Zootiere kommen ins Winterquartier

von 15. Dezember 2011

Der Winter naht, Schnee und frostige Temperaturen werden uns wohl die nächsten Wochen begleiten. Ein Wetter, das nicht allen Zootieren bekommen. Doch längst abgeschlossen sind die Wintervorbereitungen im Bergzoo in Halle (Saale).

Die Vorbereitungen fallen dabei je nach Tierart ganz unterschiedlich aus. Viele Außenvolieren sind mit Tannenreisig gegen Kälte und Wind teilweise abgedeckt, die nicht frostfreien Wasserleitungen sind abgestellt und die Wasserhähne eingepackt. Einige Wassergräben wurden abgelassen und teilweise mit Laub abgedeckt. Auch Streumaterial zum Abstumpfen der Wege ist eingelagert, das Winterequipment ist überprüft und Kollegen für den Winterdienst sind eingeteilt.

Bei den Tieren ist es oft nicht ganz so einfach. Einige sind in ein beheiztes Winterquartier umgezogen. Dies sind z.B. die Meerespelikane, die jetzt um diese Jahreszeit begonnen haben zu brüten und einige wärmeliebende Entenarten. Andere Tiere ziehen sich zum Winterschlaf zurück. Die Bären halten Winterruhe und kommen nur gelegentlich nach draußen. Die Präriehunde verschlafen den Großteil des Winters in ihrem Bau.

Die allermeisten Tiere haben jedoch ein Gehege, das sie das ganze Jahr bewohnen. Je nach Witterung wird entschieden, wie oft und wie lange sich die Tiere auf der Außenanlage befinden. Dies ist z.B. bei den Elefanten und den Zebras so.

Andere entscheiden selbst, wann sie draußen sein möchten. Beispiele sind hier die Erdmännchen, viele Vögel in der Fasanerie und die meisten Affen.

Tiere der Gebirge, der gemäßigten Zone und Steppentiere vertragen die Kälte meist problemlos und benötigen keine beheizten Innenunterkünfte. Lamas, Vicunjas, Pudus, Esel, Steinböcke, Seebären, Emus aber auch Pfauen, Degus und Minischweinchen kommen mit dem Klima gut zurecht. Oft reicht ein Windschutz oder ein unbeheizter Stall.

Geradezu prädestinierte winterharte Tiere sind Yaks, Steinböcke, Blauschafe und Schnee-Eulen. Die Humboldt-Pinguine sind nicht so kälteresistent, wie viele glauben. Temperaturen um -20C° können zu Erfrierungen der Füße und Flügelspitzen führen, da diese Vögel nicht in der Antarktis beheimatet sind, sondern die Küsten Chiles bewohnen.

Für die Zoobesucher bedeutet Winter daher nicht, dass keine Tiere zu sehen oder zu beobachten sind. Auch wenn mal gerade die Außenanlage einen unbewohnten Eindruck erweckt, können die Tere in ihren Innenunterkünften durch eine Glasscheibe beobachtet werden. Das Raubtierhaus, das Elefantenhaus, das Krokodilhaus und die drei Affenhäuser sind geheizt und für Besucher zugänglich. Hier kann man sich bei Schnee und Regen aufhalten und aufwärmen und dabei die Tiere beobachten. Das Bistro an der Bergterrasse ist ebenfalls täglich geöffnet. Es lohnt sich also auf jeden Fall auch ein Zoobesuch in der kalten Jahreszeit.