Zwischen Lausitz und Thüringer Schlössern - Mitteldeutschland als Filmkulisse

„Kino Völkerfreundschaft Merseburg“ e.V. | Musik & Film
von hallelife.de | Redaktion

Für alle Altersgruppen bieten die DEFA-Filmtage zu ihrer 15. Auflage in Merseburg ein attraktives Programm im Domstadtkino. Zu allen Filmen können Sie bereits im Vorfeld Bildmaterial anfordern.

  1. März 2020, 13.30 Uhr: „Nicht schummeln Liebling“

Musikfilm, DDR 1972, 88 Min., FSK: 0, Regie: Joachim Hasler, Drehbuch: Joachim Hasler, Heinz Kahlow, Musik: Gerhard Siebholz, Frank Schöbel Darsteller: Frank Schöbel, Chris Doerk, Dorit Gäbler, Christel Bodenstein, Rolf Herricht, Horst Schulze.

Für den Bürgermeister von Sonnethal dreht sich alles nur um Fußball - Männerfußball natürlich. Doch was passiert, wenn plötzlich eine Frauenmannschaft erfolgreich auf dem Rasen mitmischt? Die Privilegien der Männer geraten dadurch kräftig ins Wanken. Klar, dass das zu einigen Turbulenzen im Ort führt. Für den Film verwandelt sich Quedlinburg in das fußballbegeisterte Sonnethal.

 

  1. März 2020, 15.30 Uhr Lesung Christoph Hein: „Gegenlauschangriff - Anekdoten aus dem letzten deutsch-deutschen Kriege“

Er gilt als der Chronist deutsch-deutscher Verhältnisse, als präziser Sezierer einer einst geteilten Nation, die noch immer nicht richtig zusammengefunden hat – und als fulminanter Geschichtenerzähler. Der Bestsellerautor, der bislang vorrangig die Geschichten anderer erzählt hat, berichtet nun von seinen persönlichen Erlebnissen: Davon, wie der Vater seines Freundes Thomas Brasch diesen verriet. Von einem Regisseur, der „das Leben der anderen“ verfilmt hat und dabei von Hein mehr über dieses Leben erfahren wollte. Von Zensur und Reise(un)freiheit und wie all das Geschichte wurde. Christoph Hein nimmt die deutsch-deutschen Verhältnisse anders in den Blick: Anhand persönlicher Erlebnisse, die mal komisch sind, mal bitter, und manchmal beides zugleich.

 

  1. März 2020, 18.30 Uhr: „Tangospieler“

Spielfilm, Deutschland/ Schweiz 1991, 96 Min., FSK: 12, Regie: Roland Gräf, Drehbuch: Roland Gräf, Darsteller: Michael Gwisdek, Corinna Harfouch, Hermann Beyer, Peter Prager, Peter Sodann, Jaecki Schwarz, Gunter Schoß.

Dr. Hans Peter Dallow wird 1966 zu 21 Monaten Haft verurteilt. Er war zur falschen Zeit am falschen Ort. Dafür dass er am Klavier in einem Studentenkabarett einsprang, wurde er verhaftet. Aufgrund der Verurteilung verlor Dallow seine Stelle an der Uni Leipzig. Zwei zwielichtige Herren bieten ihm nach der Entlassung an, wieder an der Uni zu arbeiten. Er soll ihnen dafür lediglich Informationen liefern. Dallow lehnt ab, aber es fällt ihm, schwer Fuß zu fassen. Als er gerade eine neue Anstellung auf Hiddensee gefunden hat, bricht der Prager Frühling aus. Sein Nachfolger in Leipzig wird entlassen und ihm wird sein alter Job angeboten – Dallow nimmt an. Viele Szenen des Films wurden in Leipzig gedreht.

 

  1. März 2020, 14.00 Uhr: „Weiße Wölfe“

Indianerfilm, DDR 1969, 96 Min., FSK 12, Regie: Konrad Petzold, Bosko Boskovic, Drehbuch: Günter Karl, Darsteller: Gojko Mitic, Horst Schulze, Barbara Brylska, Holger Mahlich, Fred Delmare, Rolf Hoppe, Gerry Wolff, Michael Gwisdek.

Unter der Führung von Häuptling Weitspähender Falke versuchen vier Dakota-Indianer sich der Stammesgruppe der Cheyenne anzuschließen. Gleichzeitig macht sich ein Trupp Händler der Minengesellschaft auf den Weg. Sie transportieren Geld, das ihnen eine Bande der konkurrierenden Minengesellschaft abjagen will. In diese Auseinandersetzung werden auch die vier Dakota hineingezogen. Neben der Hohen Tatra und dem Dinarischen Gebirge diente auch ein Kalksteinbruch in der Nähe von Halle als Kulisse für den Film.

 

  1. März 2020,14.30 Uhr: „Familie Brasch – eine deutsche Geschichte“

Dokumentarfilm, Deutschland 2018, 108 Min., FSK ab 6, Regie: Annekatrin Hendel.

Ein Stück DDR-Geschichte durch das Brennglas der ostdeutschen Funktionärs- und Künstlerfamilie Brasch betrachtet. Vater Horst wird 1963 stellvertretender Minister für Kultur und baute die DDR nach dem Krieg mit auf. Seine Söhne stehen dem Sozialismus jedoch kritisch gegenüber. Nach dem Prager Frühling 1968 bricht der Konflikt zwischen dem Vater und Sohn Thomas offen aus. Alle Kinder, Thomas, Klaus, Peter und Marion, arbeiten im Kulturbereich. 1989 endet der Traum vom Sozialismus auch für die Familie. Im Film kommen neben Marion und Lena Brasch prominente Weggefährten, Vertraute und Freunde zu Wort. Gedreht wurde dafür unter anderem in Chemnitz.

 

  1. März 2020, 15.00 Uhr „For eyes only“

Spionagefilm, DDR 1963, 103 Min., FSK 6, Regie: Janos Veiczi, Drehbuch: Harry Thürk u.a., Darsteller: Alfred Müller, Renate Geißler, Helmut Schreiber, Werner Lierck, Martin Flörchinger, Christine Laszar, Marion van de Kamp.

Hansen arbeitet als Kundschafter der DDR bereits seit drei Jahren erfolgreich in der Dienststelle des MID in Würzburg. Dort liegen streng geheime Papiere zur Übernahme der DDR. Irgendwer wird misstrauisch, da zu viele Spione des MID Würzburg enttarnt wurden. Doch Hansen übersteht den Lügendetektortest. Und findet den Ort, an dem die Pläne lagern. Ihm gelingt es, diese zu entwenden und auf einer waghalsigen Tour über die Grenze zu bringen. Die Pläne der Amerikaner sind vereitelt. Gedreht wurde unter anderem in Leipzig.

 

  1. März 2020, 16.00 Uhr: Filme historisch gesehen: Herr Hoffmann

 

  1. März 2020, 17.00 Uhr: „Fallada – letztes Kapitel“

Spielfilm, DDR 1988, 101 Min., FSK: Keine Angabe, Regie: Roland Gräf, Drehbuch: Helga Schütz, Darsteller: Jörg Gudzuhn, Jutta Wachowiak, Corinna Harfouch, Ulrike Krummbiegel, Marga Lega, Hermann Beyer, Katrin Sass.

1937 bis 1947, die letzten zehn Jahre im Leben von Hans Fallada, eine Zeit tiefster Depressionen, der Alkohol- und Tablettenabhängigkeit, der Treue und Hilfe durch seine Frau Anna und seiner Liebe zu Else-Marie Bukonje und Ursula Losch. Er kann schreiben, seine Erzählungen und Romane werden gelesen. So soll er im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda einen antijüdischen Roman schreiben. Seine Sucht macht ihn angreifbar, aber er schafft es, seinen eigenen Roman „Der Trinker“ zu verfassen. Nach dem Krieg wird er Bürgermeister, doch pragmatisch ist er nicht veranlagt. Er schreibt noch den Roman „Jeder stirbt für sich allein“ und stirbt selbst mit nur 53 Jahren. Gedreht wurde unter anderem im mecklenburgischen Carwitz und Teterow.

 

  1. März 2020, 17.30 Uhr: „Das unsichtbare Visier“ – „Das Wasserschloss“

Spionage-Serie, Folge 3, DDR 1973, 70 Min., FSK: 12, Regie: Peter Hagen, Drehbuch: Herbert Schauer und Otto Bonhoff, Darsteller: Armin Mueller-Stahl, Wolfgang Greese, Jessy Rameik, Helmut Schellhardt, Alfred Struwe, Wilfried Ortmann.

Der Kundschafter des MfS Werner Bredebusch alias Achim Detjen ist inzwischen bestens vernetzt mit ehemaligen Luftwaffensoldaten in der BRD. Er arbeitet nun im Amt Blank, wo er mitbekommt, wie die Wiederbewaffnung der BRD vorangetrieben wird. In „Das Wasserschloss“ verwandelte sich das Thüringer Schloss Burgk in den geheimen Konferenzort bei Delmenhorst, wo Politik und Militärs über die Wiederbewaffnung diskutierten. Bredebusch kommt dabei an die Sitzungsprotokolle und leitet diese an das MfS weiter.

 

  1. März 2020, 18.00 Uhr: „Wolz – Leben und Verklärung eines deutschen Anarchisten“

DEFA-Spielfilm, DDR, 1973, 110 Min., Regie: Günter Reisch, Drehbuch: Günter Reisch, Günther Rücker, Werner Beck, Darsteller: Regimantas Adomaitis, Heidemarie Wenzel, Erwin Berner, Herwart Grosse, Helga Göring

Der Film schildert das Leben des Revolutionärs Max Hoelz. Der erste Weltkrieg macht aus dem „guten christlichen“ Kind einen Revolutionär, der die reichen Kriegsgewinnler zwingt, ihr so erworbenes Geld an die Armen zu verteilen. Seine Aktionen zeigen ihm, mit der Waffe in der Hand, bekommt man alles. Von einem organisierten Kampf oder dem Streik hält er nichts. Doch sein Erfolg hält nicht an.

 

 

  1. März 2020, 18.30 Uhr: „So klang die DEFA – Filmmusik aus Babelsberg“

Dokumentarfilm, Deutschland 2018, 45 Min., FSK: Keine Angabe, Regie: Knut Elstermann

Die Dokumentation holt bekannte Melodien von DEFA-Klassikern wie „Ein heißer Sommer“ oder „Paul und Paula“ wieder hervor. Sie blickt hinter die Kulissen der Entstehung, zeigt mit welchem Aufwand orchestrale Begleitung produziert wurde. Dabei kommen Komponisten, Musiker und Schauspieler der Zeit zu Wort und berichten aus den eigenen Erinnerungen.

 

  1. März 2020, 20.30 Uhr: „Bitte nach Mitte! - Die Schauspielschule „Ernst Busch“ zieht um“

Dokumentarfilm, Deutschland 2019, 62 Min., FSK: Keine Angabe, Regie: Anne Osterloh

Nach der Wende sollte die älteste Schauspielschule Deutschlands abgewickelt werden. Sie schien im vereinigten Berlin nicht mehr notwendig zu sein. Erst engagierte Studenten und Dozenten setzten einen Neubau durch, der heute in Berlin Mitte steht. Die Dokumentation lässt die Geschichte des Hauses Revue passieren. In persönlichen Erzählungen berichten ehemalige Schüler, Absolventen oder Lehrende, die inzwischen selbst echte Stars sind.

 

  1. März 2020, 12.30 Uhr: „Menschen am Sonntag“

Stummfilm mit Klavierbegleitung, Deutschland 1930, 74 Min., FSK: keine Angabe, Regie: Robert Siodmak, Billie Wilder, Darsteller: Erwin Splettstößer, Brigitte Borchert, Wolfgang von Waltershausen, Christl Ehlers, Annie Schreyer

Der Film schildert das Leben junger Menschen Ende der zwanziger Jahre in der Metropole Berlin. Was tun an einem Sonntag im Sommer? Junge Menschen verabreden sich, fahren oder laufen hier und dort hin, gehen baden, unternehmen eine Bootsfahrt und immer ist die Kamera dabei. Sehenswert sind demzufolge die Bilder von Berlin.

 

  1. März 2020, 14.00 Uhr: Filme historisch gesehen: Herr Hoffmann

 

  1. März 2020, 14.30 Uhr: „Das unsichtbare Visier“ - „King-Kong-Grippe“

Spionage-Serie, 2. Staffel, Folge 13/ 14, DDR 1978; 203 Min, FSK: 12, Regie: Peter Hagen, Drehbuch: Michel Mansfeld, Musik: Walter Kubiczek, Darsteller: Horst Schulze, Gunter Schoß, Marion van der Kamp, Jürgen Heinrich, Rolf Hoppe, Giso Weißbach

Die Kundschafter Dr. Clemens und der junge Alexander erfahren, dass der amerikanische Geheimdienst CIA eine Psychodroge in Deutschland testen will. Dazu soll das Weihwasser in der Spessart-Kleinstadt Grünreuth kontaminiert werden. Die DDR-Agenten schaffen es unter großem persönlichem Einsatz, den Anschlag gegen die Kirchgänger zu vereiteln und in den Besitz des Gegenmittels zu kommen. Den Einzeltest der CIA können sie zwar nicht mehr verhindern, der infizierte Bauunternehmer Alois Leutwiler aber sprengt bei seinem Suizid auch das Drogenreservoir der Bundeswehr mit in die Luft. Gedreht wurden die Folgen u.a. in der südthüringischen Kleinstadt Leutenberg

 

  1. März 2020, 15.15 Uhr: „Gundermann Revier“

Dokumentarfilm, Deutschland 2019, 97 Min., FSK: keine Angabe, Regie und Buch: Grit Lemke, Bildgestaltung: Uwe Mann

Gerhard Gundermann und das Lausitzer Revier: Anziehung und Gegensatz, Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt. Hier bündeln sich die großen Fragen der Zeit wie in einem Brennglas. Ein Film über einen, der, wie er selbst schrieb „die Welt nicht retten können aber möchten; mit viel zu kurzen Messern in viel zu langen Nächten“.

Gedreht in der Lausitz und Hoyerswerda.

 

  1. März 2020, 15.15 Uhr: „Das Vorspiel“

Spielfilm, Deutschland 2019, 99 Min., FSK: 12, Regie: Ina Weiss, Darsteller: Nina Hoss, Ilja Monti, Simon Abkarian, Sophie Rois, Thorsten Merten.

Anna ist Geigenlehrerin an einem Musikgymnasium und sehr ehrgeizig, was sie auch auf ihre Schüler überträgt. Sehr stark engagiert sie sich für einen neuen Schüler, den sie auf die Zwischenprüfung vorbereitet. Ihre eigene Familie vernachlässigt sie dafür. Als sie selbst in einem Konzert versagt, treibt sie ihren Schüler umso stärker an. Am Tag der Zwischenprüfung kommt es zu einem folgenschweren Unglück. Einige Szenen wurden in Halle gedreht.

 

  1. März 2020,18.00 Uhr: „Der Geburtstag“

Spielfilm, Deutschland 2019, 80 Min., FSK: keine Angabe, Regie und Drehbuch: Carlos A. Morelli, Darsteller: Mark Waschke, Anne Ratte-Polle, Kasimir Brause, Finnlay Jan Berger

Eine Geburtstagsfeier für den siebenjährigen Lukas wird Anlass für den getrenntlebenden Vater Matthias, über seine Rolle als Teilzeitvater nachzudenken. Während sich die Kinder in ihrem Reich austoben, sagt in der Küche Matthias das anstehende Vater-Sohn-Wochenende mal wieder ab. Zu gestresst ist sein beruflicher Alltag. Erst als eines der Geburtstagskinder von seinen Eltern nicht abgeholt wird, fühlt er so etwas wie Verantwortung für das hilflose Kind. Gedreht wurde der Film in Halle.

 

weitere Informationen unter: http://www.filmtage-merseburg.de/ oder bei Facebook unter: @filmtagemerseburg.

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