In-App-Käufe können teuer werden

Verbraucherhinweis | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Handy-Spiel mit tausend Euro Telefonrechnung
Eine Mutter aus Haldensleben suchte Rat bei der Verbraucherzentrale in Magdeburg. Sie erhielt von ihrem Telekommunikationsanbieter eine Abrechnung in Höhe von rund tausend Euro. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass ihr Kind ein App-Spiel namens „Roblox“ auf ihrem mobilen Endgerät gespielt hat.

Das Spiel selbst kann kostenlos im App-Store oder Google-Play-Store heruntergeladen werden. Aber der kostenlose Anschein trügt. Zwar befindet sich auf der Downloadseite der Hinweis, dass das Spiel In-App-Käufe enthält, allerdings findet man nur im Google-Play-Store einen Hinweis über die Kosten. Angegeben wird, dass pro zusätzlichem Artikel für das Spiel Kosten zwischen 30,99 € und 124,99 € anfallen können. Im App-Store selbst fehlt dieser Hinweis.

Das Prinzip vieler Handy-Spiele ist so gestaltet, dass sie durch den Kauf von Spielobjekten wie Gold oder Diamanten schneller durchgespielt werden können. Wenn zum Beispiel ein Wohnhaus für 200 Diamanten gekauft werden kann, um das nächste Level zu erreichen, dann hat der Spieler zwei Möglichkeiten. Entweder er sammelt im Laufe des Spiels die Diamanten an oder er bezahlt 19,99 € für 20 Diamanten. Bei 200 Diamanten sind das 199,90 €. Werden weitere Spielobjekte gekauft, kommen so schnell Beträge in 4stelliger Höhe zusammen.

 

Bei dem Spiel „Roblox“ gibt es zusätzlich die Möglichkeit, eine kostenpflichtige Mitgliedschaft zu abonnieren. Hinweise darüber findet man nur auf deren Webseite. Wie hoch die Kosten sind, war nicht zu finden. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt empfiehlt in vergleichbaren Fällen, das Geld zurück zu fordern, denn Minderjährige können ohne Zustimmung ihrer Eltern keine derartigen Verträge rechtswirksam schließen.

Um ungewollte In-App-Käufe dauerhaft zu vermeiden, haben Eltern die Möglichkeit, dies in den Einstellungen ihres mobilen Endgerätes zu verändern.

  1. In-App-Käufe deaktivieren. Diese Funktionen finden Sie nur bei dem Betriebssystem iOS. Bei Android-Geräten wird diese Funktion nicht zur Verfügung gestellt.

  2. Passwortabfrage oder Identifizierung vor dem Kauf festzulegen. Beide Betriebssysteme bieten diese Funktion an. Ist diese Funktion aktiviert, können Käufe nicht mehr mit nur einem Klick durchgeführt werden.

  3. Keine Telefonnummer oder Kreditkarte hinterlegen. Beim Erstellen eines Accounts wird unter anderem nach der Telefonnummer oder Kreditkarte als Zahlungsmittel gefragt. Hier sollte eine andere Alternative wie zum Beispiel eine Prepaidkarte ausgewählt werden.

  4. E-Mail-Account überprüfen. Werden In-App-Käufe getätigt, wird dem Nutzer eine E-Mail an die hinterlegte Adresse geschickt. Hier können alle In-App-Käufe nachvollzogen werden.

 

Beratungen zu Telekommunikationsverträgen bietet die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt persönlich, über die E-Mailberatung oder telefonisch an. Das landesweite Servicetelefon der Verbraucherzentrale ist unter (0345) 29 27 800 für Auskünfte und Terminvereinbarungen zu erreichen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.verbraucherzentrale-sachsen-anhalt.de.

 

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