Staatsministerin Monika Grütters fördert Spielfilmvorhaben mit 4,2 Mio. Euro

Bundesregierung | Musik & Film
von hallelife.de | Redaktion

Die Corona-Pandemie hat schwerwiegende Auswirkungen auf die gesamte Filmbranche. Um Autoren und Autorinnen, Regisseuren und Regisseurinnen sowie Produktionsfirmen, die bereits einen Förderantrag bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gestellt haben, in der aktuellen Situation Planungssicherheit zu geben und die Weiterentwicklung ihrer Projekte zu ermöglichen, war es Kulturstaatsministerin Monika Grütters ein Anliegen, an den ersten Sitzungsterminen der Jurys der kulturellen Filmförderung festzuhalten. Dies gilt ebenso für die kommenden Einreichtermine der Spielfilm- und Dokumentarfilmförderung zum 16. April 2020 bzw. 4. Juni 2020.

In der Sitzung der Jury für Spielfilmförderung am 24. und 25. März 2020 wurden aus insgesamt 31 eingereichten Anträgen auf Produktionsförderung acht Filmvorhaben und aus 36 Anträgen auf Drehbuchförderung vier Stoffe durch die unabhängige Jury zur kulturellen Filmförderung vorgeschlagen. Den Empfehlungen folgend, fördert Staatsministerin Monika Grütters die unten genannten programmfüllenden Spielfilmvorhaben mit insgesamt
4,2 Millionen Euro.

Wahre Begebenheiten und Biografien standen Vorbild für etliche der geförderten Filmvorhaben. So erzählt Andreas Dresen in „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ die bewegende Geschichte von Rabiye Kurnaz, deren Sohn Murat als vermeintlicher Terrorist jahrelang im Gefangenenlager in Guantanamo Bay inhaftiert war. In „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ schildert Hans-Christian Schmid die Geiselnahme von Jan Philipp Reemtsma aus der Perspektive seines damals dreizehnjährigen Sohnes. Auf persönlichen Erfahrungen basiert Jessica Krummachers „Zum Tod meiner Mutter“. Sie widmet sich auf berührende Weise dem Thema Sterbebegleitung. Unter den geförderten Projekten befinden sich zudem unter anderem die neuen Filmvorhaben von Angela Schanelec und Nicolette Krebitz.

Bei den geförderten Projekten der Sitzung der Jury Spielfilm vom 24./25. März 2020 handelt es sich im Einzelnen um Folgende:

Produktion

„Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“, Produktionsfirma: Pandora Film Produktion GmbH, Köln, Autorin: Laila Stieler, Regisseur: Andreas Dresen, Fördersumme: 800.000 Euro.
Inhalt: Der Kampf um die Freilassung ihres Sohnes katapultiert die türkische Hausfrau Rabiye Kurnaz aus ihrem Reihenhaus in Bremen Hemelingen direkt in die Weltpolitik und schließlich vor den Supreme Court in Washington. An ihrer Seite der Menschenrechts-anwalt Bernhard Docke, der mit ihr streitet und ihr ein Freund wird.

„Wir sind dann wohl die Angehörigen“, Produktionsfirma: 23/5 Filmproduktion GmbH, Berlin, Autoren: Michael Gutmann, Hans-Christian Schmid, Regisseur: Hans-Christian Schmid, Fördersumme: 750.000 Euro.
Inhalt: Die Entführung Jan Philipp Reemtsmas wird aus der Perspektive seines damals 13-jährigen Sohnes erzählt. Die Geschichte einer Familie im Ausnahmezustand.

„AEIOU - Das schnelle Alphabet der Liebe“, Produktionsfirma: Komplizen Film GmbH, Berlin, Autorin und Regisseurin: Nicolette Krebitz, Fördersumme: 600.000 Euro.
Inhalt: Sie dachte, es würde ihr nicht mehr passieren. Er wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Eine Dame und ein Dieb. Eine unmögliche Liebesgeschichte.

„König Ödipus“, Produktionsfirma: faktura film GmbH, Berlin,
Autorin und Regisseurin: Angela Schanelec, Fördersumme: 500.000 Euro.
Inhalt: In Griechenland wächst ein Junge bei seinen Stiefeltern auf. An einer Küstenstraße ermordet der unwissende Waise 20 Jahre später seinen Vater. Als Häftling trifft er auf seine schöne Mutter, die im Gefängnis arbeitet...

„Zum Tod meiner Mutter“, Produktionsfirma: Walker + Worm Film GmbH & Co. KG, München, Autorin und Regisseurin: Jessica Krummacher, Fördersumme: 380.000 Euro.
Inhalt: Julianes Mutter Kerstin ist schwer krank. Kerstin lebt in einem Pflegeheim. Jetzt will sie sterben und hört auf zu essen und zu trinken. Juliane begleitet ihr Mutter dabei. Freunde und Bekannte nehmen Abschied. Juliane auch, ganz langsam. Langsam ist der Tod des Verdurstens und Verhungerns. Tochter und Mutter sind sich unendlich nah, körperlich und geistig. Bis etwas sie trennt: der ersehnte Tod.

„Heart of Light“, Produktionsfirma: Heartbeatt Pictures, Berlin, Autorin und Regisseurin: Cynthia Beatt, Fördersumme: 370.000 Euro.
Inhalt: Die Elemente, Fidschis Bewohner, Kultur, Landschaften, Fauna und Flora, die westlichen Reisenden und die Erzählerin (Tilda Swinton), die nach langer Abwesenheit zurück kehrt in das Land, in dem sie aufgewachsen ist, bilden ein vielschichtiges und visuell eindrucksvollen Narrativ und bieten eine in vielerlei Hinsicht einzigartige Sichtweise auf die Südsee. Eine fiktive Geschichte, eingebettet in die Realität der Inseln.

„Ghost in Radar aka Softex“, Produktionsfirma: Arden Film GmbH, Berlin, Autor und Regisseur: Noaz Deshe, Fördersumme: 350.000 Euro.
Inhalt: Eine Gruppe junger Syrer in einem Flüchtlingslager in Griechenland beschließt gemeinsam einen Zombie-Film zu drehen, der als gruselige Satire über ihre Ängste vor der Einwanderung angelegt ist und sich in eine 3D-Action-Animation entwickelt, bei der sich immer mehr die Frage stellt, was eigentlich real ist.

 „Grand Jeté“, Produktionsfirma: brave new work GmbH, Hamburg, Autorinnen: Anna Melikova, Isabelle Stever, Regisseurin: Isabelle Stever, Fördersumme: 330.000 Euro.
Inhalt: Nadja hat sich von ihrem 16-jährigen Sohn entfremdet, um sich auf ihre Ballett-Karriere konzentrieren zu können. Als sie den Sohn, der bei ihrer Mutter aufgewachsen ist, nach Jahren auf einer Familienfeier wieder trifft, entwickelt sich eine Zuneigung, die weit über mütterliche Liebe hinausgeht.


Drehbuch

„Hanna & Alma“, Autorin: Friederike Jehn, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: „Hanna & Alma“ ist die Geschichte zweier Frauen, die ihr Leben ihrem besonderen Talent verschrieben haben. Doch kurz vor dem jeweiligen Durchbruch als Turmspringerin und Cellistin werden sie plötzlich zum Stillstand gezwungen. Die Lösung liegt in der Auseinandersetzung mit ihrer gemeinsamen Geschichte.

„Der Uhu“, Autor: Moritz Krämer, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Georg Koswies (55) will für seine Tochter Lilly (20) ein erfolgreicher Musiker sein und sie als Vorprogramm mitnehmen. Als ihn die Plattenfirma absägt, wird Georg selbst zum Vorprogramm und seine Eifersucht droht alles kaputt zu machen.

„Weißes Gold“, Autor: Daniel Nocke, Schleswig. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Die ehrgeizige Ursula Zorn dirigiert Anfang des 18. Jahrhunderts den Alchimisten Johann Friedrich Böttger durch die Höfe der Kurfürsten, die sich, geblendet von ihrer Gier nach Gold, den verschiedensten Hochstaplern ausliefern. Am Ende führt der Weg zu Erfindung des europäischen Porzellans.

„Verloren“, Autorin: Nathalie Steinbart, Berlin. Fördersumme: 30.000 Euro.
Inhalt: Während der Flucht von Mexiko in die USA verliert der 5-jährige Anselmo seine Familie in der Wüste. Er wird von einem deutschen Paar adoptiert und begibt sich Jahre später auf die Suche nach seinem Ursprung.

Der Jury Spielfilm gehörten in dieser Sitzung an:
Jakob Claussen (Produzent / München),
Susan Gordanshekan (Regisseurin, Autorin / Berlin, München),
Claudia Kühn (Dramaturgin, Drehbuchautorin, Lektorin / Berlin),
Michael Meyns (Filmkritiker und -journalist, Berlin),
Andrea Schütte (Produzentin, Hamburg).


Die aktuellen Filmförderungsrichtlinien, Antragsformulare und Merkblätter sind im Internet unter https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/medien/filmfoerderung abrufbar.

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