Der Todeszug von Halle nach Sobibor

von 31. Mai 2012

 Vor 70 Jahren wurden 132 hallesche Juden von den Nationalsozialisten ins Vernichtungslager Sobibor geschickt. Am 1. Juni 1942 fuhr der Zug in Kassel um 5.33 Uhr los, legte Zwischenstationen in Halle und Leipzig ein und brachten die Opfer ins 2000 Kilometer entfernte Vernichtungslager Sobibor an der polnisch-ukrainischen Grenze, wo die Reisenden noch am Ankunftstag ermordet wurden. Unter den betroffenen Hallensern waren neun Kinder, neun Jugendliche, 77 Frauen und 37 Männer. Die Jüngste, Chana Baer, war ein Jahr alt, die Älteste, Emilie Kaiser, 79 Jahre alt. Im Gedenken an die Deportation findet am Freitag, dem 1. Juni 2012, um 17 Uhr eine Veranstaltung im Lux Puschkino, Kardinal-Albrecht-Straße 6, statt. Zunächst wird Dr. Alfred Gottwaldt, Oberkustos am Deutschen Technikmuseum Berlin den Vortrag „Die Judendeportationen der Deutschen Reichsbahn unter besonderer Berücksichtigung des Deportationszuges Halle-Sobibor am 1.6.1942“ halten, der anschließend diskutiert wird. Um 19 Uhr zeigt das Puschkino den Film „Sobibor, 14.10.1943,16 Uhr“ von Claude Lanzmann. Dieser Beitrag dokumentiert den einzigen erfolgreichen Aufstand in einem Nazi-Vernichtungslager (Sobibor). Ab 20.45 Uhr besteht die Möglichkeit für weitere Diskussionen mit dem Referenten.