„Teilhabe und Selbstbestimmung verbessern“: Prof. Dr. Thorsten Meyer ist neuer Professor für Rehabilitationsmedizin

„Teilhabe und Selbstbestimmung verbessern“: Prof. Dr. Thorsten Meyer ist neuer Professor für Rehabilitationsmedizin
Prof. Dr. Thorsten Meyer Quelle: Universitätsmedizin Halle
von 1. September 2022 0 Kommentare

Prof. Dr. Thorsten Meyer hat zum 01. September 2022 die W3-Professur für Rehabilitationsmedizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angetreten. Mit der Berufung ist auch die Leitung des Instituts für Rehabilitationsmedizin verbunden. Zuvor war Meyer Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Bielefeld. Er übernimmt die Nachfolge von Prof. Dr. Wilfried Mau, der das Institut seit der Gründung vor fast 20 Jahren geleitet hat.

 

„Die Primär- und Akutversorgung ist in Deutschland aktuell gut aufgestellt. Unzureichend ist jedoch die nachhaltige Versorgung chronisch kranker Menschen. Hier muss man ansetzen: Was können Betroffene tun, wenn keine Heilung möglich ist und man sich mit einer Krankheit arrangieren muss? Zentrales Ziel ist, dass man weiter gut im Alltag zurechtkommt – dabei unterstützt die Rehabilitation“, erklärt Meyer. „Mit unserer Arbeit wollen wir die Teilhabe und Selbstbestimmung von betroffenen Menschen verbessern. Das ist eine Besonderheit der Rehabilitation gegenüber der klassischen medizinischen Versorgung.“

Rehabilitation müsse multimodal und personenzentriert sein. „Um diese Ziele zu erreichen ist eine intensive Zusammenarbeit verschiedenster Berufsgruppen gefordert“, betont Meyer. Gewinnbringend sei deshalb die Synergie mit anderen Einrichtungen wie dem Profilzentrum Gesundheitswissenschaften (PZG) der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und dem Forschungsverbund Rehabilitationswissenschaften Berlin, Brandenburg und Mitteldeutschland (BBMD). „Rehabilitation findet zwar vornehmlich, aber nicht nur in Reha-Kliniken statt, sondern auch in Krankenhäusern beziehungsweise Universitätsklinika, bei den Betroffenen zuhause oder in ambulanten Einrichtungen.“ Beispiele für Reha-Einrichtungen in Sachsen-Anhalt sind das BG Klinikum Bergmannstrost Halle und andere medizinische und berufliche Rehabilitationseinrichtungen. „Deshalb ist die Fortführung und Stärkung dieser Kooperationen ein großes Anliegen für unser Institut“, erklärt Meyer. Nur so gelinge es, eine Brücke zwischen der Lehre und Forschung zur Praxis aufzubauen.

Eines der Forschungsprojekte mit dem Titel „MeZEB“ von Prof. Meyer untersucht die Versorgungslage von Menschen mit geistigen oder Mehrfachbehinderungen. Es gebe in der Versorgungspraxis deutliche Hinweise darauf, dass die vorhandenen Strukturen nur ungenügend auf Menschen mit besonderen Versorgungsbedarfen vorbereitet sind. Die Studie untersucht unter anderem die Versorgungslage vor und nach der Einführung von Medizinischen Zentren für Menschen mit Behinderung (MZEB).

Als Professor der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vertritt Meyer die Lehre im Fach Rehabilitationsmedizin für Medizin, Evidenzbasierte Pflege, Gesundheits- und Pflegewissenschaft und dem neuen Studiengang Hebammenwissenschaft. Die demografische Entwicklung und die Zunahme chronischer und altersbedingter Erkrankungen verleihen der Rehabilitationsmedizin eine immer größere Bedeutung. In seinen „Empfehlungen zur künftigen Rolle der Universitätsmedizin zwischen Wissenschafts- und Gesundheitssystem“ beschrieb der Wissenschaftsrat 2021 die Relevanz der Rehabilitationsforschung und die Notwendigkeit, diese Forschung in die Versorgung zu übertragen. Die Universitätsmedizin Halle hat diesen Bedarf schon vor Jahren erkannt. „Die Arbeit von Prof. Meyer fügt sich nahtlos im Forschungsschwerpunkt Epidemiologie und Pflegeforschung der Universitätsmedizin Halle ein. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf Rehabilitation“, sagt Prof. Dr. Michael Gekle, Dekan der Medizinischen Fakultät. „Die Projekte und Forschungsansätze, die mit der Berufung von Prof. Meyer nach Halle gebracht werden, stärken nicht nur unser Standortprofil und unsere Kooperationen, sondern schaffen auch eine höhere Sichtbarkeit für die Bedürfnisse der Rehabilitanden. Denn die Anforderung an eine gelungene Rehabilitation sind so vielseitig wie die individuellen Fälle selbst. Hier wirkt die Universitätsmedizin Halle mit“, erklärt Gekle.

Prof. Meyer studierte Psychologie an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und wurde 2004 zum Dr. phil. promoviert. Er habilitierte sich 2011 an der Universität zu Lübeck und folgte dem Ruf zur W2-Professur für Rehabilitationsforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 2017 hatte Meyer die Stiftungsprofessur für Rehabilitationswissenschaften mit dem Schwerpunkt Rehabilitative Versorgungsforschung an der Universität Bielefeld inne. „Ich habe bereits viele Jahre eng mit Prof. Wilfried Mau, meinem Vorgänger, zusammengearbeitet. Er war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. und ich Vizepräsident, bevor mir die Funktion des Präsidenten anvertraut wurde. In dieser Zeit ist mir die Bedeutung der Rehabilitationsmedizin in Halle deutlich geworden. Das ist auch einer der Gründe, warum ich dem Ruf nach Halle gefolgt bin“, so Meyer.

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