Personalmangel immer problematischer – Auftragslage ist gut

Personalmangel immer problematischer – Auftragslage ist gut
von 27. Juli 2022 0 Kommentare

Konjunkturumfrage, der Handwerkskammer Halle (Saale) für das 2. Quartal 2022

Die anhaltend positive Stimmung in den meisten Handwerksbetrieben ist auf die aktuell gute Auftragslage zurückzuführen, die eher pessimistischen Erwartungen auf die Preisentwicklung bei Vorprodukten und Energieträgern. „Derzeit besteht ein wachsendes Missverhältnis zwischen vollen Auftragsbüchern einerseits und fehlendem Fachpersonal sowie Nachwuchs andererseits“, erläutert Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle. Die dringend notwendige Trendwende hin zu mehr Auszubildenden in der beruflichen Bildung sei bisher nicht erkennbar. „Schon seit Jahren haben wir das Thema benannt – jetzt sind die Folgen spürbar.“

Zu den Konjunkturzahlen: 

Die konjunkturelle Stimmung über alle Handwerke ist unverändert gut. Der Geschäftslageindex liegt bei plus 44 und damit sieben bzw. sechs Punkte über dem Niveau der beiden Vorquartale sowie dem Wert des Vorjahres (Plus 40). Die Erwartungen an die Zukunft sind deutlich zurückgegangen. Der Index der Erwartungen lag bei minus 4 und damit 38 Punkte unter dem Vorquartal (plus 34). 12 Prozent der Befragten erwarten eine bessere, 23 Prozent eine schlechtere Geschäftslage.

Die Zahl der Beschäftigten blieb bei 64.000 konstant. Gestiegen ist die Beschäftigung in den Bauhaupt- und Ausbauhandwerken sowie den Handwerken für privaten Bedarf. Die Kfz-Handwerke und die Handwerke für gewerblichen Bedarf meldeten Beschäftigungsrückgänge. Insgesamt gesehen blieben die Veränderungen aber gering.

Die Umsätze im Handwerk stiegen im 2. Quartal um durchschnittlich 5 Prozent. 48 Prozent aller Betriebe meldeten Umsatzsteigerungen. Wie schon im Vorquartal dürfte in vielen Betrieben ein wesentlicher Teil des Umsatzwachstums auf Preissteigerungen zurückzuführen sein. Die Kfz-Handwerke meldeten als einzige Gewerkegruppe sinkende Gesamtumsätze. Für das kommende Quartal sind die Umsatzerwartungen überall pessimistisch: 26 Prozent der Betriebe erwarten sinkende, nur 14 Prozent steigende Umsätze.

Die Auftragsreichweiten lagen bei durchschnittlich 7,9 Wochen. Das waren 0,8 Wochen weniger als im vorhergehenden Quartal, und ähnlich viele Wochen (7,6) wie im Vorjahr. Insgesamt liegen die Reichweiten, besonders in den baunahen Handwerken, weiterhin außerordentlich hoch (Bauhaupthandwerke 13,9 Wochen; Ausbauhandwerke 11,4 Wochen).

Die Zahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle ist im 2. Quartal um 42 (0,3 Prozent) von 13.297 auf 13.339 gestiegen. Im Vergleich sind das 25 Betriebe weniger als im Vorjahr. Die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe sank um 18 Betriebe, die der zulassungsfreien Handwerksbetriebe stieg um 36 und die der handwerksähnlichen Betriebe um 24.
Die Gewerke mit den meisten Betrieben im Kammerbezirk sind: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger (1107 Betriebe), Friseure (1000), Kfz-Techniker (929), Kosmetiker (814), Maurer und Betonbauer (813), Elektrotechniker (784) und Installateure und Heizungsbauer (750).

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