GEW warnt Handwerkskammer vor Schnellschuss bei Neugründung einer Sekundarschule

Handwerk | Arbeitswelt - Sonstiges
von hallelife.de | Redaktion

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) nahm die Mitteilung der Handwerkskammer Halle, eine Sekundarschule mit handwerklichem Profil als freie Schule zu gründen, mit Bedenken zur Kenntnis. „Es gibt weder einen Mangel an Sekundarschulkapazitäten noch Beschränkungen, die öffentlichen Schulen in Richtung handwerklicher Berufe zu profilieren“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth.

Sie befürchtet eine Konkurrenzsituation zwischen der angedachten Neugründung und den sich durch „Praxisorientiertes Lernen“ und aktive Berufsorientierung (Berufswahlsiegel) profilierenden Sekundarschulen. Die Landkreise und kreisfreien Städte haben mit Unterstützung des Landes in den letzten Jahren Investitionen getätigt, die sich jetzt auszahlen. Der „Schnellschuss“ der Handwerkskammer stehe dem entgegen. Kammerpräsident Keindorf sollte besser die Frage stellen, wie seine Nachwuchs suchenden Handwerker diese Schulen aktiver und stärker unterstützen können. Aus solch einer Partnerschaft könnten sich flächendeckend Sekundarschulen mit handwerklichen Profil weiterentwickeln und für eine grundlegende Aufgabe der Handwerkskammer   der Berufsausbildung im Handwerk eine solide Basis schaffen. Dies führt schneller zu Auszubildenden im Handwerk, als die Neugründung einer Schule und stärkt die Sekundarschulen und Netzwerke mit den Unternehmen in der Region.

„Attraktive Ausbildungsvergütungen, könnten im Übrigen dafür sorgen, dass die Motivation steigt, Handwerksberufe anzuwählen“, fügte Gerth hinzu.

Im Moment habe die GEW den Verdacht, dass die Handwerkskammer eine Nutzung gut ausgestatteter Gebäude langfristig durch staatliche Förderung absichern wolle. Es gäbe aber gute Gründe, die getätigten Investitionen der öffentlichen Schulen zu nutzen.

Die GEW-Chefin rät Herrn Keindorf, die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Sekundar-, Gemeinschafts-, und Gesamtschulen in den Kammerbezirken zu intensivieren.     

Hans-Dieter Klein

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