Gibt es eine Geschäftsregulierung in der Innenstadt?

Wohnen | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Bereits seit mehreren Jahren wird in Halle über eine Regulierung der Geschäfte in der Innenstadt diskutiert. Als sich die Region dazu entschloss, ihr historisches Antlitz wieder mehr in den Vordergrund zu rücken, war die offensive Reklame manches Geschäfts ein Dorn im Auge der Verantwortlichen. Doch was ist einige Jahre später aus diesem Vorstoß geworden?

Tourismus entwickelt sich langsam


In Hinblick auf den Tourismus hätten sich die Verantwortlichen der Stadt mit Sicherheit eine etwas schnellere Entwicklung gewünscht. Denn die Erfolge der jüngst ergriffenen Maßnahmen offenbaren sich nur langsam. Zuletzt stieg zwar die Zahl der Übernachtungen etwas an. Doch noch immer gelingt es nicht, überregional auf die Attraktivität einer Reise nach Halle aufmerksam zu machen.

In Zukunft soll nicht nur der historische Anblick der Stadt mehr Menschen in die Stadt locken. Darüber hinaus wird der Zoologische Garten noch intensiver auf seine Vorzüge aufmerksam machen, neue Welten entstehen. Gleichsam wird bereits seit Jahren daran gearbeitet, die Moritzburg mehr in den Vordergrund zu rücken und sie noch enger mit der Region zu verknüpfen.

 

Weiterhin zwei Spielangebote


Nach wie vor bleibt die offensive Werbung in der Innenstadt bestehen. Mit der Merkur Spielothek gibt es direkt vor Ort einen Anbieter, der um die Gunst der Kunden wirbt. Darüber hinaus stehen auch im DK-Spielcaffe einige Automaten für die Spieler bereit. Ein großes und glamouröses Casino, wie einst die Spielbank im K&K, welche andere Städte bieten, wird jedoch vergeblich gesucht. So verwundert es kaum, dass sich immer mehr Spieler für das Internet entscheiden. Denn ein Spielautomat kann auch digital sein.

Die Stadt würde zumindest von einem großen und glänzenden Casino in der Stadt profitieren. Denn ein solcher Anbieter würde hohe steuerliche Einnahmen in die Stadtkasse spülen und darüber hinaus einige Arbeitsplätze in bester Lage schaffen. Spielwillige müssen bis  Günthersdorf fahren um dies zu nutzen. Doch bis zu diesem Zeitpunkt sind keine Anzeichen im Hinblick auf eine Umstrukturierung der Branche zu erkennen, die einen solchen Wechsel andeuten würde.

 

Maßnahmen gegen das Aussterben


Es ist weithin bekannt, dass Halle in diesen Jahren über keine steigende Einwohnerzahl verfügt. Besonders problematisch ist dies ob der Tatsache, dass das Leben direkt im Zentrum der Stadt zu schwinden scheint. Die jungen Familien, die sich für den Verbleib in der Region entscheiden, können nur am Rand der Stadt ein Eigenheim erbauen, oder sich bezahlbaren Wohnraum suchen. Die Mieten in der Innenstadt explodieren und bei Neubau oder sanierten Häusern sind Kaltmieten um die 10,-€ qm bereits normal. In der Innenstadt fehlt genau dieser Familien- Zuzug, wodurch viel Wohnungen da sich diesen Luxus keiner leisten kann. Viel alten Häuser hingegen verfallen zusehends, ein Spiel auf Zeit der Neueigentümer oft.

Die politische Ebene möchte auch auf dieser Basis die Weichen für die Zukunft stellen. Andere Städte in Deutschland haben längst vorgemacht, dass eine Lösung des Problems möglich ist. Dort werden etwa Zuschüsse gezahlt, wenn sich Privatpersonen für den Kauf der alten Gebäude und deren Sanierung entscheiden. Zuschüssen können beantragt werden, doch die Auflagen gerade im Denkmalschutz sind hoch und dies schreckt ab. An und für sich wäre dies ein Weg, um das Leben wieder mehr in den Kern der Stadt zu verlagern und dadurch ein Gleichgewicht herzustellen, das im Laufe der letzten Jahre verloren gegangen ist. Wichtig wird die Frage sein, wie schnell solche Schritte letztlich in die Tat umgesetzt werden können, um das große Ziel innerhalb eines annehmbaren Zeitraums auch selbst erreichen zu können. Bislang sind hier keine Antworten gefunden.

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