InsolvenzAtlas 2025 für den Wirtschaftsraum Halle-Leipzig

InsolvenzAtlas 2025 für den Wirtschaftsraum Halle-Leipzig
von 23. Januar 2026

Fast 30 Prozent mehr Unternehmensinsolvenzen

 

Der Wirtschaftsraum Halle-Leipzig1 verzeichnete im Jahr 2025 einen massiven Anstieg der Unternehmensinsolvenzen. Das zeigt eine Datenauswertung des Wirtschaftsinformationsdienstleisters Creditreform in Halle (Saale). Demnach meldeten im Jahr 2025 insgesamt 426 Unternehmen und Gewerbebetriebe aus der Region Leipzig-Halle Insolvenz an. Im Vorjahr (2024) wurden 331 Fälle registriert. Der Anstieg lag mit plus 29 Prozent deutlich über der bundesweiten Entwicklung.

Als Hauptursachen für den starken Zuwachs der Unternehmensinsolvenzen sieht der Geschäftsführer von Creditreform in Halle (Saale), Martin Plath, die anhaltende Krise in der Industrie sowie steigende Kostenbelastungen. Gleichzeitig verweist Plath auf die Folgen für den regionalen Arbeitsmarkt. Zahlreiche Arbeitsplätze seien in den insolventen Unternehmen bedroht oder bereits verloren gegangen. Zu den aktuellen Fällen gehört unter anderem Domo Chemicals Deutschland mit einem Standort in Leuna (Saalekreis). Das Unternehmen stellte Ende 2025 einen Insolvenzantrag.

„Der starke Anstieg der Unternehmenspleiten ist ein Warnsignal für den Wirtschaftsraum Leipzig-Halle. In wichtigen Bereichen des produzierenden Gewerbes, wie der Zulieferindustrie, werden derzeit Kapazitäten abgebaut – auch in Form von Insolvenzen“, erklärte Martin Plath, Geschäftsführer von Creditreform in Halle (Saale).

Plath ergänzte: „Große und namhafte Insolvenzfälle wie die Chemiefirma Domo sind nur die Spitze des Eisbergs.
Die regionale Wirtschaft zeigt in ihrer gesamten Breite einen dynamischen Anstieg des Insolvenzgeschehens. Der Großteil der Insolvenzen betrifft dabei Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten.“ Branchen im Fokus

Überdurchschnittlich stark erhöht haben sich die Insolvenzen im Dienstleistungssektor (+43 Prozent), gefolgt vom Handel (+26 Prozent). Im verarbeitenden Gewerbe wurden elf Prozent mehr Insolvenzen registriert. Im Baugewerbe gingen die Insolvenzen dagegen leicht um fünf Prozent zurück.

„Schwache Binnenkonjunktur und Kaufzurückhaltung haben im Jahr 2025 insbesondere Handel, Gastgewerbe und Dienstleister belastet. In diesen Branchen herrscht zudem ein intensiver Wettbewerb – hier findet derzeit eine deutliche Marktbereinigung statt“, sagte Plath.