Tiefe Trauer um Rüdiger Erben

Tiefe Trauer um Rüdiger Erben
Foto: SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt
von 22. Januar 2026

Parteienübergreifende Würdigungen eines prägenden Landespolitikers

 

Der plötzliche Tod von Rüdiger Erben hat Sachsen-Anhalt tief erschüttert. Über Parteigrenzen hinweg würdigen Fraktionen im Landtag, Mitglieder der Landesregierung sowie politische Weggefährten einen Politiker, der über Jahrzehnte Verantwortung getragen und die Landespolitik maßgeblich mitgestaltet hat. Die Anteilnahme ist groß – ebenso wie die Anerkennung für sein politisches und menschliches Wirken.

Ein Politiker mit Haltung und Verantwortung

Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Andreas Silbersack, beschreibt Rüdiger Erben als einen Politiker, der Verantwortung nicht nur eingefordert, sondern sie gelebt habe. In vielen Gesprächen habe er ihn als engagierten, geradlinigen und sehr menschlichen Kollegen erlebt. Sein Einsatz, seine Erfahrung und seine klare Haltung würden fehlen.

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der Liberalen, Guido Kosmehl, betont die enge, vertrauensvolle und verlässliche Zusammenarbeit mit Rüdiger Erben innerhalb der Deutschlandkoalition. Als Innenpolitiker seien ihm insbesondere die Polizei sowie der Brand- und Katastrophenschutz ein Herzensanliegen gewesen. Dafür habe er unermüdlich gekämpft und vieles für Sachsen-Anhalt bewirkt.

Worte des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zeigt sich tief betroffen vom plötzlichen Tod Rüdiger Erbens. Mit ihm verliere Sachsen-Anhalt einen Menschen, der sich mit ganzer Kraft und großer Leidenschaft für das Land und seine Bürgerinnen und Bürger eingesetzt habe.

Ob als Landrat im damaligen Landkreis Weißenfels, als Innenstaatssekretär im zweiten Kabinett Böhmer oder als Landtagsabgeordneter – Rüdiger Erben habe sich den Ruf eines fundierten Innenexperten erworben. Besonders wichtig sei ihm stets das Schicksal der Kommunen in Sachsen-Anhalt gewesen.

Würdigung durch das Innenministerium

Auch Innenministerin Dr. Tamara Zieschang äußerte sich bestürzt über den Tod von Staatssekretär a. D. Rüdiger Erben. Sein plötzlicher Tod erschüttere sie sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums für Inneres und Sport zutiefst. Rüdiger Erben sei ein hoch engagierter Politiker gewesen – sowohl auf Landes- als auch auf kommunaler Ebene im Burgenlandkreis.

Über viele Jahrzehnte habe er sich als fundierter Streiter für die Belange von Polizei, Feuerwehren und Rettungsdiensten sowie für die zivilmilitärische Zusammenarbeit eingesetzt. Als Staatssekretär im Ministerium des Innern und als innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion habe er maßgebliche Akzente für die innere Sicherheit in Sachsen-Anhalt gesetzt. Er werde als Ideengeber und kritischer Gesprächspartner sehr fehlen.

Prägende Stationen eines politischen Lebens

Rüdiger Erben war von 2001 bis 2006 Landrat des damaligen Landkreises Weißenfels. Von 2006 bis 2011 war er Staatssekretär im Ministerium des Innern des Landes Sachsen-Anhalt. In dieser Zeit wirkte er maßgeblich an der Polizeistrukturreform von 2008 sowie an der landesweiten Gemeindegebietsreform bis 2011 mit, deren Ziel die Schaffung leistungsfähiger kommunaler Strukturen war.

Respekt über Parteigrenzen hinweg

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt reagiert mit großer Bestürzung auf die Nachricht vom Tod Rüdiger Erbens. Er habe die Landespolitik über Jahrzehnte mit großer Ernsthaftigkeit, politischer Leidenschaft und Verlässlichkeit geprägt. Als streitbarer Politiker in der Sache, aber verbindlich im Ton, sei er auch über Parteigrenzen hinweg geschätzt gewesen.

Besonders hervorgehoben wird sein Engagement für den Burgenlandkreis, für die Kommunalpolitik, für Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Seine Stimme werde im Landtag fehlen – politisch wie menschlich.

Klare Haltung gegen Extremismus

Auch die Fraktion Die Linke im Landtag Sachsen-Anhalt trauert um einen zuverlässigen Kollegen. Rüdiger Erbens politisches Handeln sei von einem klaren demokratischen Kompass getragen gewesen, insbesondere in seinem entschlossenen Einsatz gegen Rechtsextremismus. Damit habe er der Landespolitik wichtige Impulse gegeben und werde eine spürbare Lücke hinterlassen.

Abschied eines prägenden Sozialdemokraten

Für die SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt ist der Tod ihres parlamentarischen Geschäftsführers kaum zu fassen. Rüdiger Erben habe über viele Jahre Verantwortung getragen – als Landrat, Innenstaatssekretär, Landtagsabgeordneter und parlamentarischer Geschäftsführer. In der Fraktion habe er für Struktur und Verlässlichkeit gesorgt und viele Prozesse geprägt, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen.

Sein politischer Schwerpunkt lag auf der inneren Sicherheit. Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste und das Ehrenamt betrachtete er als tragende Säulen des Gemeinwesens. Darüber hinaus engagierte er sich als Vorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Sachsen-Anhalt für Erinnerung und historische Verantwortung.

Ein Verlust für das ganze Land

Mit Rüdiger Erben verliert Sachsen-Anhalt einen leidenschaftlichen Demokraten, einen erfahrenen Parlamentarier und einen Menschen, der Politik stets als Dienst an der Gesellschaft verstand. Die Gedanken aller Fraktionen und der Landesregierung sind bei seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.