Universitätsmuseum zeigt Kupferstiche Jacques Callots

von 22. April 2015

Jacques Callot (1592-1635) gilt als einer der bedeutendsten Künstler des Manierismus. Dabei handelt es sich um eine Übergangsepoche zwischen Renaissance und Barock. Bekannt wurde der Franzose mit seinen Darstellungen kleiner, nach der Mode gekleideter Figuren sowie Feldschlachten und Belagerungen. Eine Zeit lang war Callot sogar als Künstler am Hof der Medici angestellt. „Das Besondere an Callots Werk ist seine Vielfalt. Es werden sowohl die schönen, lustigen aber auch die skurrilen oder grausamen Seiten des Lebens gezeigt, etwa wenn er Kriegsszenen darstellt”, sagt Archiv- und Kustodieleiter Dr. Michael Ruprecht. Die mehr als 100 ausgestellten Original-Kupferstiche sollen einen Einblick in das vielseitige Schaffen des Künstlers geben. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit zahlreichen Abbildungen und wissenschaftlichen Beiträgen.

Insgesamt befinden sich rund 700 Kupferstiche Callots im Besitz des Kupferstichkabinetts der MLU, das 1820 von Adam Immanuel Weise gegründet wurde. Insgesamt zählt sein Bestand etwa 11.000 Blätter. „Damals wie heute dient es als Lehr- und Forschungssammlung für Kunsthistoriker”, berichtet Ruprecht. Im Kabinett selbst sind zahlreiche Grafiken wichtiger europäischer Künstler aus fünf Jahrhunderten versammelt. Die Idee zu der Ausstellung ist aus einem Uni-Seminar entstanden, das vom Institut für Kunstgeschichte gemeinsam mit der Zentralen Kustodie ausgerichtet wurde.

Ausstellung:Die Grauen des Krieges – Die Freuden des Lebens. Graphiken von Jacques Callot aus dem Kupferstichkabinett der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Universitätsmuseum, Löwengebäude
Universitätsplatz 11, 06108 Halle (Saale)
24. April 2015 bis 19. Juli 2015

Jeweils Di bis Fr von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr; So von 14 bis 18 Uhr; an Feiertagen geschlossen
Eintritt frei; Führungen am 3. Mai, 7. Juni und 5. Juli 2015, jeweils um 15 Uhr, weitere Führungen auf Anfrage möglich
Vernissage am 23. April um 18 Uhr
Finissage am 19. Juli 2015 um 15 Uhr