„Wir bleiben auf (Schwimm)kurs“ - Hallesche Schwimmvereine helfen Kindern

Fotos: TRENDBLENDE
SV Halle | Sport - Sonstiges
von hallelife.de | Redaktion

Hitze, Strand und Sonnenschein. Der Sommer, der für Millionen Kinder auch endlich wieder Badespaß bedeutet, steht vor der Tür. Doch was ist, wenn sie noch nicht schwimmen können? Dazu unverschuldet. Aktuell sind durch die Corona-Krise wichtige Schwimmkurse und der reguläre Schulschwimmunterricht ausgefallen. Und das schon im zweiten Jahr in Folge. Die Defizite sind dramatisch.

„Durchschnittlich sterben in Sachsen-Anhalt jährlich 20 Menschen durch Ertrinken“, konstatiert Holger Friedrich, Geschäftsführer der DLRG Sachsen-Anhalt. Vorrangig seien das die älteren, kreislaufschwächeren Menschen, aber rund sieben Prozent davon seien auch Kinder. In den letzten neun Jahren ertranken in Halle insgesamt zwei Kinder (2016 und 2017). „Diese vergleichsweise geringe Zahl gegenüber dem Bundesdurchschnitt ist in Halle und Umgebung auf ein gutes Rettungssystem, auf ein gutes und bewachtes Badeangebot sowie ein umfangreiches Schwimmlernangebot für Kinder im Alter von fünf bis zehn Jahren zurückzuführen“, betont Holger Friedrich. „Doch seit letztem Jahr laufen wir Gefahr, dass sich nun diese gute Situation drastisch verschlechtern könnte, weil durch die Corona-Pandemie kaum Schwimmangebote gemacht werden konnten“, so der Landes-DLRG-Chef.

Deshalb machen die Bäder Halle GmbH im Schulterschluss mit Halles Schwimmvereinen mobil. In den Sommerferien, also einer Zeit, wo sonst die Hallen-Bäder wegen Revisionen geschlossen haben, findet im nassen Element quasi die Aufholjagd statt. Halles Schwimmvereine, allen voran der SV Halle, die Schwimm-Sport-Vereinigung 70 Halle-Neustadt (SSV 70) und die DLRG Sachsen-Anhalt bieten Intensiv-Schwimmkurse für Kinder ab fünf Jahre an. Als Angebot stehen insgesamt 570 Kursplätze zur Verfügung.

Marion Mehlis, Vorsitzende des Stadtfachausschusses Schwimmen, bündelt seit vielen Jahren ehrenamtlich die Aktivitäten der halleschen Schwimmvereine. „Schwimmen zu können, ist lebenswichtig und macht stolz! Aktuell schätzen wir, dass in Halle und Umgebung rund 1.000 Kinder aufgrund des Corona-Lock-Downs noch nicht oder nicht ausreichend gut schwimmen können“, sagt sie. Da die Bäder GmbH dankenswerterweise die Schwimmhallen in den Sommerferien zur Verfügung stellt, sei es den Schwimmvereinen überhaupt erst möglich, diese von erfahrenen Trainer/innen betreuten Intensiv-Kurse anzubieten. Etwa in der Neustädter Schwimmhalle, wo insgesamt 240 Kinder im Alter ab fünf Jahre diese Kursmöglichkeit bekommen werden. „Wir haben den Ehrgeiz, dass hier zu 90 Prozent der teilnehmenden Jungen und Mädchen erfolgreich das Frühschwimmerabzeichen ablegen und garantieren, dass auch für die anderen Kinder eine Lösung gefunden wird“, verspricht Marion Mehlis.

Neben diesen Angeboten finden auch bei der DLRG Sachsen-Anhalt Kurse statt. Parallel dazu läuft beim SV Halle ein Kinderschwimm-Camp. Wie Ingo Michalak, Geschäftsführer vom SV Halle, berichtet, bringe sein Verein in normalen Jahren rund 400 halleschen Kitakindern das Schwimmen bei. „Letztes Jahr waren es pandemiebedingt nur etwa 100“, sagt er. Als Reaktion darauf entwickelte deshalb der Verein letztes Jahr die Idee für das Kinderschwimm-Camp als GanztagsBetreuungsangebot in den Sommerferien. Im Frühjahr dieses Jahres wurde das Projekt aus der Taufe gehoben, geplant und umgesetzt.

„Als wir im April das Ferien-Angebot publik machten, waren wir mehr als überrascht, wie schnell die 145 Plätze weg waren“, sagt Ingo Michalak. Auch deshalb habe man sich kurzerhand mit allen Schwimmvereinen und den Verantwortlichen der Bäder Halle GmbH zusammengesetzt. Ziel war es, die aus der Bevölkerung stark nachgefragten Angebote nach Schwimmkursen unter Einbeziehung aller städtischen Vereine auszuweiten und die Schwimmhallen-Kapazitäten möglichst intelligent zu koordinieren.

Wer eine richtige Wasserratte werden will, der muss gut schwimmen können! Stephan Mitte, hier in der Neustädter Schwimmhalle,  ist einer der Schwimmtrainer vom SSV 70, der Kindern in den Sommerferien das Schwimmen beibringen wird.

 

Auch wenn jetzt der Andrang auf die Plätze sicher groß sein wird, warnt Marion Mehlis vor alternativen Kursangeboten. „Die Eltern sollten nur Schwimmkurse buchen, wo Kindern das Schwimmen von lizensierten Schwimmtrainern beigebracht wird. Kurz: Es geht nicht ums Überwasserhalten, sondern um das Erlernen der richtigen Technik. Ausführung und Timing der Bewegungen im Zusammenspiel mit der Atmung sind dabei entscheidend, um kraftsparend, effizient und sicher zu schwimmen“, betont die Expertin, die zugleich verrät, dass es während der Zeit des Kurs-Angebotes auch in punkto Nachwuchsgewinnung und Breitensport Berührungspunkte zu den Vereinen geben wird. Trainer aus den unterschiedlichen Disziplinen des Wassersports werden hier den Kindern und Eltern attraktive Angebote machen.

 

Da die Kinderschwimmkurs-Plätze begrenzt sind, sollte man sich mit der Anmeldung beeilen. Ein Anspruch auf Plätze besteht nicht.

 

Wer schwimmen kann, ist auch richtig stolz! Die Wassergewöhnung in Schwimmkursen spielt dabei eine wichtige Rolle. Ist die Furcht der Freude beim Planschen erst gewichen, sind die Kinder richtig motiviert. Etwa auch, um die Prüfung zum Seepferdchen-Abzeichen abzulegen.

 

Voraussetzungen für den Schwimmkurs:

- Ihr Kind ist an Bewegen im Wasser gewöhnt (z.Zt. schwierig)

- Ihr Kind ist alt genug (mindestens 5 Jahre)

- Sie können Ihr Kind regelmäßig bringen

- Sie zahlen die übliche Kursgebühr von 150 € bzw. bringen einen Bildungsgutschein mit

 

Planung und Durchführung der Kurse:

- 1. Staffel 22.7.-11.8.21 (1. Hälfte Sommerferien)

- 2. Staffel 12.8.- 1.9.21 (2. Hälfte Sommerferien)

- jeder Kurs läuft 15 Tage / 60 min

- stündlich ab 11.00, 12.00, 13.00 Uhr und 15.00, 16.00, 17.00 Uhr

Genaue Informationen zur Anmeldung sind zentral zu finden auf: www.ssv70.de

 

Ergänzend:

www.baden-in-halle.de

www.sv-halle.de

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