Para Kanute Anas Al Khalifa ins IPC-Refugee Paralympic Team für Tokio berufen

Anas-Refugee PT ©AnjaAdler
Spontane Party im Kraftraum | Sport - Sonstiges
von hallelife.de | Redaktion

Große Freude herrschte heute Vormittag im Kraftraum des HRV Böllberg-Nelson (SV Halle), als die mit Spannung erwartete Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) offiziell wurde. Para Kanute Anas Al Khalifa steht für das Refugee Paralympic Team (RPT) für Tokio fest. Gemeinsam mit seiner Heimtrainerin Ognyana Dusheva wird der gebürtige Syrer in Tokio dabei sein.

Das RPT Tokio wird unter der Flagge des IPC antreten und als erstes Team das japanische Nationalstadion während der Eröffnungsfeier betreten. Die sechs Aktiven des RPT, die aus einem Kreis von 30 Bewerber*innen durch das IPC berufen wurden, bilden eine eigene Mannschaft mit eigenem Chef de Mission, eigenem Covid-19 Liason Officer, eigener Einkleidung.

Anas Al Khalifa trainiert seit gut anderthalb Jahren Para Kanu beim SV Halle und absolvierte beim Weltcup in Szeged und der EM in Poznań in diesem Jahr erfolgreich seine ersten internationalen Starts. Mit seiner Berufung für Tokio verstärkt sich das Paralympics-Team des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Sachsen-Anhalt um einen Aktiven. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gibt am 19. Juli 2021 bekannt, welche Athlet*innen in Tokio starten werden.

Der 28-Jährige flüchtete vor dem Krieg aus Syrien und lebt nach dem Aufenthalt in Lagern seit mehreren Jahren in Sachsen-Anhalt, seit 2019 in Halle (Saale). 2018 erlitt er bei einem Arbeitsplatzunfall eine Rückenmarksverletzung.

Mit der Auswahl in das RPT geht für ihn ein großer Wunsch in Erfüllung. Neben dem sportlichen Anspruch ist es ihm wichtig, mit dem Start bei den Paralympics anderen Menschen, die Flucht erleben müssen, Hoffnung zu geben.

SV Halle Geschäftsführer Ingo Michalak sagt voller Stolz: „Das ist sensationell. Wir freuen uns sehr, mit Anas, Trainerin Ogi sowie unserer frisch gebackenen Weltcup-Siegerin und Europameisterin Anja Adler die Chance auf ein tolles Dreier-Team bei den Paralympics zu haben“.

Das IPC arbeitet mit dem UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, zusammen, um diesen bemerkenswerten Para-Athleten die Möglichkeit zu geben, ihre Geschichten bei den Spielen zu erzählen und eine starke Botschaft der Hoffnung und Inspiration an andere auf der ganzen Welt zu senden, die gezwungen waren zu fliehen. Während alle Flüchtlinge vor großen Herausforderungen stehen, sind Menschen mit Behinderungen häufig einem erhöhten Risiko ausgesetzt und sehen sich zusätzlichen Barrieren beim Zugang zu Hilfe, Dienstleistungen und Möglichkeiten gegenüber.

Das Team repräsentiert die mehr als 82 Millionen Menschen auf der ganzen Welt, die vor Krieg, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen fliehen mussten, von denen 12 Millionen mit einer Behinderung leben.

 

Weitere Informationen:

https://www.paralympic.org/news/ipc-announces-six-athletes-compete-refugee-paralympic-team-tokyo-2020

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