Verbessertes Landesprogramm BRAFO bringt mehr Berufsorientierung in die Schulen

Sachsen-Anhalt | Vermischtes
von hallelife.de | Redaktion

Sachsen-Anhalt entwickelt das Berufsorientierungsprogramm BRAFO („Berufswahl Richtig Angehen - Frühzeitig Orientieren") weiter, um Schülerinnen und Schüler an Sekundar- und Förderschulen noch besser bei der Suche nach dem passenden Beruf zu unterstützen. Ziel ist, dass sie Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten erkunden können, verschiedene Berufe in der Praxis kennenlernen und mit Fachkräften ins Gespräch kommen. Das gemeinsam durch das Arbeits- und  das Bildungsministerium sowie die Bundesagentur für Arbeit weiterentwickelte Konzept wurde heute im Kabinett beschlossen.

„Mit dem neuen Konzept können Schülerinnen und Schüler mehr Berufsfelder ausprobieren und Einblicke in verschiedene Betriebe bekommen“, so Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne. Und weiter: „Wenn die Entscheidung für eine Ausbildung fällt, die zu einem passt, ist das nicht nur ein gutes Gefühl für sich selbst, sondern auch ein Beitrag zur Fachkräftesicherung. Zudem sinkt die Gefahr von Ausbildungsabbrüchen.“

Im Jahr 2007 war Sachsen-Anhalt das erste Bundesland, das mit dem Landesprogramm BRAFO ein flächendeckendes Berufsorientierungsangebot in allen 7. Klassen an Sekundar- und Gemeinschaftsschulen eingeführt hatte. Beim Start konnten die Teilnehmenden zunächst an vier Tagen in vier Berufsfeldern ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben. In den Folgejahren wurden mehrfach neue Elemente etabliert, darunter eine computerbasierte Kompetenzerkundung.

Der Landtag hatte das Sozial- und das Bildungsministerium beauftragt, gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit das seit mehr als zehn Jahren laufende Programm zu überarbeiten. Die beiden Schülerbetriebspraktika in Klasse 8 und 9 und das Selbsterkundungstool der Arbeitsagentur ergänzen nunmehr ab dem Schuljahr 2021/2022 die Kompetenz- und Betriebserkundung in der Klasse 7. Die fünf BRAFO-Schritte bilden in Summe ein aufeinander aufbauendes Berufsorientierungskonzept, das für die Berufsberatung der Arbeitsagenturen voll anschlussfähig ist und an dessen Ende der Start einer Ausbildung oder eines Studiums steht. Die Ministerin lobte das für die Schulen zuständige Bildungsministerium für die Einbindung der Schülerbetriebspraktika in BRAFO.

BRAFO setzt zudem in Zukunft ein noch deutlicheres Zeichen in Richtung Inklusion. Alle Förderschulen nehmen verbindlich an BRAFO teil. Darüber hinaus erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Integrationsfachdiensten eine intensive Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf.

Für BRAFO stehen derzeit EU-Mittel zur Verfügung. Es soll auch in der neuen Förderperiode ab 2022 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert werden. Für die Umsetzung werden jährlich ca. 7,5 Mio. Euro veranschlagt. Die Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit hat avisiert, die Kosten zur Hälfte zu tragen.

Jährlich nutzen mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler des gesamten Sekundarbereichs I das Angebot BRAFO.

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