Stiftungsrat beschloss rund 265 000 Euro zur Förderung zeitgenössischer Kunst in Sachsen-Anhalt

Kunststiftung Sachsen-Anhalt | Kunst & Kultur
von hallelife.de | Redaktion

Der Stiftungsrat der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt hat am 9. Dezember 2019 die Förderung von 35 Künstlerinnen, Künstlern und Kunstprojekten beschlossen. 

Für die Umsetzung der Förderungen wird eine Geldsumme in Höhe von rund 265 000 Euro zur Verfügung gestellt. Bei der Finanzierung der Fördermaßnahmen wird die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Fördermittelvereinbarung unter anderem von der Kloster Bergesche Stiftung unterstützt. Insgesamt haben sich 90 Künstlerinnen/Künstler und Projektteams um die verschiedenen Fördermöglichkeiten beworben. Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt schreibt jährlich Stipendien und Förderungen aus, um Kunst und Kultur in Sachsen-Anhalt gezielt und nachhaltig zu unterstützen. Der nächste Termin für die Abgabe von Anträgen ist am 1. Juli  2020. Aktuell sind ein dreimonatiges Stipendium für Los Angeles sowie ein Aufenthaltsstipendium für Ahrenshoop im Jahr 2020 ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist für beide Stipendien endet am 22. Januar 2020. Das HEIMATSTIPENDIUM geht ab Mai 2020 in die zweite Runde: Der Antragsschluss ist der 3. Februar 2020. Künstlerinnen und Künstler können sich mit den Sammlungen der teilnehmenden Museen bzw. Gedenkstätten auseinandersetzen und dabei vorgefundene Objekte mit einer eigenen Arbeit neu interpretieren. Dabei sollen sie auch die Ideengeschichte Sachsen-Anhalts fortschreiben.

Maßgebend für eine Förderung sind Originalität und Realisierbarkeit der Antragsvorhaben. Die vom Stiftungsrat zur Förderung bestimmten künstlerischen Konzepte überzeugten durch die Aussicht auf konstruktive Impulsgebung und nachhaltige Wirkung für die Kunst- und Kulturlandschaft in Sachsen-Anhalt. So beschloss der Stiftungsrat beispielsweise die Förderung des Projektes "Augenblicke - Eine Stadt tanzt", der letzte Teil einer Trilogie von zeitgenössischen Tanzstücken, das von der Bürgerstiftung Halle (Saale) realisiert wird. Die Berliner Choreografen Be und Mevlana van Vark erarbeiten mit 150 Hallenserinnen und Hallenser aller Altersgruppe ein Tanzstück, welches im Februar 2021 in der Oper in Halle Premiere feiern wird. Den ersten Teil der Trilogie "Das Fest-eine Stadt tanzt" wurde bereits von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt unterstützt. Ebenso erhält das KünstlerInnentrio Hanna Müller-Kaempffer, Philipp Eichhorn und Danilo Halle eine Förderung. Sie haben eine Ateliergemeinschaft unter dem Namen „LadenAtelier“ in der Trifftstraße 19a gegründet. Dort soll zwischen April und August 2020 eine Ausstellungsreihe zu den Themen Bewegung, Konstruktion, Licht und Schatten entstehen. Räumliche Gegebenheiten der unmittelbaren Umgebung sollen dabei ebenso inspirieren wie der kommunikative Austausch mit PassantInnen und AnwohnerInnen. Das Ladenlokal wird so Teil des öffentlichen Lebens.

In den letzten zwei Jahren wurde das Stiftungsförderfeld beispielsweise durch das HEIMATSTIPENDIUM und das Kunstvermittlungsprogramm kinder-leicht erweitert, um eine interdisziplinäre Vernetzung mit regionalen und globalen Denkern, Künstlern und Institutionen auch jenseits der Kunstszene zu erreichen. Zur Ausweitung der internationalen Vernetzung werden im nächsten Jahr Gastkünstlerinnen und -künstler für einen zweimonatigen Aufenthalt nach Sachsen-Anhalt eingeladen und von der Kunststiftung betreut. Der Stiftungsrat hat deshalb den Aufenthalt von Johanna Bramble und Papa Mamadou Ndoye aus Dakar für das Frühjahr 2020 befürwortet. Die Textilkünstlerin Johanna Bramble überzeugte durch ihre künstlerisch, handwerklich und ästhetisch sehr hochwertigen Entwürfe. Papa Mamadou Ndoyes künstlerische Position überzeugte durch die Qualität des Designs seiner Arbeiten, die traditionelle Ansätze mit modernen verbinden. Beide Künstler sollen mit ansässigen Textilkünstlern und Designern sowie mit Verantwortlichen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, die einen exzellenten Ausbildungszweig in beiden Bereichen aufweist, vernetzt werden. Unterstützt wird dieses Programm durch das Goethe Institut Dakar.

Folgende Vorhaben werden gefördert:

Projektförderungen

Bildende und Angewandte Kunst:

• Dana Meyer, Publikationszuschuss

• Silke Trekel, Publikationszuschuss

• Matthias Ritzmann, Publikationszuschuss

• Altmarkkreis Salzwedel, Kunstankauf "Tatti mit der Puppe“ von Rebekka Rauschhardt, entstanden während des HEIMATSTIPENDIUMS

• Prof. Rolf Müller, Zuschuss zur Ausstellung „Harald Döring"

Darstellende Kunst und Film

• Bürgerstiftung Halle, Zuschuss zum Tanzstück "Augenblicke - Eine Stadt tanzt

• Sophie Bartels, Zuschuss zum Theaterstück "'#LADY CLOWN oder Feministische Ansichten eines Clowns"

Literatur

• Verein Literaturhaus Halle e. V., Zuschuss zur Lesereihe "Dramatische Realitäten 2.0 GLAUBE KLIMA PARADIS"

Interdisziplinäre Vorhaben und Medienkunst

• Corax e. V., Zuschuss „Radio Art Residency - Import/ Export“

• Raum für Kunst Halle e. V., Zuschuss für das Kunstprojekt "Statt Rand: Zukunft“

• Wall & Space e. V., Zuschuss zum Kunstprojekt "ha:neo 2020"

wage-mutig Kurzfilmförderung

• FilmVermoegen GmbH, Produktionskostenzuschuss "PAOLOS GLÜCK"

• Tim Nowitzki, Produktionskostenzuschuss "le sacrifice"

• Alisa Khaet, Drehbuchförderung "Feferle (AT)"

frei-raum

• Hanna Müller-Kaempffer, Zuschuss zum Kunstprojekt "Fensterschau“

Arbeitsstipendien

Johanna Bartl (Installation/ Fotografie)
Michaela Benedan (Keramik)
Laura Bielau (Fotografie)
Angelina Bobb (Malerei)
Felicitas Fäßler (Glaskunst)
Katja Fedulova (Film)
Matthias Frahm (Film)
Robert Hahn (Objektkunst)
Sascha Henken (Industriedesign)
Alexej Hermann (Kunstvermittlung/ Film)
Manuela Homm (Keramik)
Susanne Hopmann (Konzeptkunst)
Nadine Kradorf  (Film)
Maria Mayer (Textildesign)
Judith Milz (Medienkunst)
Hilde Pank (Fotografie)
Martin Patze (Industriedesign)
Conni Trieder (Musik)
Lea Schweinfurth (Modedesign)
Lina Zacher (Film)

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