Hier wird nicht diskutiert!

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Kolumne | Vermischtes
von Tobias Fischer

„Soll man denn zulassen, dass lauter Flegel und Grobiane regieren, wenn man’s sehr wohl besser machen kann? Das ist jedenfalls ein barbarisches, unvernünftiges Vorhaben. Da lasse man doch lieber gleich Säue und Wölfe zu Herren machen und über die setzen, die nicht darüber nachdenken wollen, wie sie von Menschen regiert werden. Ebenso ist es auch eine unmenschliche Bosheit, wenn man nicht weiter denkt als so: Wir wollen jetzt regieren

Hier wird nicht diskutiert!

„Soll man denn zulassen, dass lauter Flegel und Grobiane regieren, wenn man’s sehr wohl besser machen kann? Das ist jedenfalls ein barbarisches, unvernünftiges Vorhaben. Da lasse man doch lieber gleich Säue und Wölfe zu Herren machen und über die setzen, die nicht darüber nachdenken wollen, wie sie von Menschen regiert werden. Ebenso ist es auch eine unmenschliche Bosheit, wenn man nicht weiter denkt als so: Wir wollen jetzt regieren. Was geht es uns an, wie es denen gehen wird, die nach uns kommen? Nicht über Menschen, sondern über Säue und Hunde sollten solche Leute herrschen, die beim Regieren nichts mehr suchen als ihren Vorteil oder ihre Ehre ...“

Starker Tobak! Wer da mit Donnerstimme schrieb, wird sich der eine oder andere fragen? Mit seinem Namen schmückt sich die Hallesche Uni.

THALIA, Tochter des Zeus, war die Muse der komischen Dichtung und wird als Beschützerin des Theaters geehrt. Das Thalia Theater in Halle, das ihren Namen trägt und unter der Diktatur für die Kinder und Jugendlichen der Stadt geschaffen wurde, soll nun geschliffen werden, den Mitarbeitern wird bereits gekündigt. Kein Aufschrei geht durch diese Stadt.

Und das ist die frohe Botschaft für alle, die die göttliche Beschützerin der Theater noch nie gut leiden konnten: Das Kindertheater ist erst der Anfang. Denn wenn wir den Kindern das Theater austreiben, wird es keine Erwachsenen geben, die es vermissen. Gut, solange müssen wir nicht warten. Die teure Umwandlung der kulturellen Eigenbetriebe der Stadt in eine GmbH hatte einen einzigen, verschwiegenen Grund: Eine GmbH kann in die Insolvenz geführt werden. Und das wird sie, früher oder später, je nach Haushaltslage der Stadt.

Im Gespräch sind auch Haustarifverträge für die Mitarbeiter der Kultur GmbH. Das heißt, sie sollen auf 10% ihrer Gage verzichten und behalten dafür zwei Jahre ihren Job. Das ist doch erst mal was! Aber was wird danach und auch: verzichtet die ehrenwerte Leitung der GmbH auch auf 10% ihres Gehalts, oder der Aufsichtsrat? Oder werden die Abwickler höher geachtet als die, die immer noch und fleißig Abend für Abend ihr Publikum unterhalten?

Sei es, wie es ist. Macht doch die Bude dicht und vertreibt die Muse des Theaters mit Schimpf und Schande aus der Stadt. Dann geht sie eben in freundlichere Gefilde. So gehen wir mit Göttern um! Und mit Kindern, die unsere Zukunft sind! Ein Theaterverbot übrigens gab es in Halle doch schon mal, wir haben da erstklassige Erfahrungen. Pardon, in einer Demokratie wird ja nichts verboten, da wird geschlossen – aus Sachzwängen heraus.

„Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit.“ Der dumme Mensch, der das einst feststellte war deutscher Innenminister und hieß - Otto Schily. Was hat der Kerl sich bloß dabei gedacht?

Friedrich Ohnzorn

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