Terror-Simulation: Ärzte trainieren Ernstfall im Bergmannstrost

Bergmannstrost Halle | Gesundheit
von hallelife.de | Redaktion

Ein Wochenende lang trainieren Notfall- und Akutmediziner im BG Klinikum Bergmannstrost Halle den Ernstfall: einen Massenanfall von Verletzten infolge eines Terroranschlags. Doch anders als zu erwarten, stehen die Ärzte dafür nicht in der Notaufnahme, sondern sitzen am Spielbrett. „Die Teilnehmer üben in Planspielen von Freitag bis Sonntag verschiedene Szenarien eines Terrorfalls und die Auswirkungen auf die Versorgung der Verletzten.

Auch wenn wir hoffen, dass es nicht nötig sein wird, müssen Ärzte darauf vorbereitet sein. Und dann geht es darum, möglichst viele Menschen bestmöglich zu behandeln und trotz Ausnahmesituation individualmedizinisch zu versorgen. Das wird im Spiel simuliert“, erklärt Privatdozent Dr. Peter Hilbert-Carius, Oberarzt im Bergmannstrost und Sprecher des TraumaNetzwerks Sachsen-Anhalt Süd, der den Weiterbildungskurs erstmals nach Halle geholt hat. An dem zweieinhalbtägigen Kurs nehmen insgesamt 21 Notfall- und Akutmediziner des Bergmannstrost sowie des TraumaNetzwerks Sachsen-Anhalt Süd teil.

Der Kurs „Terror and Disaster Surgical Care (TDSC®)“ wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) in Zusammenarbeit mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr und weiteren renommierten Fachgesellschaften entwickelt und kommt jetzt erstmals in Mitteldeutschland zum Einsatz. 

„Als überregionales Traumazentrum ist das Bergmannstrost auf die Versorgung von Schwerstverletzten auch in größerer Zahl gut vorbereitet. Doch eine Massenkarambolage auf der Autobahn unterscheidet sich von einem Massenanfall von Verletzten im Terrorfall“ erläutert Dr. Hilbert-Carius. Die besondere Gefahrenlage, spezielle Verletzungsmuster und die Vielzahl von Betroffenen verlangen am Einsatzort und im Krankenhaus ein besonderes Management. „Im Katastrophenfall muss anders entschieden werden als in der Regelversorgung. Ärzte müssen dann schnell umdenken können“, so Hilbert-Carius.

Die Referenten des TDSC –  allesamt Experten der Bundeswehr – vermitteln in dem Kurs darum nicht nur medizinisches Fachwissen zur Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen. Im Zentrum des Kurses steht vielmehr eine Simulationsübung in Form eines Spiels mit Karten und Spielsteinen. Die Ärzte werden dabei mit verschiedenen Szenarien eines Terroranschlages konfrontiert und trainieren ihre Entscheidungskompetenz unter Zeitdruck: Welcher Patient bekommt in welcher Reihenfolge welche Operation mit welchem Material? „Der Kurs richtet sich darum auch ausdrücklich an erfahrene Ärzte, da solche Entscheidungen entsprechende klinische Erfahrung und Entscheidungskompetenz voraussetzen.“

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