Jüdische Geschichte in der Region entdecken

Buchprojekt vorgestellt | Bücher
von hallelife.de | Redaktion

Die Landeszentrale für politische Bildung und die Evangelische Landeskirche Anhalts stellen Schulen die Publikation „Jüdisches Leben in Anhalt“ zur Verfügung. Heute ist das gemeinsame Buchprojekt im Gymnasium Philanthropinum in Dessau-Roßlau der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt und die Evangelische Landeskirche Anhalts wollen Schülerinnen und Schülern stärker für die jüdische Geschichte in ihrer Region sensibilisieren. In Zusammenarbeit der beiden Institutionen wurde das 2020 erschienene Buch „Jüdisches Leben in Anhalt“ neu aufgelegt und in Klassensätzen an alle weiterführenden Schulen in Anhalt verschickt. Auch Grundschulen erhalten Exemplare zur Ansicht. Am heutigen Donnerstag (23. September) ist das Projekt im Gymnasium Philanthropinum Dessau der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Maik Reichel, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, betonte bei der Vorstellung, das Buch solle Schülerinnen und Schülern helfen, die jüdischen Orte in ihrer Region zu entdecken und sich mit ihrer Geschichte und dem jüdischen Leben zu beschäftigen. Eingebettet sei das Gemeinschaftsprojekt in die Bestrebungen des Landes, sich verstärkt mit dem zunehmenden Antisemitismus auseinanderzusetzen. Dabei verwies er insbesondere auf das Landesprogramm "Jüdisches Leben stärken - Sachsen-Anhalt gegen Antisemitismus" und den aktuellen Koalitionsvertrag, in dem das Thema prominent vertreten sei.

„Sich zu erinnern ist der erste Schritt, um das Vergessen zu bannen und klug zu werden für die Gegenwart“, sagte die Dessauer Kreisoberpfarrerin Annegret Friedrich-Berenbruch. „Dazu trägt dieses schöne Buchprojekt bei, das Geschichte lebendig macht und von den Menschen jüdischen Glaubens, ihren Synagogen, Friedhöfen und Schulen erzählt.“ Pfarrer i.R. Dietrich Bungeroth wies als Initiator des Buches darauf hin, dass es in der Region Anhalt nach wie vor viele Orte gebe, deren jüdische Vergangenheit heute nicht mehr sichtbar sei. „In Planung sind für diese Orte nun Gedenk- und Informationstafeln.“

 

 

Astrid Bach, Schulleiterin des Gymnasiums Philanthropinum, und Religionslehrerin Christiane Dohmann unterstrichen, die Beschäftigung mit jüdischer Geschichte sei für ihre Schule besonders wichtig: „Wir gehören zu den bundesweit mehr als 3.000 ‚Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage‘ und verfolgen seit vielen Jahren im Rahmen des Geschichts- und des Religionsunterrichtes Schulprojekte zur jüdischen Geschichte, etwa in Wörlitz, aber auch in direkter Kooperation mit der jüdischen Gemeinde Dessau.“

In der Publikation hat eine Gruppe von Autorinnen und Autoren Aspekte der Geschichte jüdischen Lebens von Zerbst bis Harzgerode zusammengetragen. Das Buch ist unter Federführung von Pfarrer i.R. Dietrich Bungeroth entstanden und zeigt unter anderem über 100 Fotoaufnahmen von Torsten Lüders aus dem Jahr 2019. Sie dokumentieren, was heute noch zu sehen ist von der über 700‐jährigen Geschichte des Judentums in Anhalt. Gezeigt wird zugleich, welch lebendige Gedenkkultur in den Ortschaften, Schulen und Gemeinden entstanden ist.

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