Sternen-Sonntag und Familienprogramm in der Arche Nebra

Foto: Andreas Matthes, Kocmoc
Besucherzentrum | Veranstaltung
von hallelife.de | Redaktion

Ende November gibt es in der Arche Nebra wieder einen „Sternen-Sonntag“. Das Besucherzentrum am Fundort der Himmelsscheibe von Nebra bietet am letzten Sonntag des Monats insgesamt drei Workshops für Familien mit Kindern ab acht Jahren an. Es geht um Sternbilder, Tierkreiszeichen und die Geschichte der Astronomie. Am Ende geht es ins All: Ein Animationsfilm der European Space Agency (ESA) erzählt die Geschichte der Rosetta-Mission.

Fast jeder kennt sein Tierkreiszeichen oder Sternzeichen. Abhängig vom Geburtsdatum ist man Löwe, Widder, Steinbock oder ein anderes der insgesamt zwölf Zeichen. Auch die Lektüre von Horoskopen in Zeitschriften ist ein populäres Hobby. Der Zusammenhang zwischen bestimmten Sternenkonstellationen und Charaktereigenschaften oder Ereignissen im Leben eines Menschen, wie die Astrologie ihn sehen will, wird von der Wissenschaft heute allerdings kritisch betrachtet. Wie kommt es überhaupt dazu, einen solchen Zusammenhang anzunehmen? Dazu muss man die Geschichte der Astronomie betrachten.

Die Arche Nebra widmet sich unter anderem dieser Fragestellung in unterhaltsamer und kindgerechter Weise beim Familienaktionstag „Sternen-Sonntag“. Im Rahmen von zweistündigen Workshops gehen Kinder ab acht Jahren auf eine Himmelsreise in der Sonderschau „Sternensucher – Von der Himmelsscheibe bis zur Rosetta-Mission“. Ein Himmelsglobus – und natürlich eine Gästeführerin der Arche Nebra – begleitet die Kinder bei ihren Entdeckungen. Gemeinsam suchen sie Sternbilder und hören ausgewählte Sagen und Geschichten über diese. Die Verbindung von Konstellationen am Himmel mit fantastischen Geschichten zeigt, dass der Sternenhimmel schon immer die Fantasie der Menschen angeregt hat. Nicht zuletzt die Vorstellung vom Himmelsschiff, wie sie sich auf der Himmelsscheibe von Nebra darstellt, zeugt davon. Die ausgewählten Themen, die in der Sonderschau „Sternensucher“ beleuchtet werden, machen darüber hinaus deutlich, dass in der Antike und bis in die Neuzeit hinein Astronomie und Astrologie noch keine sauber voneinander getrennten Sphären waren. Beides existierte nebeneinander, und auch Astronomen beschäftigten sich mit der vermeintlichen Bedeutung bestimmter Sternenkonstellationen, trafen Vorhersagen und berichteten über gute und schlechte Omen am Himmel. Ihre Beobachtungen und mathematischen Berechnungen von Sternen- und Planetenbahnen führten jedoch zu späteren, exakteren Beobachtungen und Berechnungen. Sie waren damit bedeutende Grundlagen für die Astronomie als Wissenschaft im heutigen Sinne.

Im Anschluss an den Besuch der Sonderschau gestalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshops Mini-Bilder oder Buttons mit Sternbildern oder Tierkreiszeichen. Gern darf hier natürlich das jeweils eigene Tierkreiszeichen gewählt werden. Die Gästeführerinnen der Arche Nebra helfen dabei.

Zum Abschluss machen die Workshops noch einen großen Sprung in die Gegenwart – und ins All. Nicht mehr nur Sterne und Planeten sind heute Gegenstand der Forschung, sondern zum Beispiel auch Kometen. Und dazu müssen diese nicht erst auf die Erde fallen. Im Jahr 2014 gelang es mit der Rosetta-Mission erstmals, eine Raumsonde auf einem Kometen zu landen. Im Rahmen des Workshop-Programms ist deshalb der Animationsfilm „Rosetta und Philae“ zu sehen. Er erzählt die spannende Reise der Raumsonde „Rosetta“ und ihres Landeroboters „Philae“ zum Kometen 67/P – und welche Abenteuer dabei zu bestehen waren. Dabei geht es manchmal auch ziemlich lustig zu. Der Film dauert 25 Minuten und ist eine Produktion der European Space Agency (ESA).

Wer mag, schaut sich im Nachgang in der Sonderschau „Sternensucher“ noch einmal das 1:1-Modell der Landeeinheit „Philae“ genauer an. Es wurde vom Max-Planck-Institut (MPI) für Sonnensystemforschung nachgebaut. Das MPI hatte für die Rosetta-Mission mehrere Messinstrumente konstruiert, die in „Philae“ zum Einsatz kamen. Die auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko durchgeführten Messungen trugen entscheidend zum Verständnis der Entstehung des Sonnensystems bei.

Die Sternensucher-Workshops am Sonntag, 28. November 2021, starten um 10, 12 und 14 Uhr und dauern jeweils zwei Stunden.

Sie eignen sich für Kinder ab 8 Jahren.

Die Workshops kosten für Kinder und Erwachsenen 5,00 € pro Teilnehmer. Familien, die zuvor oder im Anschluss an das Programm auch die Dauerpräsentation zur Geschichte der Himmelsscheibe und den Planetariumsfilm sehen möchten, können zudem eine günstige Familieneintrittskarte für 20,00 € erwerben. Diese gilt für zwei Erwachsene und bis zu vier Kinder. Geöffnet ist sonntags von 10 bis 17 Uhr.

Eine Anmeldung ist erforderlich. Die aktuell geltenden „Corona-Regeln“ zum Schutz vor Infektionen – Abstand, Mund-Nasen-Schutz sowie die Zustimmung zur Kontaktdatenerfassung – sind zu beachten.

Information und Anmeldung unter Tel. 034461-25520 oder info@himmelsscheibe-erleben.de.

Der Sternen-Sonntag ist Teil des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderschau „Sternensucher – Von der Himmelsscheibe bis zur Rosetta-Mission“, die noch bis 30. September 2022 in der Arche Nebra zu sehen ist. Sternen-Sonntage finden als offenes Angebot für Familien mit Kindern immer am letzten Sonntag des Monats statt, Dezember ausgenommen.

 

Blick in die Sonderschau „Sternensucher“ mit 1:1-Modell des Landeroboters „Philae“. – Foto: Andreas Matthes, Kocmoc.

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