Aufstieg und Fall des Edgar Allan Poe

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Uraufführung im Operhaus | Kunst & Kultur

Vor 200 Jahren erblickte der Schriftsteller Edgar Allan Poe das Licht der Welt. Unsterblich machten ihn Werke wie „Der Rabe“, „Annabell Lee“ oder „Der Untergang des Hauses Usher“. 2009 setzt ihm der britische Musiker, Autor und Produzent Eric Woolfson ein musikalisches Denkmal.

Aufstieg und Fall des Edgar Allan Poe

(sas) Bereits 1974 in Zusammenarbeit mit Alan Parsons (Mitbegründer des Alan Parsons Project) entwickelten beide ein Konzeptalbum basierend auf Poe’s Geschichten, welches 1976 erfolgreich veröffentlicht wurde. 2003 erfolgte die konzertante Erstaufführung des Werks „Poe – Tales Of Mystery And Imagination“ in den Londoner Abbey Road Studios. Dieses Album zur Basis hatte nun die gestrige Welturaufführung von „Edgar Allan Poe“ - mit einigen Änderungen im Detailbereich. Im Vorfeld hatte man weder Kosten noch Mühen gescheut, die Weltpremiere so medien- und publikumswirksam wie möglich zu forcieren. Selbst der überdimensionale Rabe, der das Musical auf dem halleschen Marktplatz ankündigte, fand seinen Platz pünktlich am Premierenabend vor dem Opernhaus. Wer keine Premierenkarten bekam, hatte dennoch die Möglichkeit das Musical als Livestream im Internet zu genießen. Doch reicht dies für einen durchschlagenden Erfolg? Weit vorher umjubelt, sollte es ein großartiger, abwechslungsreicher, rockig-poppiger Abend werden. Inszeniert von Frank Alva Buecheler sollte eine Produktion entstehen – neuartig und doch klassisch, restlos ausverkauft war sie bereits. Ja, es war ein unterhaltsamer Abend, das Ensemble war gut aufgelegt – gesanglich und tänzerisch stark. Trotz einiger Längen, schlagerähnlichen Passagen und vereinzelter Tontechnikpatzer war die Premiere ein Erfolg – zumindest für den Großteil der Anwesenden. Die Meinungen der Zuhörer divergierten dementsprechend - einige fanden die Vorstellung wunderbar, einige waren etwas enttäuscht und konnten den Fall des Vorhangs kaum erwarten. Wiederum andere sagten gar, dass es an ein Wunder grenzen würde, wenn „Edgar Allan Poe“ ein voller Publikumserfolg werden sollte. Geschmäcker sind nun mal verschieden. Dabei hatte die Aufführung tatsächlich Potential. Bühnenbild, Besetzung und Kostüme waren gut gewählt. Selbst die Übergänge von Szenenbild zu Szenenbild waren bravourös gelöst. Hier waren Ideenmacher am Werk. Kritisch anzumerken waren die zuweilen etwas lang geratenen Textpassagen und der sehr großzügige Einsatz von Bühnennebel, welcher die Sicht in den oberen Rängen schmälerte. Manchmal ist weniger doch mehr. Doch wer lässt sich schon von technischen Mängeln abschrecken, wenn auf der Bühne das Leben tobt, tanzt und besungen wird. Zentrales Thema ist das Leben hinter dem Schriftsteller – frühe Verluste seiner Mutter (Joana-Maria Rueffer) und seiner Ehefrau (ausdrucksstark: Evita Komp) prägten ihn nachhaltig. Sein Aufstieg als Autor und sein Abstieg als Mensch, der Kampf mit seinem Nachlassverwalter Reverend Rufus Grisworld (schön hämisch: Gerd Vogel), all das wird auf 150 Minuten verarbeitet. Wenn zum Schluss der Bogen gezogen wird und Poe (intensiv und charismatisch: Björn Christian Kuhn) auf seine einstige Jugendliebe Elmira (Maryam El-Ghussein) trifft, scheint das glückliche Ende vorprogrammiert. Doch der Tod Poe’s reisst diese Träume wieder entzwei. Alles in allem eine passable Vorstellung. Was bleibt zu sagen? Eric Woolfson selbst blieb der Uraufführung seines Werkes fern, hatte er doch im Vorfeld Zweifel an der Umsetzung geäußert. Fehlendes Mitspracherecht bei der Ausführung, Differenzen zwischen seiner Vorlage und der Umsetzung durch Regisseur Frank Alva Buecheler veranlassten Woolfson sich von der Aufführung zu distanzieren. HalleForum.de wird später darüber berichten. Die nächste Vorstellung beginnt am 2.September um 19:30 Uhr im Opernhaus Halle.

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