Altenpfleger/in: Ausbildung, Beruf und Gehalt im Kurzporträt

Altenpfleger/in: Ausbildung, Beruf und Gehalt im Kurzporträt
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von 22. Juni 2022 0 Kommentare

Schätzungen von Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass bis 2040 ca. 400.000 neue Stellen in der Altenpflege besetzt werden müssen. Schon jetzt ist der Fachkräftemangel in vielen Einrichtungen deutlich zu spüren. Die demografische Entwicklung der Gesellschaft führt dazu, dass es sich bei Altenpfleger/innen um einen der gefragtesten Berufe handelt. Angesichts hervorragender Zukunftsperspektiven auf dem Arbeitsmarkt und einer seit 2020 neu geregelten Berufsausbildung spricht viel dafür, Altenpfleger/in zu werden. Hier sollen alle wesentlichen Aspekte dieses Berufsbildes kompakt vorgestellt werden.

Durch die generalistische Ausbildung können Altenpfleger/innen noch mehr

Am 1.1.2020 ist eine Reform des Pflegeberufegesetzes in Kraft getreten. Seitdem ist die Ausbildung in der Pflege generalistisch organisiert: Die ehemals getrennten Ausbildungen in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege wurden zusammengelegt. Wer sich nun als Fachkraft ausbilden lässt, kann in allen drei Bereichen arbeiten und somit von Beginn an mehr Flexibilität genießen. Es besteht aber auch weiterhin die Möglichkeit, sich im dritten Ausbildungsjahr zu spezialisieren. Im Ausbildungsvertrag ist ein entsprechender Vertiefungseinsatz zu vereinbaren. Die Ausbildung kann abgesehen von generalistischen Pflegefachkräften auch weiterhin als Altenpfleger/in enden.

Aus dem Arbeitsalltag von Altenpfleger/innen

Die Arbeit mit hilfsbedürftigen Menschen steht im Mittelpunkt dieses Berufes, wobei administrative und dokumentative Aufgaben sind den letzten Jahren immer umfangreicher geworden sind. Im Zentrum der Tätigkeit als Altenpfleger/in steht die medizinische Versorgung bzw. Pflege. Abgesehen von der Grundpflege spielt die Gabe von Medikamenten und die Mobilisierung im Alltag eine wichtige Rolle. Neben der medizinisch-pflegerischen Versorgung steht vor allem der soziale Kontakt im Fokus: Gespräche und die Unterstützung im Lebensalltag (z. B. beim Essen) stellen sicher, dass Pflegebedürftige so gut und selbstbestimmt wie möglich am Alltag teilhaben können. Soziale Teilhabe und Lebensqualität sind als übergeordnete Ziele anzusehen.

Voraussetzungen für die Ausbildung als Altenpfleger/in

Angesichts des kurzen Einblicks in die Tätigkeiten müssen Altenpfleger/innen eine soziale und kommunikative Ader mitbringen. Sie müssen sich jeden Tag auf unterschiedliche Menschen und Schicksale einlassen. Um Altenpfleger/in werden zu können, ist eine 10-jährige Schulausbildung mit Abschluss erforderlich. Wer einen Hauptschulabschluss mitbringt, kann über eine Ausbildung in der Alten- oder Krankenpflegehilfe diesen Beruf erlernen. Ohne Schulabschluss ist in einigen Bundesländern eine Ausbildung als Sozialassistent möglich, um perspektivisch als Altenpfleger/in zu arbeiten. Eine persönliche Ausgangsanalyse sollte zeigen, welche Optionen Interessenten ergreifen können.

Da dieser Job körperlich herausfordernd ist, sollten Altenpfleger/innen belastbar sein. Rein formal wird für die Ausbildung und die spätere Tätigkeitsausübung ein Gesundheitszeugnis einzureichen sein. Bei kirchlichen Trägern kann eine bestimmte Religionszugehörigkeit immer noch vorausgesetzt werden, manche Altenpflegeschulen wollen ein polizeiliches Führungszeugnis sehen. Aufgrund des Fachkräftemangels bieten sich daneben auch Quereinsteigern Chancen in der Pflege.

Inhalte und Dauer der Ausbildung als Altenpfleger/in

Die generalistische Ausbildung in der Altenpflege dauert 3 Jahre, wobei sie bundesweit einheitlich geregelt ist. Sie unterteilt sich in einen theoretischen und berufspraktischen Teil. Während der Ausbildung findet ein Wechsel zwischen Berufsschule und Ausbildung im Pflegeheim als Beispiel statt. Mit 2.500 Stunden macht die berufspraktische Ausbildung beim Arbeitgeber gegenüber 2.100 theoretischen Stunden den Schwerpunkt aus.

Während in den ersten beiden Lehrjahren generalistisches Fachwissen vermittelt wird, kann im dritten und abschließenden eine Vertiefung gewählt werden. Andernfalls endet die Ausbildung als Pflegefachfrau/-mann. Mit berufsrelevantem Vorwissen (z. B. als Krankenpflegehelfer) lässt sich die Ausbildungsdauer auf 2 Jahre verkürzen.

Wichtige Inhalte der Ausbildung sind folgende:

  •  Grundlagen der Pflege

     

  • Berufskunde

     

  • Hygiene

     

  • Sozialkunde

     

  • Kommunikation.

     

  • Recht/Verwaltung

     

  • Lebenszeit-/raumgestaltung

     

  • Altenpflege in Theorie und Praxis

Bewerbung als Altenpfleger/in: Was sind typische Arbeitgeber?

Die Anzahl offener Stellen in der Kranken- und Altenpflege zeigt, dass diese begehrten Fachkräfte händeringend gesucht werden. Durch die generalistische Ausbildung sind sie nicht mehr auf einen Bereich festgelegt, sie können als Allrounder übergreifend arbeiten und so mehr Verantwortung übernehmen. Ist man auf der Suche nach Altenpfleger Jobs zählen insbesondere folgende Unternehmer zu den potenziellen Arbeitgebern:

  • Alten-/Pflegeheime

     

  • Ambulante Pflegedienste/Kurzzeitpflege

     

  • Kliniken (Geriatrie, Rehabilitation etc.)

     

  • Soziale Einrichtungen, Hospize

 

Wie viel verdient man als Altenpfleger/in?

Auch die Ausbildungsvergütung ist im Rahmen der Reform neu geordnet worden. Im ersten Lehrjahr ist mit etwa 1.150 Euro brutto pro Monat zu rechnen, im dritten mit ca. 1.300 Euro. Hierbei handelt es sich um Richtwerte, die je nach Region und Arbeitgeber abweichen können (das gilt auch für Leistungen jenseits der Ausbildungsvergütung). Es kann sich im wahrsten Sine des Wortes auszahlen, Stellenangebote bzw. Leistungen von Arbeitgebern zu vergleichen.

Das Einstiegsgehalt als Altenpfleger/in hängt von der Branche und der Frage der Tarifbindung (= Vergütung nach TVöD) ab. Im öffentlichen Dienst ist je nach Einstufung der Tätigkeit mit einer Gehaltsspanne zwischen 2.200 und 2.800 Euro zu rechnen. Bei privaten und kirchlichen Trägern können es bis zu 3.000 Euro sein. Mit zunehmender Berufserfahrung werden Altenpfleger/innen deutlich über diesen Rahmen hinaus verdienen können, was besonders für den Fall der fachlichen Weiterbildung/Spezialisierung gilt. Generell spielen regionale Faktoren beim Verdienst eine große Rolle.

Karriere: Welche Weiterbildungsoptionen haben Altenpfleger/innen?

Nach der generalistischen Pflegeausbildung bietet es sich an, sich in einem Bereich fachlich zu spezialisieren und so das eigene Profil zu schärfen. Zu denken ist an eine berufliche Weiterbildung zum/zur Fachaltenpfleger/in in den Bereichen Psychiatrie, Palliativ- und Hospizpflege oder Onkologie. Mit einer Weiterbildung zum Pflegedienstleiter winkt ein größerer Verantwortungsbereich mit ebenfalls deutlich höherem Verdienst.

Denkbar ist es auch, mit einer kaufmännischen Weiterbildung etwa als Betriebswirt für Management im Gesundheitswesen den Tätigkeitsschwerpunkt zu verlagern. Das kann auch als Pflegesachverständiger mit entsprechender Weiterbildung geschehen. Perspektivisch haben Altenpfleger/innen auch die Option, ein Studium berufsbegleitend zu absolvieren und einen akademischen Grad zu erlangen. Zu denken ist beispielsweise an moderne Studiengänge in den Bereichen Pflegemanagement, Pflegepädagogik oder soziale Arbeit. Auch ein Studium der Humanmedizin lässt sich auf den theoretischen und berufspraktischen Grundlagen nach der Altenpflegeausbildung anvisieren.

Nicht unerwähnt bleiben soll die Möglichkeit, sich als Pflegefachkraft selbstständig zu machen. Eine konkrete Option ist darin zu sehen, einen ambulanten Pflegedienst zu gründen. Angesichts der hohen Nachfrage vielerorts ergeben sich für diesen selbst gestaltbaren Karriereweg sehr vielversprechende Zukunftsperspektiven.

 

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