Kulturstiftung des Bundes fördert mit 10 Mio. Euro die Entwicklung digitaler Dialog- und Vermittlungsangebote

Kulturstiftung des Bundes | Kunst & Kultur
von hallelife.de | Redaktion

Pandemiebedingte Schließungen stellen Kulturinstitutionen und öffentliche Einrichtungen des kulturellen Lebens während der Corona-Zeit vor schwerwiegende Herausforderungen – stehen doch der direkte Kontakt mit dem Publikum, persönliche Begegnungen und unmittelbarer Austausch oft im Zentrum ihrer Tätigkeit. Viele Kultureinrichtungen, die sich in den vergangenen Jahren intensiv darum bemüht haben, zu „Dritten Orten“ der Stadtgesellschaft zu wachsen, beschäftigen sich nun damit, auf welche Weise sie unter den pandemiebedingten Umständen weiterhin ihr Publikum erreichen und mit ihm interagieren können.

Um Kultureinrichtungen in dieser schwierigen Lage zu unterstützen und sie zu motivieren, mit innovativen digitalen Dialog- und Vermittlungsformaten auf die aktuelle Situation zu reagieren, hatte die Kulturstiftung des Bundes kurzfristig das antragsoffene Sonderhilfsprogramm dive in. Programm für digitale Interaktionen aus dem Programm NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters ausgelobt, mit dem bundesweit Kulturinstitutionen aller künstlerischen Sparten sowie Gedenkstätten, Bibliotheken, Soziokulturelle Zentren, Archive und Festivals mit Sitz in Deutschland eine Förderung von bis zu 200.000 Euro zur Entwicklung digitaler Dialog- und Vermittlungsangebote erhalten können.

Bis zum Antragsschluss am 30. September 2020 erreichten die Kulturstiftung des Bundes insgesamt 564 gültige Förderanträge. Angesichts dieser überwältigenden Antragslage stellt die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien zusätzliche Mittel in Höhe von 5 Mio. Euro aus dem Rettungs- und Zukunftspaket NEUSTART KULTUR bereit und unterstützt das Programm der Kulturstiftung des Bundes nun mit einer Gesamtfördersumme von 10 Mio. Euro.

Dazu sagt Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Attraktive digitale Austausch- und Vermittlungsformate sind in diesen schwierigen Zeiten für viele Kultureinrichtungen der Schlüssel zum Erfolg. Die riesige Resonanz auf das „dive in“-Programm ist beeindruckend und zeigt, dass die Kulturstiftung des Bundes hier einen Nerv getroffen hat. Um möglichst viele kreative Projektideen fördern zu können und den Digitalisierungsschub deutlich zu verstärken, haben wir die Förderung für „dive in“ aus unserem Zukunftspaket NEUSTART KULTUR noch einmal verdoppelt. Denn viele der geförderten Projekte wirken auch über die Krise hinaus nachhaltig und setzen beispielgebende Impulse für die Digitalisierung des Kulturbereichs.“

Auf Empfehlung einer unabhängigen Jury (Janine Burger, Leiterin Museumskommunikation, ZKM – Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe; Maxie Götze, Designerin, Vermittlerin und vormals Bauhaus Agentin in Weimar, David Weigend, Leiter Bildung und Partizipation, Futurium; Friedrich Kirschner, Prof. für Digitale Medien, Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) wählte der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes von den bis Antragsschluss eingereichten Anträgen 68 Projekte zur Förderung aus.

Bemerkenswert ist, dass die zur Förderung bewilligten Anträge nicht nur von großen Kulturinstitutionen, sondern auch von vielen mittleren und kleinen Einrichtungen wie soziokulturellen Zentren stammen, die diese Sondermittel aus dem Programm NEUSTART KULTUR nutzen möchten, um während der Pandemiezeit, aber auch danach digital den Kontakt mit dem Publikum zu gewährleisten oder zu intensivieren und neue Formate der Partizipation und Vermittlung zu erproben.

Zu den geförderten Institutionen gehören u.a. das Historische Museum in Frankfurt am Main, das Haus der Kulturen der Welt (HKW), die Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig, das NS-Dokumentationszentrum München, die Bücherhallen Hamburg sowie der Verein Second Attempt aus Görlitz, die Museen der Stadt Lüdenscheid, die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, die Thüringer Bachwochen, die Kleinkunstbühne K3 in Winterlingen, das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt oder der Verein Aktion Musik / local heroes aus Salzwedel.

Nicht nur mit Blick auf die Größe und regionale Verteilung der Kultureinrichtungen, auch hinsichtlich der künstlerischen Sparten, Themenbereiche und Zielgruppen, die mit den zu entwickelnden Dialog- und Austauschformaten angesprochen sind, bezeugen die Förderprojekte eine enorme Vielfalt: So will bspw. das Krass Kultur Crash Festival / Kunstwerk e.V. aus Hamburg einen hybriden Escape Room schaffen, der es Jugendlichen ermöglicht, sich spielerisch und interaktiv mit antidiskriminierenden Haltungen auseinanderzusetzen; das Citizen Science and Arts-Projekt des BIOTOPIA-Naturkundemuseum München lädt weltweit dazu ein, Vogelstimmen aufzunehmen, die sowohl wissenschaftlichen Forschungsprojekten zur Biodiversitätsentwicklung zur Verfügung gestellt werden als auch Grundlage für interdisziplinäre künstlerische Projekte bilden sollen; der Verein Neuköllner Oper möchte mit „Opera Advantage“ die digital-experimentelle Teilhabe an einer Jahresoper in 4 Akten ermöglichen und das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt will gemeinsam mit verschiedenen Communities der Stadtgesellschaft, darunter Kinder und Jugendliche, basierend auf dem Spiel Minecraft eine Vision der Stadt der Zukunft entwerfen: Frankfurt 2099.

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