Streaming - die Zukunft der Videospiele

Spielewelt | Verbraucher
von hallelife.de | Redaktion

Namen wie Super Mario Bros., Tomb Raider oder The Legend of Zelda sind auch denjenigen ein Begriff, die mit Videospielen wenig am Hut haben. Einige Spieleserien sind schon mehr als 30 Jahre alt und längst Bestandteil der Popkultur geworden. Die Fantasy-Saga um den spitzohrigen Helden Link aus dem erwähnten Zelda-Franchise beispielsweise begeistert bereits Generationen an Spielern, und das längst nicht mehr nur am Bildschirm, sondern auch ganz analog mit einer schier endlosen Auswahl an Fan-Artikeln wie Postern, Trinkbechern, T-Shirts und Bettwäsche

Keine Frage, Gaming boomt - und ist längst ein Milliardengeschäft geworden. Nachdem man bereits mit Hollywood gleichgezogen hat, was den Umsatz angeht, peilt die Spielebranche im kommenden Jahr einen neuen Rekord an: Prognosen zufolge werden 2020 mit Casual-, Konsolen- und PC-Spielen weltweit rund 85 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht werden. Doch in Zeiten schier unbegrenzten Wachstums steht der Markt vor der "größten Disruption" der gesamten Dekade, meint Andrew Wilson, CEO von Electronic Arts (EA): Abo-Modelle, wie man sie von Streaming-Diensten wie Netflix gewohnt ist.

Schon jetzt ist der digitale Vertrieb von Computer- und Videospielen am Verkauf im Ladengeschäft vorbeigezogen: 2017 wurden im PC-Bereich erstmalig mehr Spiele in Form von Downloads als in physikalischer Fassung verkauft. Bei EA drückt sich das laut einem Artikel der Welt in Zahlen wie folgt aus: Im Geschäftsjahr 2018 betrugen die Einnahmen, die der Hersteller durch Downloads generierte, 2 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Demgegenüber ging der Umsatz mit Spielen auf Datenträgern um 17 Prozent zurück. EA und andere Player der Branche sehen darin nur den Beginn eines Trends, völlig ohne physische Produkte auszukommen. Spiele sollen künftig immer häufiger gestreamt werden; Zugriff auf aktuelle Blockbuster sowie den kompletten Spielekatalog eines Herstellers hat, wer bei diesem ein Abonnement abschließt. Das garantiert den Anbietern ein stetiges Einkommen und macht sie weniger stark abhängig vom Erfolg einzelner "Triple-A"-Titel, also solcher Produktionen, deren Entwicklungskosten längst mehrere Hundert Millionen Dollar verschlingen. Zudem wird damit gerechnet, dass sich die Anzahl potenzieller Kunden in absehbarer Zeit deutlich vergrößern wird: Es ist ein offenes Geheimnis in der Branche, dass in der Zukunft des Gamings auch die nötige Hardware aus der Cloud kommen wird und somit die relativ hohen Anschaffungskosten für einen leistungsstarken PC oder eine Spielkonsole entfallen.

Schon jetzt gibt es Dienste, bei denen der Spieler weder das eine noch das andere Gerät benötigt, um zocken zu können. Anbieter betreiben eigene Server, und Spieler streamen das Spielerlebnis einfach über eine App auf ihren Fernseher. Künftig sollen solche Apps bei neuen Fernsehgeräten bereits vorinstalliert sein - eben so, wie es heute schon mit Apps wie Netflix, Spotify oder Amazon Prime der Fall ist. Damit einher geht das Aussterben klassischer Spielkonsolen. Es wird spekuliert, dass es zur aktuellen Konsolengeneration (Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch) noch einen Nachfolger geben wird, und dass dann Streamingdienste stationäre Geräte obsolet machen werden.

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