Kriminalstatistik des Polizeireviers Halle (Saale) für das Jahr 2017

PRV Halle (Saale) | Polizei/Feuerwehr
von hallelife.de | Redaktion

Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeireviers Halle (Saale) für das Jahr 2017

Weniger erfasste Straftaten insgesamt - Aufklärungsquote von 45,1 % - Mehr Vermögensdelikte - Rückgang der Delikte des Diebstahls und Besonders schweren Diebstahls, insbesondere in/aus Kellern - Steigerung der Raubstraftaten

Anzahl der Fälle, Aufklärung , Tatverdächtige 

Im Jahr 2017 wurden 28.890 Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik registriert, das sind 317 Fälle (-1,1%) weniger als 2016. Die Aufklärungsquote liegt bei 45,1%. Insgesamt wurden 13.036 Straftaten aufgeklärt.

Mit den 13.036 geklärten Straftaten im Jahr 2017 wurden insgesamt 7.908 Tatverdächtige ermittelt, dies sind 992 weniger als im Vorjahr. Unter den Tatverdächtigen waren 1.916 Nichtdeutsche. Dieser Gruppe sind alle Personen zuzuordnen, die nicht im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft sind. Hierzu gehören neben Asylbewerbern, Kriegsflüchtlingen, Duldungsinhabern oder sich hier illegal aufhaltenden Ausländern auch Angehörige aus EU-Mitgliedstaaten, Touristen, Ausländer mit dauerhaftem Bleiberecht (z.B. Angehörige von Spätaussiedlern, Besitzer von Niederlassungserlaubnissen), Arbeitskräfte, Studenten oder Schüler.

Von dieser Gruppe wurden 47 Tatverdächtige im Zusammenhang mit ausländerrechtlichen Verstößen registriert.

Die Anzahl der Jungtatverdächtigen beträgt 1.477

Im Jahr 2017 wurden 72,5% der aufgeklärten Straftaten des Besonders schweren Fall des Diebstahls und 94,7% der aufgeklärten Fälle des Diebstahls gesamt in/aus Boden- und Kellerräumen durch Konsumenten harter Drogen begangen, die das Diebesgut umgehend veräußern, um aus dem Erlös ihre Sucht zu finanzieren. Ein Großteil der Einbruchsdiebstähle ist unter diesen Gesichtspunkten der indirekten Beschaffungskriminalität zuzuordnen.

 

Opfer

Insgesamt wurden 4.940 Opfer einer Straftat registriert. Davon waren 3.033 männlich und 1.907 weiblich. 3.740 Opfer sind Erwachsene, 377 Heranwachsende, 430 Jugendliche und 393 Kinder.

 

Anteil ausgewählter Delikte an der Gesamtkriminalität, Aufklärung

Die Entwicklung der einzelnen Deliktsbereiche verlief nicht homogen, so zeichneten sich Rückgänge bei Delikten des Diebstahls und Besonders schweren Diebstahls ab, gleichzeitig kam es bei Vermögens- und Fälschungsdelikten sowie den Raubdelikten zu einer Steigerung.  Beleidigungsdelikte hingegen wurden in fast gleichbleibender Anzahl registriert.

Mit insgesamt 3.715 erfassten Straftaten im Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte im Jahr 2017 wurden im Vergleich zum Vorjahr 431 Fälle mehr registriert (+13,1%). Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 12,9%. Es konnten 2.388 Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt somit bei  64,3%, 4,8% weniger im Vergleich zu 2016.

 

Vergewaltigungen/sexuelle Nötigungen wurden 51 Fälle erfasst, wovon 68,6% aufgeklärt wurden. Das bedeutet, dass 21 Fälle mehr erfasst worden sind als 2016. Diese Straftaten haben einen Anteil an der Gesamtkriminalität von 0,2%.

 

Bei der Gewaltkriminalität ist im Vergleich zu 2016 eine Zunahme um 18,6% zu verzeichnen. 2017 wurden insgesamt 1.085 Fälle registriert und somit 170 mehr als im Jahr 2016. Die Aufklärungsquote beträgt 65% (2016 = 67,8%). Die Gewaltkriminalität umfasst u.a. gefährliche und schwere Körperverletzungen, Raubstraftaten oder Vergewaltigungen.

 

In der Straftatengruppe Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit ist im Vergleich zu 2016 eine Zunahme zu konstatieren. Mit insgesamt 4.225 erfassten Fällen im Jahr 2017 wurden 609 mehr als im Jahr 2016 (+16,8%) registriert. Wie bereits im Vorjahr konnte mit einer Aufklärungsquote von 80,2 % in diesem Deliktsfeld eine hohe Aufklärung erzielt werden.

Im Jahr 2017 wurden 614 Bedrohungen registriert und somit 147 Fälle mehr als im Jahr 2016 (+31,5%).

Eine Seigerung ist auch bei den Raubstraftaten um 34 Fälle = +14,8 % (2016= 230 Fälle und 2017= 264 Fälle) zu verzeichnen.

Bei den Fällen des Handtaschenraubs gab es zum Vorjahr keine Änderung. Es wurden 2017, gleichbleibend zu 2016, 10 Fälle erfasst.

Ein Anstieg ist bei den Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen. 2017 wurden 2.976 Fälle erfasst und somit 387 mehr als im Jahr 2016 (+14,9%).

Ebenso angestiegen sind die Fälle der Nötigungen. Hier ist ein leichter Anstieg von 226 Fällen im Jahr 2016 auf 246 Fälle im Jahr 2017 zu verzeichnen (+8,8%).

Mit 47,8% nehmen die Diebstahlsdelikte insgesamt einen Großteil der Gesamtkriminalität ein. Im Jahr 2017 ist im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang der Fallzahlen des Diebstahls um 504 Fälle auf 13.812 (-3,5%) festzustellen. Aufgeklärt wurden 23,4 % (= 3.237 Fälle). Die Aufklärungsquote stieg um 4,6%.

 

Noch stärker rückgängig verläuft die Entwicklung bei den Diebstahlsdelikten im besonders schweren Fall. Bei diesen zeichnete sich im Jahr 2017 ein Rückgang auf 8.791 Fälle ab. Im Jahr 2016 waren es noch 9.718 Fälle. Dies bedeutet -9,5%.  Die Aufklärung stieg um 3,6% auf 10,9 % (= 957 Fälle).

 

Ausgewählte Fallzahlen aus dem Bereich des besonders schweren Diebstahls:

  • Einbruchsdiebstähle in/aus Dienst-/Büro-/Lagerräumen (-167 Fälle; -23,0%)

  • Einbruchsdiebstähle in/aus Rohbauten/Baustellen (+16 Fälle, +15,0%)

  • Einbruchsdiebstähle in/aus Kraftfahrzeugen (-78 Fälle; -13,0%)

  • Wohnungseinbruchsdiebstähle (-23 Fälle, -5,5%)

  • Einbruchsdiebstähle in/aus Boden- und Kellerräumen (-908 Fälle, -23,0%)

  • Fahrraddiebstähle (+309 Fälle; +9,2%).

 

Im Bereich der Einbruchsdiebstähle in/aus Boden- und Kellerräumen stellt sich die Entwicklung wie folgt dar: Insgesamt erfasste die Polizei 2017 3.045 Fälle, das sind 908 weniger als im Jahr 2016. Allerdings bleibt bei diesem Deliktsfeld ein großer Anteil der Tathandlungen im Versuchsstadium stecken. Von den 3.045 Fällen waren 1.164 Fälle Einbruchsversuche (=38,2%). Im Jahr 2016 waren von 3.953 erfassten Fällen 1.522  (38,5%) im Versuchsstadium abgebrochen worden.

Bei den Sonstigen Straftatbeständen (u.a. Brandstiftungen, Sachbeschädigungen, Widerstand gegen die Staatsgewalt oder Hausfriedensbruch) ist 2017 eine Steigerung um 341 Fälle auf 5.417 Fälle zu verzeichnen. Ihr Anteil an der Gesamtkriminalität beträgt 18,8%.

Diese Zunahme geht einher mit den gestiegenen Fallzahlen bei den Beleidigungen von 989 Fällen im Jahr 2016 auf 996 Fälle im Jahr 2017 (+0,7%) und im Bereich der Sachbeschädigung durch Graffiti von 672 Fällen im Jahr 2016 auf 736 Fälle im Jahr 2017 (+9,5%). 

Im Bereich der Rauschgiftkriminalität liegt die Zahl der erfassten Fälle bei 1.171 im Jahr 2017.

Dies bedeutet einen Anstieg um 0,7%. Die Aufklärungsquote beträgt  91,4%.

Im Jahr 2016 wurden 1.163 Fälle erfasst.

Die allgemeinen Verstöße gegen das BtMG, die sog. „Konsumentendelikte“, bilden mit 930 erfassten Fällen im Jahr 2017 in diesem Deliktsbereich den größten Anteil. 172 Fälle des unerlaubten Handels mit Betäubungsmittel wurden im Jahr 2017 registriert.

 

Bei der am häufigsten konsumierten Droge handelt es sich um Cannabis und Zubereitungen. Im Jahr 2017 wurden 557 allgemeine Verstöße mit Cannabisprodukten erfasst und damit 10 Fälle weniger als 2016. Cannabis und Zubereitungen haben leicht an Bedeutung verloren. Auch beim unerlaubten Handel mit Cannabis und Zubereitungen ist ein Rückgang der Fälle feststellbar. 2017 wurden mit 95 erfassten Straftaten 32 Fälle (-20,4%) weniger als im Jahr 2016 registriert.

Die allgemeinen Verstöße mit Crystal sind im Vergleich zum Vorjahr um 5,0% gestiegen. Im Jahr 2016 wurden 179 und im Jahr 2017 188 derartige Verstöße registriert. Beim illegalen Handel/Schmuggel mit Crystal ist keine Änderung zu verzeichnen. Hier wurde im Jahr 2017 mit 20 Verstößen die gleiche Anzahl wie im Jahr 2016 erfasst.

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