Problemviertel Schlosserstraße – Missbrauch deutscher Sozialsysteme

von 15. April 2019

Jedes Jahr suchen bulgarische und rumänische Staatsangehörige ihr Glück in Deutschland. Viele von ihnen arbeiten hart – oft in Branchen, in denen Deutsche nicht mehr arbeiten wollen. Sie sind eine wichtige Stütze für die deutsche Wirtschaft.

Doch es gibt auch Probleme mit der Zuwanderung aus Südosteuropa. Obwohl die Bundespolitik im Rahmen der EU-weiten Arbeitnehmerfreizügigkeit versprochen hat, dass es keine Einwanderung in die Sozialsysteme geben soll, häufen sich gerade diese Fälle zu Tausenden. Recherchen von „Exakt – Die Story“ haben jetzt ergeben, dass windige Geschäftemacher eine Lücke im Gesetz ausfindig gemacht haben, die eine fast risikolose Einwanderung von EU-Ausländern in die deutschen Sozialsysteme ermöglicht. Der Trick: Scheinselbständigkeit oder Scheinbeschäftigung.

Betroffen sind rund 20 Städte, dazu gehören beispielsweise Halle, Magdeburg, Duisburg und Hagen. Seit 2011 ist das Problem bekannt, doch bislang gab es nur halbherzige Versuche, es zu lösen. In Halle fand kürzlich sogar eine großangelegte Razzia der Bundespolizei statt. Gesucht wurden rumänische Schleußer, die im „Problemviertel“ Schlosserstraße wohnen sollen.

„Exakt – Die Story“ wirft einen Blick hinter die Kulissen dieser Form der Einwanderung. Wer profitiert davon? Warum gelang es bislang nicht die Gesetzeslücke zu schließen und dem Treiben einen Riegel vorzuschieben? Die Suche nach den Hintermännern führt die Autoren bis nach Südosteuropa.