Studioausstellung in der Arche Nebra und Programm zum Kindertag

Nebra | Veranstaltung
von hallelife.de | Redaktion

Der Besucherbetrieb in der Arche Nebra läuft seit dem 4. Mai langsam wieder an – wenn auch mit kleinen Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie. Ab sofort ist auch die ursprünglich bereits für April geplante Studioausstellung „CRAFTER – Europas Handwerk in der Bronzezeit und heute“ für Besucher*innen geöffnet. Die kleine Schau ist dem Töpferhandwerk speziell der frühen Bronzezeit in Europa gewidmet. Keramische Repliken – die man auch anfassen darf – sowie ein ca. 30-minütiger Film veranschaulichen die hohe Kunstfertigkeit der Töpfer in der Vorgeschichte. Selbst aktiv werden dürfen Familien mit Kindern zum Kindertag am 1. Juni. Arbeiten mit Ton steht dann auf dem Programm. Eine Voranmeldung ist hierfür erforderlich.

Einen ersten kleinen Hoffnungsschimmer für das Veranstaltungsprogramm der Arche Nebra, das während der mehrwöchigen Schließung des Hauses aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt war, gibt es am 1. Juni: Zum Kindertag findet das geplante Programm der „Keramikwerkstatt“ statt. Familien mit Kindern sind aufgerufen, sich zu beteiligen. In der Werkstatt können kleine Keramikgefäße aus selbsttrocknendem Ton hergestellt oder Tonscherben mit typischen Ornamenten und Verzierungen der Bronzezeit gefertigt werden. Um die gebotenen Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen einhalten zu können, wird die Werkstatt kein vollkommen offenes Angebot sein, sondern eine telefonische Voranmeldung ist erforderlich. Es wird Zeitfenster von ca. einer Stunde jeweils für eine Familie geben. Namen und Adressen der Beteiligten müssen erfasst werden. Außerdem besteht „Maskenpflicht“ – auch zum Schutz der Arche-Nebra-Mitarbeiter*innen.

Die Vorbilder für die Keramikaktion – Gefäßformen und Verzierungen – sind in der Studioausstellung „CRAFTER – Europas Handwerk in der Bronzezeit und heute“ zu finden, die ab sofort geöffnet ist. Die Schau zeigt eindrucksvolle Keramiken, vor allem Trinkgefäße und Tafelgeschirr, die nach archäologischem Vorbild von Hand nachgetöpfert wurden. Die Originale entstammen vier verschiedenen Regionen der Frühbronzezeit in Europa: El Argar (Südostspanien), Füzesabony (Ostungarn), Vatin (Serbien) und Aunjetitz (Mitteleuropa). Erfunden wurde die Herstellung von Utensilien aus Ton, wie etwa Töpfen, Tassen, Bechern oder Schalen, bereits in der Jungsteinzeit. Über die Jahrtausende wurde das Töpferhandwerk immer weiter perfektioniert. Nicht zuletzt waren keramische Gefäße gewissen Moden unterworfen, die sich in Formen und Verzierungsstilen widerspiegeln. In der Frühbronzezeit haben Töpfer beeindruckende, zum Teil hochglänzend polierte Trinkgefäße und Tafelgeschirr aus Keramik hergestellt.

Die intensiven Forschungen zur Frühbronzezeit – angestoßen durch die Entdeckung der Himmelsscheibe von Nebra – haben auch Erkenntnisse über das damalige Töpferhandwerk erbracht. So belegt unter anderem die Verbreitung glänzender Keramikgefäße von Spanien bis Serbien, dass die bronzezeitlichen Handwerker Kontakte untereinander hatten und offenbar über weite Teile des heutigen Europa vernetzt waren.

Die Keramikgefäße, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind Ergebnisse des Projektes CRAFTER („Crafting Europe in the Bronze Age and Today“). Im Rahmen dieses EU-Projektes entstanden die Repliken Ende 2018 während eines Workshops in Spanien. Töpfer und Archäologen aus Spanien, Ungarn, Serbien und Deutschland trafen sich dort zum gegenseitigen Austausch und gemeinsamer Arbeit. Sie stellten komplette Geschirrsätze nach dem Vorbild der entsprechenden archäologischen Funde aus ihrer jeweiligen frühbronzezeitlichen Region her. In der Ausstellung werden die Repliken im Kontext ihrer jeweiligen Fundorte gezeigt, und es gibt Informationen zu den Fundorten und der Kultur, die jeweils durch die Keramiken repräsentiert wird. Auf diese Weise können Besucher direkte Vergleiche der Kulturen anstellen und gewinnen zudem einen Einblick in die hochentwickelte Handwerkskunst der frühen Bronzezeit. Zur Anschaulichkeit trägt bei, dass die zeitgenössischen Handwerker bei der Produktion der Repliken gefilmt wurden. So können Besucherinnen und Besucher den relativ aufwändigen Entstehungsprozess eines keramischen Gefäßes gut nachvollziehen.

Die Studioausstellung kann durch eine Kooperation mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle auch in der Arche Nebra gezeigt werden. Sie ist bis zum 16. August zu sehen und täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Für die Ausstellung wird kein zusätzlicher Eintritt erhoben, sie ist im regulären Eintritt in die Arche Nebra enthalten: 7,50 € pro Person, ermäßigt 4,00 €, Familienkarte 16,00 €.

Weitere Veranstaltungen

Geplant sind im Rahmen der „Himmelsscheibenwoche“, des Sommerferienprogramms der Arche Nebra, ganztägige Keramik-Workshops für Kinder. Dabei soll nicht nur die Verarbeitung von Ton zu Gefäßen, sondern auch das Brennen von Keramik im Feldbrand, d. h. in offenem Feuer, erprobt werden. Die „Himmelsscheibenwoche“ findet vom 10. bis 14. August statt. Bis dahin ist geplant, an ausgewählten Sonntagen auch die „Keramikwerkstatt“ vom 1. Juni noch einmal aufzulegen. Informationen zu aktuellen Terminen gibt es auf der Website www.himmelsscheibe-erleben.de.

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