Immer mehr Lebensmittel mit Rückständen des krebserregenden Ethylenoxid belastet

Sasam - Foto Pezibear auf Pixabay
Verbraucherhinweis | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Seit Herbst 2020 werden immer wieder zu hohe Rückstände des verbotenen Pestizids Ethylenoxid in Sesam und Sesamprodukten amtlich nachgewiesen. Inzwischen gibt es über 700 Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem (RASFF). Dabei machen mittlerweile Zusatzstoffe, wie Johannisbrotkernmehl (E 410) oder Guarkernmehl (E412), die für die Herstellung von zahlreichen Lebensmitteln, wie Speiseeis, Fertigmahlzeiten oder Milchprodukte, verwendet werden, einen Großteil der Meldungen aus. 

Auch Nahrungsergänzungsmittel, Gewürzpulver und Pflanzenextrakte (z.B. Moringa) sind betroffen. In bio-zertifizierten Produkten ließen sich ebenfalls Rückstände des Pestizids nachweisen.

Behörden und Politik sind aufgerufen, wirksame und einheitliche Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Produkte gar nicht erst auf den Markt gelangen.

Ethylenoxid ist ein Pflanzenschutz- und Begasungsmittel und wird zur Bekämpfung von Bakterien und Pilzen eingesetzt. Aufgrund seiner erbgutverändernden und krebserzeugenden Wirkung ist Ethylenoxid für die Lebensmittelerzeugung in der Europäischen Union schon seit 1991 verboten. Anders in Drittländern wie Indien, Türkei, China oder auch den USA und Kanada. Dort wird Ethylenoxid weiterhin eingesetzt, so beispielsweise zur Behandlung salmonellenbelasteter Sesamsaat in Indien.

In der EU sind von überschrittenen Höchstmengen betroffene Produkte nicht verkehrsfähig und müssen vom Markt genommen werden.

Verbraucher sollten die Rückrufaktionen der Hersteller auf lebensmittelwarnung.de im Blick behalten und sich so über ggf. kontaminierte Produkte informieren. Betroffen sind zahlreiche Produkte, die auch in Sachsen-Anhalt im Handel gelandet sind. Die Palette ist lang, da kontaminierte Zusatzstoffe in einer Reihe von Lebensmitteln eingesetzt wurden - von der vegetarischen Kochcreme ProVamel über Fitness-Riegel von Seitenbacher oder Snickers Eiscreme- Riegel bis zu Roter Grütze von Kühne um nur einige zu nennen. Auch Nahrungsergänzungsmittel mit exotischem „Superfood“ wie Moringablättern mussten zurückgerufen werden.

Wenn Sie zurückgerufene Produkte bereits gekauft haben, können Sie diese im Handel zurückgeben. Wichtig: Achten Sie dabei auf die in den Meldungen angegebenen Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten, um sicherzustellen, dass Ihr Produkt auch tatsächlich betroffen ist.

Über betroffene Nahrungsergänzungsmittel können Sie sich auf unserer Internetseite Verbraucherwarnungen | Klartext Nahrungsergänzung (klartext-nahrungsergaenzung.de) informieren.

Das landesweite Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter (0345) 29 27 800 für Auskünfte und Terminvereinbarungen zu erreichen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de.

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