Das Brückenbauwerk (BW) 3A - Saaletalquerung

Burgenlandkreis | Umland
von hallelife.de | Redaktion

Das Brückenbauwerk (BW) 3A stellt die Saaletalquerung dar und überführt die Saale mit einem FFH-Gebiet, die DB-AG Strecken Leipzig – Erfurt mit zwei Gleisen (ICE), München – Berlin (ICE) mit einem Gleis, die Landstraße 203 sowie einen Wirtschaftsweg mit einer Gesamtlänge von 1.226 m und verläuft mit bis zu einer maximalen Hohe von ca. 60 m über dem vorhandenen Gelände. Das Bauwerk ist mit 15 Feldern variierender Stützweiten geplant. 

Als Bauverfahren kommen der Freivorbau und das Taktschiebeverfahren zum Einsatz. Das Feld über die Saale (FFH-Gebiet) und die anschließenden Nachbarfelder werden mit Längen von 130 m bzw. jeweils 100 m mittels eines Spannbetonhohlkastens überbrückt. Von den beiden Widerlagern aus wird jeweils ein Stahlquerschnitt eingeschoben, welcher anschließend zum Stahlverbundquerschnitt ergänzt wird. Das semi-integrale Bauwerk wird auf allen Achsen tief gegründet.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (ACEF)

Eine Vielzahl von Schutzgebieten spiegelt den hohen Wert der Landschaft im Süden Sachsen-Anhalts für den Naturhaushalt wider. Die Trasse nähert sich den FFH- bzw. Landschaftsschutzgebieten „Saale-Ilm-Platten bei Bad Kösen“, „Himmelreich bei Bad Kösen“ und „Saalehänge bei Tultewitz südlich Bad Kösen“. Zur Gewährleistung der ökologischen Durchlässigkeit wird als Querungshilfe für Fledermäuse ein Fledermaustunnel (Breite 7m, Höhe 3m) nahe der Ortslage Tultewitz angeordnet. Zum Schutz des bekannten Fledermausbestandes im Bereich der umliegenden Waldflächen am nördlichen Widerlager des Bauwerk 3A werden Fledermausüberflughilfen vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind u.a. der Rückbau und Renaturierung von Straßenabschnitten, Aufforstung und Leitpflanzungen, Extensivierung von Ackerfläche und die Anlage von Feldhecken, Baumreihen sowie Halbtrockenrasen. Während der Bauausführung sorgen bauzeitliche Schutzeinrichtungen, wie Zäune und Leiteinrichtungen, für den Artenschutz.

 

Archäologie

Die im Vorfeld des eigentlichen Straßenbaus realisierten archäologischen Grabungen zeigen, welch geschichtsträchtige Räume die zukünftige Ortsumgehung Bad Kösen miteinander verbinden wird. Die im Boden verborgenen Geschichtsquellen geben bislang vollkommen unbekannte Facetten unserer eigenen Vergangenheit – von der Jungsteinzeit vor 7500 Jahren bis heute – preis.

Bei Neuflemmingen hatte bereits vor mehr als 3000 Jahren, also während der Bronzezeit eine Siedlung bestanden (Abbildung 1). Zwar war jetzt der Werkstoff Bronze schon weit verbreitet, doch trotzdem fertigte man nach wie vor einige Objekte, wie hier Pfeilspitze aus Feuerstein (Abbildung 2).

Oberhalb der heutigen Ortschaft Rödigen dominierte vor 7500 Jahren ein monumental eingefasstes Dorf; dicht an dicht standen die bis zu 40 m langen und 8 m breiten Gebäude. Die beiden auf dieser Fundstelle geborgenen Hunde (Abbildung 3) dürften zu einer 5000 Jahre jüngeren Dorfgemeinschaft aus der Eisenzeit gehört haben.

 

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