Kulturhäuptlinge übernehmen in Halle das Sagen

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Kampagne | Kunst & Kultur
von Tobias Fischer

Vielfältig eingesetzt werden kann das “Sternchen” hinter der neuen Stadtmarke “hallesaale*”. In einer neuen Kampagne des Stadtmarketing steht das Sternchen nun für “federführend”. Und das im doppelten Sinne

Kulturhäuptlinge übernehmen in Halle das Sagen

Vielfältig eingesetzt werden kann das “Sternchen” hinter der neuen Stadtmarke “hallesaale*”. In einer neuen Kampagne des Stadtmarketing steht das Sternchen nun für “federführend”. Und das im doppelten Sinne. Am Donnerstag wurde im Casino der Kulturinsel die dritte Auflage der Imagekampagne “nur bei uns” vorgestellt. Sieben außergewöhnliche Institutionen stellen in einer gemeinsamen 16seitigen Broschüre sich selbst und ausgewählte Veranstaltungen vor. Mit dabei sind die Stiftung Händel-Haus, die Moritzburg, das Landesmuseum für Vorgeschichte, die Franckeschen Stiftungen, die Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design, die Martin-Luther-Universität sowie die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle mit Thalia Theater, Kulturinsel, Oper und Staatskapelle. Mit sieben farbigen Federn, jede steht für eine Einrichtung, wirbt Halle in diesem Jahr unter dem Motto “Werden Sie Kulturhäuptling und erleben den Kultursommer in der Händelstadt Halle.”

Dabei wird nicht nur die Broschüre in der halleschen Touristinfo ausliegen sowie bei Kongresse und Messen auf halleschen Ständen verteilt. Auch 30.000 A0-Plakate will Stadtmarketing-Chef Stefan Voß bundesweit kleben lassen. Schwerpunkte sind neben Sachsen-Anhalt auch Sachsen, Thüringen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin. In der europäischen Kulturhauptstadt Essen wolle man “frech” als die “Kulturhäuptlinge” auftreten, kündigte Tristan Preuk vom Stadtmarketing eine Aktion in der Ruhrmetropole an.

Die halleschen Bühnen warten in diesem Jahr mit der 7. Französischen Woche (Mai) auf, werden in der Sommerpause die Stadt bespielen und starten im Herbst mit der Wagner-Oper Rheingold. 20 Jahre Wiederaufbau feiern die Franckeschen Stiftungen, werden dazu ein Wochenende lang die verfallene Fassade der letzten DDR-Monate auf das Waisenhaus projizieren. Die Jahresausstellung unter dem Motto “Gebaute Utopien” wird sich mit Franckes Schulstadt in der Geschichte europäischer Stadtentwürfe befassen.

Das seit einem Jahr wieder eröffnete Händelhaus wird weiterhin seine Dauerausstellung zeigen, die mittlerweile von 45.000 Menschen gesehen wurde. Zudem gibt es einige Sonderausstellungen, unter anderem “Menschenbilder bei Johann Mattheson” oder die Schau “Orlando furioso”, die sich mit Ludovico Ariosts Dichtung und Händels Musik beschäftigt. Eine Sonderschau im Herbst wird sich dem 200. Todestag von Robert Schumann widmen. Außerdem startet die neue Musikreihe “Musik in der Bohlenstube”. Und die beliebte Jazzreihe “ist’s session time” im Hof des Händelhauses wird fortgesetzt, konnte Bianca Berger vom Händelhaus versprechen.

Die Universität biete viel mehr als nur Bildungserlebnisse, erklärte Torsten Evers von der MLU. Er kündigte auch wieder hochrangige Kulturerlebnisse an wie die Reihe der Aula-Konzerte. Zudem werden im Löwengebäude wieder einige Ausstellungen zu sehen sein, wie zur Baugeschichte von Universitätsbauten. Die Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein ist unter anderem mit ihrer Jahresausstellung dabei, wird zudem am 4. Mai das Designhaus eröffnen.

Die Moritzburg präsentiert in diesem Jahr eine gemeinsame Ausstellung mit dem Händelhaus. Unter dem Motto “Orlando furioso” werden Illustrationen von Julius Schnorr von Carolsfeld und Johannes Grützke gezeigt. Im Oktober wird die Schau “Dialog in Bildern” mit Franz Marc und Paul Klee gezeigt. Dabei präsentiere man auch damalige Korrespondenzen zwischen beiden Künstlern, so Wolfgang Heger von der Moritzburg.

Ein “kultureller Leuchtturm”, ein “Kulturhäuptling” ist auch das Landesmuseum für Vorgeschichte. Dort wird weiterhin die Sonderschau Elefantenreich zu sehen sein, die bereits von 15.000 Gästen besucht wurde.

Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados, die die Werbeaktion “wunderbar” nannte und nach eigenen Angaben nur durch Zufall davon erfuhr und nun die Broschüren gerne und oft verteile, vermisste allerdings die Halloren und das Salinemuseum. “Die gibt es auch nur bei uns.” Vielleicht sind sie ja schon im nächsten Jahr dabei? Jedenfalls wolle man auf die geplante Umgestaltung der Ausstellung warten, so Stadtmarketing-Chef Voss.

Die Idee zur Broschüre kam direkt aus den Einrichtungen selbst. Das Heft ist in den Einrichtungen und der Tourist-Information im Marktschlösschen erhältlich.

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