Batteriespeicher für grünen Strom

Bislang noch eine Baustelle: Hier entsteht derzeit Europas größter Ladepark für Elektrofahrzeuge. © Roland Schüren
Sachsen-Anhalt | Umland
von hallelife.de | Redaktion

Die Wittenberger Tesvolt GmbH liefert Stromspeicher-Container für Europas größten Ladepark für Elektrofahrzeuge, der derzeit am Autobahnknotenpunkt Kreuz Hilden entsteht. In den Batteriespeichern des sachsen-anhaltischen Herstellers soll mit einer Gesamtkapazität von zwei Megawattstunden ausschließlich Strom aus Erneuerbaren Energien gespeichert werden.

„Bezahlbare, saubere Energie in jeden Winkel der Welt bringen. Auch dorthin, wo Menschen keinen Zugang zum Stromnetz haben“ – mit dieser Vision gründen Daniel Hannemann und Simon Schandert im Jahr 2014 Tesvolt. Das Ziel ist klar: Ihr Unternehmen in der Lutherstadt Wittenberg soll Batteriesysteme entwickeln und herstellen, die den Strom aus erneuerbaren Energiequellen möglichst effizient speichern. Die Stromspeicher-Container für den nordrhein-westfälischen E-Auto-Ladepark decken genau das ab, was sich die Unternehmer in ihre Firmenphilosophie geschrieben haben. Im wohl größten Ladepark-Projekt Europas sollen alle Plätze komplett mit grünem Strom versorgt werden. Dieser soll unter anderem von einer großen Photovoltaik-Anlage auf den Dächern der Carports geliefert werden und wie der Strom, den zwei Windkraftanlagen erzeugen, in den Batteriespeichern des Wittenberger Herstellers zwischengespeichert werden. Zusätzlich sollen sie auch grünen Strom aus dem Netz speichern, wenn er besonders günstig ist – und das Netz entlasten, wenn mehr Strom darin ist, als abgenommen wird. „Für einen Ladepark ist besonders wichtig, dass die Speicher jederzeit und schnell be- und entladen werden können“, sagt Gregor Hinz, Energieberater und technischer Generalplaner des Projektes. „Das schaffen aktuell nur wenige Speicherprodukte auf dem Markt“, ist er sich sicher. Der Speichercontainer „TPS flex“ von Tesvolt überzeuge „mit sehr viel Leistung auf verhältnismäßig kleinem Raum“ und könne die hohen technischen Anforderungen erfüllen.

Tesvolt entwickelte eigene intelligente Batteriespeicherung

Für das optimale Be- und Entladen der Zellen sorgt eine intelligente Batteriesteuerung, die Tesvolt-Ingenieure entwickelt haben und für die das Unternehmen bereits vielfach ausgezeichnet wurde. So erhielt es im vorigen Jahr für die Off-Grid Stromversorgung einer Avocadofarm in Südwestaustralien den „The smarter E award“ in der Kategorie „Outstanding projects“ sowie 2018 den internationalen Award für ländliche Elektrifizierung (ARE). Vor vier Jahren wurde der Gewerbespeicherhersteller für seine intelligente Batteriespeicher-Steuerung mit dem Hugo-Junkers-Preis für Forschung und Innovation aus Sachsen-Anhalt in der Kategorie „Innovativste Produktentwicklung“ gewürdigt. Die Fachjury überzeugte damals besonders der hohe Zellbalancing-Wirkungsgrad von 92 Prozent und die Lebensdauer, die der Energiespeicher durch das selbst entwickelte Batteriemanagementsystem erreichte. „Das war eine große Bestätigung für uns“, erinnert sich Daniel Hannemann.

In Sachsen-Anhalt produziert die erste Gigafactory für Batteriespeicher in Europa

Das Geschäftsführer-Duo hat sich von Beginn an auf Speicher mit hoher Kapazität konzentriert. Der Grund: Gewerbe und Industrie haben in vielen Ländern den höchsten Energiebedarf. Die eigene Technologie zur Batteriesteuerung entwickelten sie, „um die Produkte so langlebig und wirtschaftlich wie möglich machen“, wie Daniel Hannemann sagt. Heute produziert Tesvolt seine Gewerbespeicherlösungen in Serie in der ersten Gigafactory für Batteriespeicher Europas und liefert sie in alle Welt. In der Lutherstadt Wittenberg entstehen Stromspeichersysteme in verschiedenen Größenklassen. Mehr als 1.200 Speicherprojekte hat das Unternehmen weltweit bereits verwirklicht, über 1.000 Kunden nutzen die Speicher aus Sachsen-Anhalt. Das Unternehmen produziert Lithiumstromspeicher mit prismatischen Batteriezellen von Samsung SDI auf Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide-Basis. Geschäftsführer Daniel Hannemann sagt: „Zu den Vorteilen unserer Speicher gehört, dass sie immer passen, egal ob Hoch- oder Niedrigvolt, On- oder Off-Grid. Und sie lassen sich mit alle regenerativen Energiequellen kombinieren, aber auch mit einem Blockheizkraftwerk oder einer Brennstoffzelle.“

„E-Mobilität macht besonders Sinn, wenn die Ladung mit erneuerbaren Energien erfolgt.“

Dass die Gewerbespeicher-Lösungen aus der Lutherstadt Wittenberg bald auch im wahrscheinlich größten Ladepark für E-Autos zum Einsatz kommen, freut den kaufmännischen Geschäftsführer und Tesvolt-Mitgründer. „Wir sind megastolz, dass wir die Speicher für dieses ganzheitlich gedachte Projekt liefern“, sagt Daniel Hannemann. „Elektromobilität macht besonders dann Sinn, wenn die E-Autos mit erneuerbarer Energie geladen werden. Der Ladepark am Kreuz Hilden ist hier vorbildlich.“ Die Stromspeicher aus Sachsen-Anhalt werden künftig 114 Ladeplätze versorgen. Am Standort, der von einem Bio-Bäcker betrieben wird, sollen auch Bürogebäude und Gastronomie mit Bio-Backstube und ein vertikales Gewächshaus entstehen. Im August soll, nach Angabe von Tesvolt, der erste Bauabschnitt mit etwa der Hälfte der Ladesäulen eingeweiht werden.

Autorin: Manuela Bock/IMG Sachsen-Anhalt

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