130 Grad heißes Wasser für wohlige Wärme

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Stadtwerke | Vermischtes
von Tobias Fischer

[fotostrecke=92] 176 Meter ragt er in die Höhe, und ist von Weitem zu sehen: der Schornstein des Kraftwerks in der Dieselstraße. Was man seltener zu Gesicht bekommt ist die Technik darunter. Am Samstag aber konnten die Hallenser einen Blick hinter die Kulissen werfen

130 Grad heißes Wasser für wohlige Wärme

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176 Meter ragt er in die Höhe, und ist von Weitem zu sehen: der Schornstein des Kraftwerks in der Dieselstraße. Was man seltener zu Gesicht bekommt ist die Technik darunter. Am Samstag aber konnten die Hallenser einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Geduldig erklärten die Mitarbeitern den Besuchern, dass durch die Fernwärmerohre 135 Grad heißes Wasser fließt. Das sorgte freilich erst einmal für erstaunen, hat man doch in der Schule gelernt, dass Wasser schon bei 100 Grad kocht. Doch der Druck von 7,6 bar macht es möglich, dass das Wasser flüssig bleibt. Auch im Sommer wird übrigens Wärme durch die Rohre geschickt, dann aber beträgt die Temperatur “nur” 70 Grad. Doch nicht nur Wärme, auch Kälte wird im Kraftwerk Dieselstraße produziert. Die Absorptionskälteanlage versorgt das nahe gelegene Bergmannstrost-Krankenhaus mit 5 Grad kaltem Wasser zum Kühlen der wichtigen technischen Anlagen. Zudem produziert das Kraftwerk Dieselstraße Strom. Als besonders umweltfreundlich gilt das Kraftwerk mit seiner Kraft-Wärme-Kopplung. Gespannt darf man sein, wie es nach dem Ende der Förderung weitergeht. Der Wirkungsgrad liegt bei 90 Grad.

Das wohl wichtigste Bauwerk der Anlage ist die Turbine LM2500. Sie basiert auf der CF6-Turbine, die auch in der Boeing 767 und dem Airbus A300 zum Einsatz kommt. Mit bis zu 1.120 Grad wird ein Gas-Luft-Gemisch in der Brennkammer erhitzt und treibt anschließend die Turbine an, während sich das Gas auf 510 Grad herunterkühlt. Rund 150 Millionen Kubikmeter hochkalorisches Erdgas werden im Kraftwerk jährlich verbrannt. Beeindruckend auch der Blick in die Kraftwerkswarte. Hier flimmert das Programm „Teleperm XP“ von OSI Software über die Bildschirme. Es ermöglicht beispielsweise das vollautomatische Anfahren der beiden Kraftwerksblöcke, wodurch wenig Mitarbeiter nötig sind. Das war zu DDR-Zeiten anders. Doch bis auf den Schornstein und einige Leitungen ist so gut wie nichts mehr von der alten Anlage übrig.

Umrahmt wurde der Tag der offenen Tür von einer Bastelaktion für Kinder, die zum Beispiel Drachen herstellen und gleich neben dem Schornstein fliegen lassen konnten. Zudem konnten sich Besucher einmal vom Fahrgefühl der Elektrofahrräder und -roller überzeugen.

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