-Mädchentages und Plans globaler Kampagne „Girls Get Equal“ liegt darauf, Mädchen weltweit dabei zu unterstützen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen: Mädchen sollen Entscheidungen, die ihr eigenes Leben betreffen, aktiv mitgestalten können.


Zum Welt-Mädchentag der Vereinten Nationen am 11. Oktober legt Plan International dieses Jahr einen besonderen Fokus auf das Thema „Falschinformationen im Netz“ und deren spezielle Auswirkungen auf Mädchen und junge Frauen.


Einige Mitglieder der Plan-Aktionsgruppe Halle (Saale) informieren am Montag, den 11. Oktober vor dem Roten Turm und vor der Kunststiftung Moritzburg Halle (Saale) über die Arbeit von Plan International für mehr Chancengleichheit von Mädchen weltweit.

 

Plan-Aktionsgruppe Halle (Saale)

https://halle.plan-aktionsgruppen.de/

https://www.plan-aktionsgruppen.de/aktions-kalender/

 

Wozu ein Internationaler Mädchentag?

Mädchen sind stark und können zu „Motoren“ ihrer Gesellschaft werden – wenn sie ihre Rechte wahrnehmen können. Doch dafür brauchen Mädchen besondere Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse. Deshalb hat Plan International einen weltweiten Aktionstag für Mädchen gefordert. Die Einrichtung des 11. Oktober als „International Day of the Girl Child“, Internationaler Mädchentag, durch die Vereinten Nationen war nicht nur ein enormer Erfolg für Plan International, sondern auch ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gleichberechtigung. Denn er macht auf internationaler Ebene auf die spezifischen Bedürfnisse und Probleme von Mädchen aufmerksam.

Bereits vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie gingen fast 128 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule (im Primar-, unteren und oberen Sekundarschulalter). Aufgrund der Pandemie waren zeitweilig 767 Millionen Mädchen von den weltweiten Schulschließungen betroffen. Es besteht das Risiko, dass über 11 Millionen der Mädchen nicht zur Schule zurückkehren. Etwa 426 Millionen Kinder leben in von Krisen und Kriegen betroffenen Gebieten. Besonders Mädchen sind in solchen Situationen benachteiligt: Das Risiko, dass sie keine Sekundarschule besuchen, ist mehr als doppelt so groß wie bei Jungen.

Zu den Barrieren, die Mädchen den Zugang zu Bildung erschweren, zählen vor allem Frühverheiratung, Frühschwangerschaft und sexuelle Gewalt. Heute leben weltweit fast 650 Millionen Mädchen und Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Viele dieser Mädchen brechen die Schule ab oder wurden verheiratet, weil sie bereits die Schule abgebrochen hatten. Jedes Jahr bringen 7,3 Millionen Mädchen unter 18 Jahren in Entwicklungsländern ein Kind zur Welt. Aufgrund früher Schwangerschaften gehen Mädchen nicht weiter zur Schule und besuchen keine Sekundarschule. Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt sind die Haupttodesursache bei Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren. Das Risiko bei Mädchen unter 15 ist noch einmal höher. Ein Grund dafür ist: Nur etwas mehr als die Hälfte aller Frauen trifft in Bezug auf sexuelle Beziehungen, Verhütungsmittel und Gesundheitsversorgung eigene Entscheidungen.

Weiterführende Schulbildung von jungen Müttern und bessere Aufklärung über Krankheiten könnten jährlich drei Millionen Kindern unter fünf Jahren das Leben retten. Weil dann beispielsweise das Wissen vorhanden ist, dass Impfungen wichtig sind, ebenso wie die Behandlung von Durchfallerkrankungen. Hätten alle Mädchen Zugang zu Sekundarschulbildung, würden Kinder-, Früh- und Zwangsheiraten um fast zwei Drittel zurückgehen. Nur durch den Zugang zu Bildung lässt sich der Kreislauf der Armut durchbrechen. So verdienen Frauen, die eine weiterführende Schule besucht haben, fast das Doppelte wie Frauen, die diese Möglichkeit nicht gehabt haben. 

 

Plans globale Kampagne Girls Get Equal

Mit Girls Get Equal startete Plan International 2018 zum Welt-Mädchentag eine neue globale Kampagne für die Rechte von Mädchen mit dem Ziel, echte Gleichberechtigung für Frauen und Männer zu erreichen. Jedes Mädchen und jede junge Frau soll selbstbestimmt leben und die Welt um sich herum mitgestalten können. Ideen zum Mitmachen und Textvorschläge zum Posten rund um den Welt-Mädchentag gibt es auf der Kampagnenwebseite: https://www.plan.de/girlsgetequal.html

Report zur Situation von Mädchen 2021

„Fakt oder Fake? Wie junge Frauen mit Falsch-Informationen im Netz umgehen“ heißt der diesjährige Welt-Mädchenbericht von Plan International. Er untersucht, wie heranwachsende Mädchen und junge Frauen sich online mit politischen und sozialen Themen auseinandersetzen und insbesondere, wie sie mit Miss- und Desinformation umgehen. Wie wirkt sich die Informationsflut, die im Internet zirkuliert, auf das Leben von Mädchen und ihr Engagement aus? Für den Bericht wurden 26.000 Mädchen in 33 Ländern befragt, darunter auch 1.000 Mädchen in Deutschland. Der Report wird am 5. Oktober veröffentlicht und ist abrufbar unter: https://www.plan.de/presse/pressematerial-zum-welt-maedchentag.html

Kilometerzähler für Gleichberechtigung

Zum Welt-Mädchentag 2021 macht Plan International in Deutschland mit einer ganz besonderen Mitmach-Aktion auf die Rechte von Mädchen aufmerksam: dem Kilometerzähler für Gleichberechtigung. Gemeinsam mit Pat.innen, Spender:innen und Unterstützer:innen soll symbolisch einmal die Welt umrundet werden und so 40.075 Kilometer zurückgelegt und dabei Spenden für den Mädchenfonds von Plan International gesammelt werden. Ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Wasser – jeder Kilometer zählt: www.plan.de/kilometerzaehler

 

Beitrag Teilen

Zurück